Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Formel-1-Technik: Neuerungen beim Grand Prix von Mexiko

Die Höhenluft von Mexico City beeinflusst die Formel-1-Autos in verschieden Bereichen. Giorgio Piola und Matt Somerfield zeigen, wer, wo und wie nachgelegt hat!

Der Grand Prix von Mexiko sticht im Formel-1-Kalender als das Rennen heraus, das auf der größten Höhe über dem Meeresspiegel stattfindet. Das Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko City liegt auf 2.285 Meter über NN. Das bedeutet, dass die Luft so dünn ist wie bei keinem anderen Rennen. Dies wirkt sich vor allem auf Motoren, Aerodynamik, Kühlung und Bremsen aus.

Mercedes F1 W07: Frontflügel

Mercedes F1 W07: Frontflügel
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Ungeachtet der Höhenluft unternimmt Mercedes auch am Mexiko-Wochenende grundlegende Testfahrten im Hinblick auf die Saison 2017. Zu diesem Zweck hat man diesmal sowohl für Lewis Hamilton als auch für Nico Rosberg den Frontflügel dabei, bei dem das äußere Flügelprofil mitsamt äußerer Endplatte klar vom inneren Flügelprofil abgetrennt ist. Da die Reifen und auch der Frontflügel in der kommenden Saison breiter werden, ist man daran interessiert, schon jetzt so viele Daten wie möglich mit "freieren" Luftströmen zu sammeln. Der Einsatz des hier abgebildeten Flügels beschränkt sich auf die Trainings.

Mercedes F1 W07: Frontflügel

Mercedes F1 W07: Frontflügel
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Im Vergleich dazu ist auf diesem Foto die Standard-Variante des Frontflügels zu sehen, wie sie in Qualifying und Rennen gefahren wird. Die seitliche Endplatte ist hier fest mit dem äußeren Flügelprofil verbunden und wird nicht über Metallstützen gehalten wie es im vorherigen Foto bei der Vorab-Variante für 2017 der Fall ist. Zudem lässt sich hier erkennen, dass Mercedes im Sinne der Kühlung der Bremsen die Bremstrommel aufgeschnitten hat. So kann die heiße Luft über die Felge entweichen.

Mercedes F1 W07 mit 360-Grad-Kamera

Mercedes F1 W07 mit 360-Grad-Kamera
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Darüber hinaus setzt Mercedes am Auto von Nico Rosberg erstmals eine 360-Grad-Kamera ein. Hintergrund dieser Maßnahmen dürften aber eher Aufnahmen bei den Boxenstopps sein als tatsächliche Datenermittlung während der Fahrt.

Red Bull RB12: Luftauslässe am Heck

Red Bull RB12: Luftauslässe am Heck
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Red Bull stellt das Thema Aerodynamik grundsätzlich über andere Themen. In Mexico City sehen sich aber auch die "Bullen" gezwungen, Kompromisse im Sinne der Kühlung zu machen. So gibt es am Heck des RB12 zusätzliche Luftauslässe. Diese befinden sich vor dem oberen Querlenker der Hinterradaufhängung.

Red Bull RB12: Luftauslässe am Heck

Red Bull RB12: Luftauslässe am Heck
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Ein genauerer Blick auf die neuen Kühlluftauslässe des Red Bull RB12 offenbart, dass es sich dabei um eine ganz ähnliche Lösung handelt, wie sie Mercedes bei einigen Rennen am F1 W07 fuhr. Im Sinne einer schnellen Abführung der Hitze aus dem Motorraum wurden die Luftauslässe aerodynamisch geformt, um dem Gesamtkonzept des Autos möglichst wenig im Weg zu stehen.

Red Bull Racing RB12: Heckflügel, Vergleich

Red Bull Racing RB12: Heckflügel, Vergleich
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Innerhalb des Red-Bull-Teams setzen die Fahrer am Mexiko-Wochenende auf unterschiedliche Heckflügel. Während Max Verstappen ohne Monkey-Seat fährt (links im Bild), ist Daniel Ricciardo mit dem kleinen Zusatzflügel (roter Pfeil rechts im Bild) unterwegs. Verstappen fuhr mit seinem auf weniger Abtrieb ausgelegten Auto Bestzeit im 3. Freien Training. Ricciardo könnte dank des Plus an Abtrieb die besseren Karten im Rennen haben.

