Jean Todt: Revolution in der Formel 1 abgewendet, Schlüsselfragen bleiben aber

Die FIA will sich künftig auf ihre Rolle als Kontrollorgan konzentrieren und darauf, existierende Meisterschaften zu verbessern, sagt Jean Todt.

Der Franzose hat sich jedoch noch nicht entschieden, ob er für eine dritte Amtszeit als FIA-Präsident kandidieren will und ist sich sehr wohl bewusst, dass die Sportabteilung des Verbands vor einigen Herausforderungen steht.

Im Gespräch mit einer kleinen Gruppe Journalisten am Rande der FIA-Sportkonferenz-Woche in Turin sagte Todt, die Rolle der FIA als Kontrollorgan des Sports sei der nächste große Punkt, der in den nächsten Jahren ganz oben auf der Agenda stehen werde.

„Ganz klar, werden es die Neuverhandlungen des Concorde Agreements sein, mit der Frage der Führung als zentralem Punkt“, sagte er.

„Bei der Führung und dem Reglement der Formel 1 würde ich sagen, ist alles recht klar. Es gibt die neuen Regeln für 2017 und bei den Motoren sehe ich sobald keine Revolution. Da ist alles recht stabil.“

 

„Der Vertrag wurde kürzlich angesprochen und es gibt zumindest keine Diskussionen mehr um einen Alternativmotor und dergleichen. Da ist alles stabil und das ist wichtig.“

Gewohntes verbessern

Für Todt ist der nächste Schritt im Motorsport, das zu verbessern, was es schon gibt.

„Wir haben drei neue Meisterschaften: die Formel E, die WEC und die Rallycross. Jetzt ist es wichtig, jede dieser Serien zu optimieren, angefangen bei der Formel 1.“

„Jede Meisterschaft muss in Angriff genommen werden. Das ist Teil des Lebens. Egal wobei, man darf Dinge nie als selbstverständlich nehmen. Die Motivation muss immer sein, dass das, was man tut, ehrgeizig ist und man es immer besser machen will. Wir müssen jede einzelne Aktivität und unsere Verantwortung dabei beleuchten und sehen, was wir besser machen können.“

Bildergalerie: FIA-Sportkonferenz

„Wenn man jede Meisterschaft von 1 bis 10 benotet, bekommt keine eine 10. Einige sind vielleicht eine 5, einige eine 8, das Ziel ist aber, jede auf eine 10 zu bekommen.“

„Die Formel E müssen wir zum Beispiel halten und verbessern. Ich denke, wir haben genügend Meisterschaften, genügend Rennkategorien auf hohem Niveau.“

„Wir müssen den Zugang zum Motorsport für Leute in den Regionen, den Ländern, wahrscheinlich etwas günstiger machen. Als ich Präsident President Aliyev am Sonntag getroffen habe, sagte ich zu ihm, dass sie eine permanente Rennstrecke haben sollten.“

„Baku ist ein Stadtkurs, den werte ich nicht ab, ich finde er ist großartig. Ich wünschte aber, sie hätten eine permanente Strecke, wo auch nationale Rennserien ausgetragen werden könnten, wo sie Unterricht für besseres Autofahren geben könnten.“

„Für mich ist eine Rennstrecke nicht nur für Speed da, ich denke, in all diesen Ländern kann eine Rennstrecke eine gute Möglichkeit bieten, lieber da schnell zu fahren als auf öffentlichen Straßen. Sie ist aber auch eine Möglichkeit, besser fahren zu lernen. Ich würde es eher Stadion nennen als Strecke. Ein Stadion zum Autofahren und ich glaube, da gibt es eine Menge, was wir mit unseren Verbänden tun können.“

 

Sport muss „politisch korrekt“ sein

Und was ist die größte Herausforderung, die der Motorsport in den kommen 20 Jahren bezwingen muss?

„Dass er zukunftsfähig ist“ betonte Todt. „Man kann nie ausschließen, dass es Leute geben wird, die sagen, dass er für die Gesellschaft schädlich ist.“

„Darum müssen wir bei der Sicherheit sehr vorsichtig sein, denn die öffentliche Meinung ist sehr wichtig. Bezüglich Luft- und Umweltverschmutzung muss alles politisch korrekt sein.“

„Wir haben eine Verantwortung, das zu tun. Es geht nicht nur um Leidenschaft. Leidenschaft ist für eine begrenzte Anzahl Menschen, aber sie sind nicht die Mehrheit.“

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Rennserien Formel 1 , ALLGEMEINES
Fahrer Jean Todt
Artikelsorte News
Tags fia, motorsport, todt