Formel 1 in Baku: Fünfter Saisonsieg für Nico Rosberg

Mercedes-Pilot Nico Rosberg trug sich als erster Sieger des Grand Prix von Europa in Aserbaidschan in die Geschichtsbücher ein. Sebastian Vettel wurde Zweiter vor Sergio Pérez.

Jede Menge Überholmanöver und enge Platzkämpfe, aber kein einziger Safety-Car-Einsatz – das hatte nach den Trainings keiner vom ersten Grand Prix von Europa in Baku erwartet. Dass Nico Rosberg nach nach 51 Runden um den 6,003 Kilometer langen Baku City Circuit als Erster die Ziellinie überquerte, war aber keine Überraschung.

„Das war ein erstaunlicher Tag, ein erstaunliches Wochenende, danke Baku – das ist eine spektakulärem großartige Strecke“, sagte Rosberg auf dem Podium. „Das Wochenende war perfekt. Qualifying und Rennen liefen nach Plan. Ich bin sehr glücklich. Ich genieße diesen Sieg heute. Ich bin begeistert.“

Mit einem Rückstand von 16,696 Sekunden kam Sebastian Vettel als Zweiter ins Ziel, weitere achteinhalb Sekunden später folgte Sergio Perez auf Rang drei.

 

Sebastian Vettel war bereits in Runde sechs an dem von Position zwei gestarteten Daniel Ricciardo vorbeigegangen, als würde der Australier parken. Ab Rennmitte war der Ferrari-Pilot, der zwischenzeitlich hinter seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen zurückgefallen war, wieder auf Platz zwei, nachdem ihn der Finne kampflos vorbeigelassen hatte.

„Danke, Aserbaidschan, das ist eine großartige Strecke, die viel Spaß macht und wir sind großartig willkommen geheißen worden“, lobte auch Vettel. „Es gibt schöne Hochgeschwindigkeitskurven, es war sehr, sehr eng, aber wir haben heute einen großartigen Job gemacht. Zwei Mal in Folge auf dem Podium, wir haben und toll erholt. Alles in allem war es ein großartiger Tag.“

Der viermalige Weltmeister lobte aber auch seine Fahrerkollegen, die alles ohne Crashs um die Runden kamen. „In den langsamen Kurven muss man ziemlich weit über die Randsteine fahren, da kann man sich sehr leicht vertun. Ich glaube, das heute einige Leute Geld verloren haben, weil sie auf Safety-Car-Einsätze gewettet hatten und wir keine hatten. Das sagt viel über die Qualität der Fahrer.“

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Sergio Perez, der nach seiner Strafversetzung von Platz sieben gestartet war, hatte den Ferrari dann in der letzten Runde ebenfalls noch überholt. Allerdings wäre der Mexikaner auf alle Fälle Dritter geworden, denn Räikkönen kassierte eine 5-Sekunden-Strafe, weil er in der Boxenausfahrt die weiße Linie berührt hatte und wurde Vierter.

„Als ich das Auto gestern im dritten Freien Training in die Mauer gesetzt habe, wusste ich, dass das eine große Chance für ein gutes Resultat war“, erklärte Perez. „Ich habe mich über mich selbst geärgert, aber die Jungs haben mit dem Auto einen erstaunlichen Job gemacht. Dann musste ich mein erledigen. Wir hatten ein tolles Rennen. Es war ein guter Start und von Startplatz sieben mussten wir durch Feld. Die Überholmanöver gegen Massa und Kvyat waren sehr gut und ich wusste, dass Kimi eine 5-Sekunden-Strafe hatte, aber es war schön, ihn in der letzten Runde noch zu schnappen.“

Lewis Hamilton hatte als Fünfter schon eine Rückstand von 66,335 Sekunden auf Rosberg. Der Weltmeisterschaft war als Zehnter gestartet und hatte sich zu Beginn des Rennens schon bis auf Rang vier nach vorne gearbeitet, hatte ab Rennmizze aber einige Probleme zu lösen.

