Bernie Ecclestone will Formel-1-Regeln vereinfachen

Bernie Ecclestone will beim Treffen der Strategiegruppe in Genf am heutigen Mittwoch eine Vereinfachung der Formel-1-Regeln vorantreiben.

Ecclestone ist überzeugt, dass es in der Formel 1 zu viele Regeln gibt und bemängelt insbesondere die Strafen bei Vergehen auf der Strecke, wie den kürzlich in den Mittelpunkt geratenen Richtungswechsel beim Anbremsen.

"Ich finde, wir müssen ganz allgemein alles genau unter die Lupe nehmen", sagte er gegenüber Motorsport.com. "Es gibt zu viele Regeln und Reglementierungen. Man braucht heutzutage Anwälte und Ärzte und Gott weiß, was noch, um in der Formel 1 zu sein."

Ecclestone betont, dass Charlie Whiting, der für das Verfassen der Regeln zuständig ist, von vorne anfangen sollte.

"Man kann ein altes Haus nicht reparieren, es ist besser, es abzureißen und neu zu bauen. Er hat genügend Leute. Wir brauchen nicht weiter warten."

Ecclestone glaubt, dass die Androhung von Strafen die Rennen kaputtmacht. "Ich denke, wir sollten unsere Regeln unter das Motto stellen, 'Rennen zu fahren ist verboten. Was immer ihr tut, fahrt kein Rennen.'"

"Das nimmt nämlich alles weg, was man tun und nicht tun kann. Also fahren sie und fragen sich, was sie tun können und was nicht. Das ist lächerlich."

Wenn Sie und ich ein Rennen anschauen und es unsere Entscheidung ist, könnten Sie denken, dass das falsch ist und dann sage ich, ich verstehe nicht, wieso Sie sagen, dass das falsch ist. Für mich sieht das okay aus, der Mann ist Rennfahrer. Lasst sie doch fahren."

Wenn ich versucht hätte, Sie zu blockieren, liegt es an Ihnen, einen Weg vorbei zu finden. Nur, wenn sie durch gefährliche Fahrweise einen Unfall verursachen, kann man ihnen Probleme bereiten. Dann kümmert man sich darum. Das ist ganz einfach."

Ecclestone hat kein Mitleid mit Formel-1-Veteranen wie Jenson Button und Fernando Alonso, die sagen, dass der Standard in letzter Zeit gesunken ist, insbesondere bezüglich des Richtungswechsels beim Anbremsen. 

Max Verstappen, Red Bull Racing RB12; Sebastian Vettel, Ferrari SF16-H; Valtteri Bottas, Williams FW38; Felipe Massa, Williams FW38; Nico Hülkenberg, Force India VJM09
Max Verstappen, Red Bull Racing RB12; Sebastian Vettel, Ferrari SF16-H; Valtteri Bottas, Williams FW38; Felipe Massa, Williams FW38; Nico Hülkenberg, Force India VJM09

Foto LAT Photographic

"Die Welt verändert sich. Man muss bedenken, was diese Leute getan haben, als sie mit dem Fahren angefangen haben. Ich hatte noch keine Zeit dazu, aber ich würde gerne einige der alten Rennen anschauen und das sehen."

Die Teamchefs, die die Strategiegruppe bilden, unterstützen Ecclestones Vorschläge im Grunde. "Ich bin mit ihm einer Meinung und ich denke, dass viele von uns darin übereinstimmen, dass die Regeln vereinfacht werden sollten", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff gegenüber Motorsport.com.

"Für die Fans ist das sehr komplex zu verfolgen, wenn einige Dinge bestraft werden und einige nicht. Für die Rennkommissare und Charlie ist es aber genauso schwierig zu beurteilen. Es gibt keine einfache Lösung. Ich denke aber, der Trend sollte dahin gehen, dass alles vereinfacht wird."

Wolff sagte aber ebenfalls, dass die die Sicherheit, wie zum Beispiel die Gefahr von Kollisionen in der Bremszone, weiter thematisiert werden sollte.

"Die Sicherheit hat oberste Priorität und ich glaube, dass Charlie daran dachte. Seine Aufgabe ist es, die Sicherheit zu verteidigen."

"Wir müssen uns aber hinsetzen und sehen, wie wir die Show verbessern und die Regeln vereinfachen können, ohne die Sicherheit der Fahrer zu riskieren. Ich denke, wir haben schon etwas erreicht, wenn wir etwas anstoßen und in die richtige Richtung lenken können."

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Tags ecclestone, formel 1, regeln, réglement, wolff