Neue Formel-1-Reifenkonstruktion: Sind die Leistungsverluste zu groß?

Noch immer hängt die Einführung der neuen Reifenkonstruktion in Malaysia von der Entscheidung der Teams ab. Auch in Monza wird der modifizierte Reifen getestet. Einige Teams melden jedoch einen zu großen negativen Effekt.

Die optimierten Reifen von Pirelli sollen deutlich resistenter gegenüber Einschläge und  Kerbs sein, ohne einen Effekt auf die Leistung zu haben.

Jedoch haben die Teams in Belgien einen signifikanten Einfluss durch die neuen Reifen gespürt. Deshalb wird nicht erwartet, dass alle Teams für die Einführung der neuen Reifen in Malaysia stimmen. 

"Das Feedback, das wir in Spa von Teams bekommen haben, war nicht bindend", sagte Pirelli-Technikchef Mario Isola. "Es war von vorne rein ein Doppeltest in Spa und Monza geplant. Hauptgrund war das unbeständige Wetter in Belgien."

"Zwei Effekte sind in den Tests aufgefallen. Zuerst wurde das Ziehen der Reifen untersucht. Aufgrund der Konstruktion haben wir ein Ziehen des linken Hinterreifens erwartet. Manche Fahrzeuge erfüllten die Erwartungen und andere nicht."

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"Der zweite merkwürdige Effekt, der in Spa zum Vorschein kam, war ein größerer Verlust von Grip im Vergleich zum aktuellen Reifen."

"Das ist sehr merkwürdig, da nur die Konstruktion verändert wurde und die Mischung an sich die gleiche ist. Deshalb sammeln wir das Feedback vom Test in Monza. Zudem werden alle getesteten Reifen ins Labor zur Analyse geschickt."

"Nach unseren Untersuchungen werden wir dem Automobil-Weltverband (FIA) einen Bericht mit den Ergebnissen schicken, damit die Verantwortlichen entscheiden können, wie es weiter geht."

"Das alles muss schnell gehen, weil wir die neuen Reifen in Sepang einführen wollen. Das heißt auch, dass wir die Reifen rechtzeitig produzieren und nach Sepang liefern müssen."

Isola hofft auf eine positive Entscheidung der Teams, da der Leistungsverlust nicht groß genug sei, um das Vorhaben zu blockieren. Jedoch meldete ein Team einen Unterschied in den Rundenzeiten von 0,8 Sekunden.

"Der Reifen ist Widerstandsfähiger gegenüber Einwirkungen von Objekten. Ich verstehe nicht, warum sie weniger Grip haben oder schlechtere Rundenzeiten fahren."

"Falls es sich bestätigt, müssen wir den Unterschied quantifizieren. Sollte der Unterschied gering sein, weiß ich nicht, warum wir den Reifen nicht einführen sollten. Ist der Unterschied groß, gibt es einen Effekt, den wir nicht beabsichtigt haben und wir müssen zunächst herausfinden, was ihn verursacht."

Laut Isola hat Pirelli die Möglichkeit den Sicherheitsaspekt geltend zu machen. So kann die FIA und Pirelli auch ohne die Einstimmigkeit der Teams den Reifen einführen.

"Falls wir die Reifen nicht in Malaysia einsetzen, weiß ich nicht, ob sie in diesem Jahr überhaupt noch genutzt werden. Wir werden das Konzept dann mit den Reifen für das kommende Jahr testen, weil wir es für sehr interessant erachten." 

"Falls die Konstruktion erfolgreich ist, wollen wir sie in der kommenden Saison einführen."

 

 

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP Malaysia
Rennstrecke Sepang International Circuit
Artikelsorte News
Tags formel 1, pirelli, reifen