Zuerst meldete er Vibrationen beim Bremsen, die sollten aber nicht das einzige Problem bleiben. Leistungsaussetzer des Elektromotors und Fehlermeldungen am Lenkrad machten dem Weltmeister bei Rennhalbzeit zu schaffen. Nachfragen an seine Box brachten nicht das erhoffte Ergebnis, da Anweisungen von der Boxenmauer seit dieser Saison nicht mehr gestattet sind.

 

„Das ist lächerlich, Jungs. Ich weiß nicht, ich schaue alle fünf Sekunden auf dieses verdammte Display und finde keinen Schalter in der falschen Position.“

„Lewis, du machst nichts falsch, es ist nur eine falsche Einstellung.“

„Ich beende das Rennen vielleicht nicht. Ich werde jetzt versuchen, einfach alles zu ändern.“

„Wir würden das nicht empfehlen, Lewis.“

Und dem Briten half es später auch nicht, als er vorschlug, Frage und Antwort zu spielen, dass sein Team nur mit Ja oder Nein antworten müsste. „Kann ich Vorschläge machen und ihr sagt mir, ob das okay ist“, fragte er, aber die Antwort war die gleiche. „Nein, das ist nicht erlaubt.“

Zehn Runden vor Rennende hatte Hamilton das Problem alleine gelöst und kam schließlich als Fünfter ins Ziel. „Ich hatte keine Ahnung. Es gibt etwas 16 verschiedene Motor-Positionen und innerhalb dieser etwa 20 weitere. Ich wusste also nicht, was das Problem war, nur wenig Leistung“, sagte Hamilton nach dem Rennen. Er hätte nichts weiter gemacht, das Problem habe sich dann von selbst gelöst.

Den gleichen Trick wie Hamilton versuchte sechs Runden vor Schluss übrigens auch Kimi Räikkönen. „Es ist das gleiche Problem wie beim letzten Rennen und du musst doch nur Ja oder Nein sagen“, funkte der Finne an seine Box. „Ich kann nicht, Kimi, ich kann nicht.“

 

Daniel Ricciardo wurde von Startplatz zwei bis auf Rang sieben durchgereicht und hatte schließlich einen Rückstand von mehr als einer Minute auf den Sieger. Achter wurde sein Teamkollege Max Verstappen. Die beiden Red Bull Racing hatten in den letzten zwei Runden noch Nico Hülkenberg im Force India hinter sich gelassen. Der Deutsche wurde Neunter vor Felipe Massa.

Pascal Wehrlein musste seinen Manor in Runde 42 aufgrund von Bremsproblemen abstellen. Gleichzeitig war auch für Fernando Alonso Schluss. Der Spanier wurde in seinem McLaren wegen eines Getriebeproblems in die Box geschoben und war in den letzten zehn Runden nur noch Zuschauer.

Rennergebnis

PosFahrerChassisMotorZeit
1  Nico Rosberg  Mercedes Mercedes 1:32:52,366
2  Sebastian Vettel  Ferrari Ferrari 16,696
3  Sergio Perez  Force India Mercedes 25,241
4  Kimi Räikkönen  Ferrari Ferrari 33,102
5  Lewis Hamilton  Mercedes Mercedes 56,335
6  Valtteri Bottas  Williams Mercedes 60,886
7  Daniel Ricciardo  Red Bull TAG 69,229
8  Max Verstappen  Red Bull TAG 70,696
9  Nico Hülkenberg  Force India Mercedes 77,708
10  Felipe Massa  Williams Mercedes 85,375
11  Jenson Button  McLaren Honda 104,817
12  Felipe Nasr  Sauber Ferrari 1 Runde
13  Romain Grosjean  Haas Ferrari 1 Runde
14  Kevin Magnussen  Renault Renault 1 Rude
15  Jolyon Palmer  Renault Renault 1 Runde
16  Esteban Gutierrez  Haas Ferrari 1 Runde
17  Marcus Ericsson  Sauber Ferrari 1 Runde
18  Rio Haryanto  Manor Mercedes 2 Runden
   Fernando Alonso  McLaren Honda  
   Pascal Wehrlein  Manor Mercedes  
   Carlos Sainz Jr.  Toro Rosso Ferrari  
   Daniil Kvyat  Toro Rosso Ferrari  

 

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