Ferrari SF16-H: Splitter-Winglet

Ferrari SF16-H: Splitter-Winglet
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Ferrari fuhr bei der Technischen Abnahme für den Grand Prix von Mexiko erneut mit dem Splitter-Winglet am SF16-H vor. Das Winglet ist die jüngste Modifikation in diesem Bereich des Autos, nachdem ...

Ferrari SF16-H: Chassis-Winglets, Vergleich

Ferrari SF16-H: Chassis-Winglets, Vergleich
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... in Silverstone erstmals Winglets am Chassis zu sehen waren (links im Bild) und in Suzuka der sogenannte Bat-Wing debütierte (rechts im Bild). Die in Austin erstmals präsentierte Variante des Splitter-Winglets erinnert an ...

Ferrari SF16-H: Splitter-Winglet

Ferrari SF16-H: Splitter-Winglet
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All die gezeigten Lösungen verfolgen das gleiche Ziel: den Luftstrom hinter der Vorderachse zu beruhigen und effizient nach hinten weiter zu leiten. Im Falle von Ferrari ist interessant, dass man diesbezüglich nun schon 3 Varianten probiert hat. In der Saison 2017 wird der Splitter übrigens laut Reglement 100 Millimeter kürzer sein.

Williams FW38: Vorderradbremse

Williams FW38: Vorderradbremse
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Williams hat vor dem Hintergrund der Höhenluft von Mexico City an der Vorderradbremse Hand angelegt. Im Sinne der Kühlung gibt es nun einen vertikalen Schlitz an der Innenseite. Diese Maßnahme geht auf Kosten der Aerodynamik, soll aber vor allem im Rennen ein Überhitzen der Bremsen verhindern.

McLaren MP4-31: Splitter-Winglet, GP Deutschland

McLaren MP4-31: Splitter-Winglet, GP Deutschland
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... die Lösung, wie sie McLaren in Hockenheim am MP4-31 präsentierte.

McLaren MP4-31 mit Flo-Viz-Farbe

McLaren MP4-31 mit Flo-Viz-Farbe
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Wie Mercedes, so setzt auch McLaren eine Woche nach dem Austin-Wochenende die Testfahrten im Hinblick auf 2017 fort. Der MP4-31 von Jenson Button war im 1. Freien Training in Mexico City großzügig mit Flo-Viz-Farbe versehen, um die Luftbewegungen während der Fahrt abbilden zu können. Kernelement dieser Tests ist wie bei Mercedes die Vorab-Version eines Frontflügels für 2017.

McLaren MP4-31 mit Infrarotkameras

 McLaren MP4-31 mit Infrarotkameras
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Neben der Flo-Viz-Farbe hat McLaren sowohl an der Nase als auch an den Seitenkästen Infrarotkameras angebracht, um Daten zu sammeln. Dabei geht es insbesondere um das Verhalten der Reifen während der Fahrt.

McLaren MP4-31: Vorderradbremse

McLaren MP4-31: Vorderradbremse
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Was die Bremsen und deren Kühlung betrifft, geht McLaren in der Höhenluft von Mexico City einen anderen Weg als die Konkurrenz. Hier hat man einige der Öffnungen in der Bremstrommel zugeklebt, um bewusst Hitze im Inneren des Rades zu behalten. Dabei sei gesagt, dass die Außentemperaturen am Freitag ungewöhnlich niedrig waren. Im Gegensatz dazu ...

McLaren MP4-31: Vorderradbremse

McLaren MP4-31: Vorderradbremse
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... waren die Temperaturen am Samstag deutlich höher. Ergo fuhr McLaren im 3. Freien Training und im Qualifying mit den Öffnungen in der Bremstrommel, um ein Überhitzen zu vermeiden.

Toro Rosso STR11: Vorderradbremse

Toro Rosso STR11: Vorderradbremse
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Toro Rosso reagiert auf die Höhenluft von Mexico City, indem man die Belüftung für die Vorderradbremse des STR11 vergrößert hat. Zu diesem Zweck wurde die sonst vertikale, innere Begrenzung des Lüftungsschachts nach innen gebogen. Einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgte das B-Team von Red Bull bereits im vergangenen Jahr, als die Formel 1 erstmals seit 1992 nach Mexiko zurückkehrte.

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP Mexiko
Rennstrecke Autodromo Hermanos Rodriguez
Teams Ferrari , Toro Rosso , Red Bull Racing , Mercedes , McLaren , Williams
Artikelsorte Fotostrecke
Tags aerodynamik, design, f1, hermanos rodriguez, mexico city, mexiko, piola, technik, update, upgrade
Topic Formel-1-Technik mit Giorgio Piola