DTM-Fahrer kritisieren: Autos nicht stabil genug für Zweikämpfe

Schon bei der kleinsten Berührung fliegen Teile und die Balance ist dahin: Die Fahrer der DTM-Saison 2016 kritisieren die Bauweise der aktuellen Rennwagen-Generation.

Denn ihrer Meinung nach sind die Fahrzeuge von Audi, BMW und Mercedes einfach nicht stabil genug, um harte Zweikämpfe zu ermöglichen. Der Auftakt zur DTM-Saison 2016 in Hockenheim mit zahlreichen schwer beschädigten Autos und einigen Ausfällen habe dies bewiesen.

„Ich hatte nicht in Erinnerung, dass unsere Fahrzeuge so schnell kaputtgehen“, sagt etwa Audi-Fahrer Mattias Ekström.

Er hatte sein Auto und das von Mercedes-Pilot Gary Paffett bei einem riskanten Manöver in der Haarnadelkurve auf die Probe gestellt. Das Ergebnis: ein riesiges Trümmerfeld und zwei zerfetzte Fahrzeuge. Und: Sofort gingen die Rundenzeiten beider Piloten in den Keller.

 

„Das ist das Problem“, meint Paffett. „Du verlierst gleich eine Sekunde oder mehr. Und das sollte nicht sein. Wir müssen doch bitteschön auf Kontakt fahren können. Aber wenn du das tust und Teile gehen fliegen, verlierst du Zeit und bist auf einmal im Nirgendwo.“

Oder wie es Ekström treffend zusammenfasst: „Die Autos halten einfach nicht genug aus und müssen robuster werden. Dann kannst du auch auf Lackaustausch fahren.“

Eine eben solche Fahrweise sei in der aktuellen DTM auch erforderlich, erklärt der zweimalige Champion. „Ohne Berührung kannst du schier nicht überholen, weil aufgrund des Reglements quasi alle Fahrzeuge gleich schnell sind.“

 

Auch für Paffett steht deshalb fest: „Die Autos müssen sich ändern. Derzeit sind sie eher wie Formelautos, sehr zerbrechlich. Überall stehen Teile ab. Die Fahrzeuge müssen stabiler werden und sollten weniger kritische Aerodynamikteile haben. Da muss sich etwas tun, sonst leidet das Racing.“

Doch mit einer Änderung ist frühestens zur DTM-Saison 2017 zu rechnen, denn dann beginnt ein neuer Homologierungszyklus für die drei Hersteller. „Dieses Jahr“, sagt BMW-Sportchef Jens Marquardt, müssen wir noch damit leben.“ Er fügt hinzu: „Wir sind intensiv dabei, uns das anzuschauen.“

Und offenbar ist man auch bereit, das Aktuelle zu hinterfragen, wie Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz andeutet. Er sagt: „Man muss sich überlegen, ob die ganzen Aerodynamikteile so sinnvoll sind.“

 

Flicks und Flaps, wie sie in der Fachsprache heißen, könnten also vielleicht bald reduziert werden. Mit dem Ziel, „dass die Jungs ordentlich miteinander fahren können“, so Marquardt, der aber anmerkt: „Wir werden keine Crashautos bauen.“

Und laut Audi-Projektleiter Dieter Gass werde man sich auch nicht unbedingt am Vorbild vergangener DTM-Jahre orientieren. „Die Uhr ist weitergetickt“, meint er. „Wir kommen nicht mehr dahin zurück, wo die Autos vor zwölf Jahren waren.“

Genau dieser Zeitraum sei fahrerisch aber noch interessant gewesen, sagt Ekström. „In der Zeit sind Kleinigkeiten am Auto kaputtgegangen, aber du konntest weiterfahren. Jetzt sind die meisten Autos beschädigt, weil sie das bisschen Lackaustausch nicht aushalten. Das ist ärgerlich und frustrierend.“

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Rennserien DTM
Fahrer Mattias Ekström , Gary Paffett
Artikelsorte News
Tags aerodynamik, crash, design, dtm, hockenheim, technik, unfall