51. Sieg: Lewis Hamilton nach kontroversem Mexiko-Start gleichauf mit Alain Prost

Nach seinem Mexiko-Triumph – von der Konkurrenz hinterfragt, von der Rennleitung geduldet – hat Lewis Hamilton in der ewigen Siegerliste der Formel 1 nur noch einen Fahrer vor sich.

Lewis Hamilton hat am Sonntag den Grand Prix von Mexiko gewonnen und ist damit 2 Rennen vor Schluss der Formel-1-Saison 2016 bis auf 19 Punkte an seinen in der Gesamtwertung führenden Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg herangerückt. 50 Punkte werden bei den beiden abschließenden Rennen in Sao Paulo (13. November) und Abu Dhabi (27. November) noch vergeben.

Die Art und Weise, wie Hamilton in Mexico City zu seinem 8. Saisonsieg gekommen ist, wirft bei der Konkurrenz durchaus Fragen auf. Von der Pole-Position gestartet hatte sich Hamilton direkt in Kurve 1 heftig verbremst, nahm mit hohem Tempo eine Abkürzung übers Gras.

Fotos: Lewis Hamilton beim Grand Prix von Mexiko

So hatte Hamilton schon nach Kurve 3 einen großen Vorsprung auf Teamkollege Rosberg, der in Kurve 1 um ein Haar von Max Verstappen abgeschossen worden wäre und nach Berührung mit dem Red-Bull-Piloten ebenfalls über das Gras abkürzte.

Konkurrenz hinterfragt Hamilton-Manöver in Kurve 1

Im Gegensatz zu Verstappen, der für sein Abkürzen in Runde 68 an gleicher Stelle eine 5-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt bekam, kam Hamilton genau wie Rosberg ohne Strafe davon.

"Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht, wie es sein kann, dass man beim Start die Räder blockieren lässt, die Strecke verlässt, damit die Führung verteidigt und die Führung anschließend behält", so Daniel Ricciardo direkt im Anschluss an das Rennen gegenüber Sky Sports F1. Der Australier meinte: "Ich finde, Lewis verdient eine Strafe."

"Er war weit, weit davon entfernt, Kurve 2 zu kriegen" - Nico Hülkenberg

Ganz ähnlich wie Ricciardo sah es Nico Hülkenberg: "Ich bin sehr überrascht, denn der Vorteil, den er dadurch erlangte, war enorm. Er war weit, weit davon entfernt, Kurve 2 zu kriegen. Dass man sich diese Szene noch nicht einmal anschaut, überrascht mich doch sehr."

Warum Hamilton nicht bestraft wurde

Was Hamilton um eine Strafe herumkommen ließ, war die Tatsache, dass er direkt nach dem Abkürzen deutlich vom Gas ging, wie die Telemetrie offenbarte. Aus diesem Grund sahen die Rennkommissare rund um Ex-IndyCar-Champion Danny Sullivan von einer Untersuchung, geschweige denn von einer Strafe, gegen den Titelverteidiger ab.

"Ich habe mir den Reifen platt gefahren, also war es kein Vorteil", so die simple Erklärung Hamiltons, der den Verbremser seinerseits mit einem Temperaturunterschied begründet: "In der Einführungsrunde hatte ich eine verschmierte rechte vordere Bremsscheibe. Ich hatte 500 Grad auf der linken, aber nur 200 bis 250 Grad auf der rechten Seite."

Gleichauf mit Alain Prost auf Platz 2 der ewigen Siegerliste

Ungeachtet der Kontroverse um das Abkürzen in Kurve 1, nach dem Hamilton eigener Aussage zufolge "so starke Vibrationen hatte, das ich kaum sehen konnte", wurde es für den Briten nicht nur Saisonsieg Nummer 8, sondern auch Grand-Prix-Sieg Nummer 51.

Damit hat Hamilton in der ewigen Bestenliste mit Alain Prost gleichgezogen und hat jetzt nur noch einen Fahrer vor sich: Michael Schumacher, der 91 Rennen gewonnen hat.

Was Prost betrifft, so kann er auch in puncto WM-Titeln noch in dieser Saison von Hamilton eingeholt werden. Der Franzose wurde viermal Weltmeister, Hamilton braucht für seinen 4. Titel allerdings mehr als 2 weitere Saisonsiege. Denn sollte Rosberg noch zweimal hinter Hamilton 2. werden, dann ist der Deutsche erstmals Formel-1-Weltmeister und würde damit in dieser Hinsicht mit Vater Keke Rosberg gleichziehen.

Mit Informationen von Jonathan Noble

Werde Teil von etwas Großem!

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP Mexiko
Rennstrecke Autodromo Hermanos Rodriguez
Fahrer Lewis Hamilton , Alain Prost
Teams Mercedes
Artikelsorte News
Tags abkürzen, bestenliste, f1, kommissare, mexico city, mexiko, strafe, verbremser, wm-kampf