Keke Rosberg bewundert Sohn Nico für dessen mentale Stärke

Keke Rosberg war nicht in Abu Dhabi, als sein Sohn Nico Formel-1-Weltmeister wurde. Am Abend gab der Finne sein 1. Interview nach mehr als 6 Jahren.

Mama Sina, Ehefrau Vivian und jede Menge Freunde waren in Abu Dhabi, um Nico Rosberg beim letzten Saisonrennen zu unterstützen. Nur einer fehlte. Papa Keke Rosberg verbrachte das Wochenende bei Freunden in Dubai und fuhr erst nach Rennende los.

"Es stand gar nicht zur Debatte, dass ich hierher kommen würde, denn wenn ich das getan hätte und 3 Tage lang nichts zu tun gehabt hätte, hätte ich keine ruhige Minute gehabt", sagte Rosberg am Sonntagabend. "Also haben wir das mit Nico diskutiert und ich sagte, 'schau, ich kann nicht kommen. Das funktioniert nicht'. Also bin ich nicht gekommen."

Der Weltmeister von 1982 – der einzige, "der es erlebt hat, zu sehen, wie ein Sohn auch Weltmeister wird" – hatte immer daran geglaubt, dass Nico es schaffen würde. "Ich hatte eine Regel, als ich in die Formel 1 kam. Erst musst du dein 1. Rennen gewinnen, dann Monaco und dann die Meisterschaft. Und genau das habe ich Nico auch gesagt. Jetzt hat er es geschafft und kann es abhaken."

Natürlich gehöre auch etwas Glück dazu, Weltmeister zu werden, gab er zu. "Ich denke, Lewis hat auch schon zwei mal Glück gehabt, also wieso sollte er nicht auch mal Glück haben... Wenn du die WM gewinnen willst, darfst du nicht viel Pech haben."

"Er hätte 2014 hier schon Weltmeister werden können", erklärte Rosberg. "Die vergangenen 3 Jahre waren unglaublich, mit unglaublichem Druck, denn du kämpfst an jedem Wochenende um den Sieg. Und du kämpfst jedes Jahr um die Weltmeisterschaft und wenn du mal nicht ins Ziel kommst, dann tut das wirklich sehr weh."

Zu seiner Zeit sei das etwas anders gewesen, da es an der Tagesordnung war, dass Autos liegenblieben. "Jetzt sind die Autos aber so zuverlässig, dass ein Ausfall ein Desaster ist. Zu meiner Zeit war das das tägliche Leben."

Wie sein Sohn es geschafft habe, die mentale Stärke an den Tag zu legen, die er in der vergangenen Saison und besonders in Abu Dahbi bewiesen habe, weiß Keke Rosberg auch nicht. "Es ist bemerkenswert. Ich bewundere ihn für seine mentale Stärke und sein Engagement. Man darf nicht vergessen, dass sich jemand wie Nico zu 110 Prozent engagiert. Das hat nichts mehr mit dem zu tun, wie wir als Rennfahrer waren. Absolut überhaupt nichts."

Absolut gar nichts würden ihm jetzt auch seine Siege bedeuten, erklärte der 67-Jährige. Die seines Sohnes seien viel wichtiger für ihn. "Meine Siege zählen nicht mehr. Die sind schon so lange her. Ich hätte Zahnarzt sein können. Für mich bedeuten sie nichts mehr, es geht nur um Nico und seine Leistung und seinen Erfolg."

Mit Ratschlägen hält sich Rosberg Senior aber zurück. "Was soll man sagen? Dreh dich nicht in der 1. Kurve? Das kann man nicht machen. Also versucht man, einfach positiv zu bleiben und es zu genießen. Es ist ein Sport und den muss man genießen. Der Druck sollte immer kleiner sein als der Spaß."

Auf die Frage nach Max Verstappen, gegen den Nico sich mit einem sehr beherzten Überholmanöver durchgesetzt und damit den Grundstein zum Erfolg gelegt hat, meine Keke: "Der hat in der 1. Kurve schon alles klar gemacht, oder? Vielleicht fangen sie eines Tages an, ihn etwas zu erziehen. Er hat sehr viel Talent, aber er braucht etwas Führung. Er wirft die ganze Zeit großartige Ergebnisse weg. Und in der Formel 1 geht es nur um Ergebnisse."

 

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Rennserien Formel 1
Fahrer Keke Rosberg , Nico Rosberg
Teams Mercedes
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Tags formel 1, rosberg, weltmeister