Die Geschichte zum Bild: Alonso vs. Massa in Austin

Formel-1-Fahrer Felipe Massa ist weiter nicht begeistert davon, wie sich Fernando Alonso beim Großen Preis der USA in Austin in der Schlussphase an ihm vorbeigezwängt hat. Doch Fotograf Jose Mario Dias hat den Moment perfekt erwischt.

Was also ist die Geschichte zu diesem besonderen Bild? Wir lassen die unmittelbar Beteiligten sprechen…

Der Fahrer: Felipe Massa

"Wenn man sich die Szene aus der Vogelperspektive ansieht, dann war es ein klasse Überholmanöver. Aber Fernando kam von weit hinten und bremste einfach nicht. Ich hingegen fuhr durch die Kurve. Und wäre ich nicht dagewesen, dann wäre er glatt geradeaus gefahren."

"Er berührte mich und rutschte selbst danach noch von der Strecke. Ich hatte ja nicht einmal versucht, ihm die Tür zuzumachen, weil er so weit weg war. Nahe dran war er sicher nicht. Ich glaube, dass er sehr gute Freunde in der Rennleitung hat…"

Der andere Fahrer: Fernando Alonso

"Um einen Williams zu überholen, musst du es an einer ungewöhnlichen, verrückten Stelle probieren – enge, langsame Kurven. Und du musst dich vorbeizwängen. Es war hart, aber hoffentlich haben es die Fans genossen."

"Ich denke, ich war auf gleicher Höhe. Ich kam nicht von hinten und machte etwas Verrücktes. Ich war schon neben ihm und er hatte keinen Platz mehr zum Einlenken."

"Ich hatte mich aggressiv neben ihn gesetzt. Leider kam es dabei zu einer Berührung. Aber beide Fahrzeuge konnten das Rennen fortsetzen."

Der Teamchef: Pat Symonds (Williams)

"Der Automobil-Weltverband sah es als Rennzwischenfall. Aber diesem Urteil stimme ich nicht zu. Denn dabei spricht man nur vom Zwischenfall an sich, nicht aber von den Folgen. Die Folgen sollten allerdings auch nicht in die Urteilsfindung miteinbezogen werden."

"Fahrer und Teamchefs geben ihre Meinung zu einem solchen Zwischenfall ab, dann sind die Rennkommissare gefragt, eine Entscheidung zu treffen. Sie lautete auf Rennunfall."

"Ich denke, Alonso hat zu spät gebremst. Er traf Felipe und rutschte anschließend noch von der Strecke. Er nutzte Felipe also als Prellbock und schaffte die Kurve trotzdem nicht."

Der Fotograf: Jose Mario Dias (@josemariodias)

"Ich fotografierte in Kurve 14 die Heckansichten der Fahrzeuge und konzentrierte mich auf Details. Daher verwendete ich eine große Linse (500mm Nikon) mit einer D4-Kamera (ISO 200, f7.1, 1/1.000 Sek.)."

"Es war gegen Rennende, also waren nicht mehr viele Fotografen an dieser Stelle. Sie waren alle bereits zum Podium gegangen. Ich hingegen wollte einige Bilder machen, zu denen ich noch nicht gekommen war. Ich sah, wie Massa und Alonso sich nahe kamen und hielt es für ein mögliches Überholmanöver. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass es zu einer Berührung kommen würde."

"Es war toll, diesen Moment zu erwischen, wenngleich ich mir Sorgen um Massa machte. Ich bin ebenfalls Brasilianer und unterstütze ihn natürlich!"

"Ich denke, jeden Sport, den du fotografierst, musst du auch gut verstehen. Ich fotografiere nur im Motorsport und weiß, dass ich auf den Moment warten muss. Als sich die beiden Autos näher kamen, wartete ich auf das Überholmanöver. Dass es zur Berührung kam, war Glück."

"Ich bin ein freier Fotograf und arbeite aus den USA. Ich arbeite mit Nelson Piquet Jr. in der Formel E, mit Action Express in der IMSA-Sportwagen-Serie und fotografiere auch diverse Veranstaltungen für das brasilianische Magazin CAR. Deshalb war ich in Austin."

"Meiner Meinung nach zeigt ein solches Bild eine Geschichte. Es zeigt den Moment. In einigen Jahren, wenn wir uns noch einmal über dieses Rennen unterhalten und auf das Überholmanöver von Alonso gegen Massa zu sprechen kommen, wird es dieses Bild sein, das die Geschichte untermalt."

Weitere Arbeiten von Jose finden Sie hier.

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP USA
Rennstrecke Circuit of the Americas
Fahrer Fernando Alonso , Felipe Massa
Teams McLaren , Williams
Artikelsorte Feature
Tags austin, cota, geschichte zum bild, rennkommissar, rennleitung, urteil