Piquets Kolumne: Wir haben gemeinsam gewonnen, wir können zusammen zurückschlagen

Motorsport.com-Kolumnist Nelson Piquet Jr hat einen steinigen Weg in der Formel E vor sich. Nach dem Titelgewinn in diesem Jahr scheint die neue Saison ganz anders zu laufen…

Für Fahrer und Ingenieure ist es normal, dass sie an Rennwochenenden frustriert sind, das ist Teil des Jobs. Wenn man aber gerade die Meisterschaft gewonnen hat und jetzt am Ende des Feldes fährt, ist es noch viel härter.

Das ist aber alles Teil des Rennsports – wir haben eine Bodenwelle erwischt, das kann jedem passieren – man muss nur McLaren anschauen. Die hatten keine Ahnung, dass sie in der Formel 1 in diesem Jahr so weit hinten sein würden. Sie wussten, dass sie mit Honda eine Eingewöhnungsphase haben würden, ich bin aber sicher, dass sie nicht gedacht hätten, dass es so schlimm sein würde.

Wir müssen jetzt eben noch härter arbeiten als letztes Jahr. Aufgrund des Reglements der Formel E ist das Design unseres Autos nun eingefroren, wir müssen am Auto alles optimieren, was wir können und versuchen, die bestmöglichen Ergebnisse zu erreichen.

Wir kennen unser Potential

Letztes Jahr haben wir gezeigt, was wir können. Wir haben die Meisterschaft mit einem Team gewonnen, in dem niemand erwartet hatte, den Titel zu gewinnen – oder sogar ein Rennen. Alle waren überrascht, als wir aufs Podium gefahren sind … dann ein Sieg … dann die Meisterschaft.

Als ich am Anfang zum Team kam, wusste ich, dass es ein kleines Team war und ich hatte keine Ahnung, dass wir die Meisterschaft gewinnen würden. Nachdem wir gewonnen hatten, dachte ich, 'wow, ich will mit diesem Team nicht nur weiter gewinnen, es war das Team, das mir die Chance gegeben hat, Weltmeister zu werden'.

Ich bin hier, weil ich das Rennfahren liebe und, weil ich etwas zurückgeben möchte. Ich habe tiefen Respekt für die Jungs, die in der ersten Saison an mich geglaubt haben.

Harte Arbeit

Wir lernen so viel wie möglich über die Abstimmung und Regenration des Autos, die Bremskraft und Stabilität – wir arbeiten auf allen Gebieten, an denen wir arbeiten können. Das Schlimmste, was wir sagen könnten, wäre, 'wir haben kein gutes Paket, also setzen wir uns hin, drehen Däumchen und tun nichts'. Das ist ein Entwicklungskampf und wir müssen jedes Gebiet optimieren, das wir optimieren können.

Wir waren in Saison eins zweifellos die Besten, wenn es ums Energiesparen ging. In dieser Saison ist das schwieriger, weil unser Auto viel schwerer ist, aber wir sind auf diesem Gebiet immer noch stark und werden in dieser Saison auf sehr aggressive Strategien setzen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erreichen.

Das ist unsere Chance neue Dinge auszuprobieren, denn wir wissen, dass wir in diesem Jahr nicht um die Meisterschaft mitfahren. Wieso sollten wir also nicht unterschiedliche Strategien ausprobieren? Vielleicht fällt hier oder da sogar ein Podium für uns ab.

Das Beste aus einer schwierigen Situation machen

Die Situation, in der wir uns befinden, ist nicht wie in einem Formel-1-Team, das sein Auto über das Jahr hinweg weiterentwickeln kann, zu jedem Rennen neue Upgrades bringen und gleichzeitig schon mit der Entwicklung des Autos für das nächste Jahr beginnen kann.

Es gibt nur eine begrenze Anzahl an Veränderungen, die wir am diesjährigen Auto vornehmen können. Aber wir können uns nicht einfach auf nächstes Jahr konzentrieren, wir müssen um jede Zehntel Sekunde an Fortschritt kämpfen, die wir in jedem Rennen dieser Saison erreichen können, damit wir das Gelernte beim nächstjährigen Auto anwenden können.

Als Team wissen wir, dass wir ein hartes Jahr vor uns haben, wir wissen aber auch, dass wir die Meisterschaft in der ersten Saison gemeinsam gewonnen haben, als das niemand erwartet hat.

Jeder Einzelne im Team arbeitet so hart er kann und ich bin überzeugt, dass wir es als Team schaffen werden, zurückzuschlagen.

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