22 schlägt 12: Barber-Pole für Simon Pagenaud vor Will Power

Sechs Tage nach seinem ersten Saisonsieg fährt Penske-Pilot Simon Pagenaud zu seiner ersten Pole-Position der IndyCar-Saison 2016 – Will Power auf P2, Juan Pablo Montoya auf P21.

Dass auch im Barber Motorsports Park ein Fahrer vom Team Penske auf die Pole-Position fuhr, ist die ganz große Überraschung nicht. Überraschender ist da schon, dass dies nicht IndyCar-Qualifyingspezialist Will Power, sondern Teamkollege Simon Pagenaud gelungen ist.

Im entscheiden dritten Qualifying-Segment zum Honda Indy Grand Prix von Alabama legte Pagenaud eine Rundenzeit von 1:06,726 Minuten auf die 3,83 Kilometer lange Naturrennstrecke mit ihren zahlreichen Steigungen und Gefällen. Will Power musste sich mit einer Zeit von 1:06,942 Minuten um mehr als zwei Zehntelsekunden geschlagen geben. In Kurve 5 hätte der Australier seinen Penske-Chevy beinahe aus der Kontrolle verloren.Ganz anders Pagenaud. "Das Auto lag einfach unglaublich gut, speziell auf den weichen Reifen", so der Polesitter. Nachdem er sich in seiner ersten Saison als Penske-Pilot (2015) noch schwer getan hatte, läuft es für Pagenaud derzeit wie am Schnürchen. Vor sechs Tagen errang der Franzose in Long Beach seinen ersten Sieg seit Juni 2014 (Houston). Nun ist ihm die erste Pole-Position seit Juni 2015 (Fontana) gelungen. In das am Sonntag anstehende Rennen geht Pagenaud als Tabellenführer.

Fotos: IndyCar im Barber Motorsports Park

Erster Verfolger der beiden Penske-Piloten Pagenaud und Power ist beim Start der Barber-Vorjahressieger: Josef Newgarden fuhr seinen Carpenter-Chevrolet auf den dritten Startplatz. IndyCar-Titelverteidiger und Ganassi-Speerspitze Scott Dixon, der die sechs bisherigen Auflagen des Honda Indy Grand Prix von Alabama allesamt auf dem Podest beendet, aber keines dieser Rennen gewonnen hat, startet von Platz vier.

Startplatz fünf holte sich Sebastien Bourdais, ist damit aber nicht ganz zufrieden. In Q2 hatte der Franzose am Steuer seines KV-Chevrolet nicht nur die Bestzeit, sondern auch einen neuen Barber-Streckenrekord aufgestellt: 1:06,600 Minuten ließen die drei Jahre alte Bestmarke von Scott Dixon (1:06,775 Minuten) verblassen.

Immerhin: Ein Honda-Pilot in den Top 6

Einen klitzekleinen Aufschwung gibt es im Honda-Lager zu verzeichnen. Dank Graham Rahal hatte der Hersteller mit Sitz im kalifornischen Santa Clarita diesmal immerhin ein Auto in den "Firestone Fast Six". In eben diesem letzten Qualifying-Segment reichte es für Rahal dann aber doch nur zur sechstschnellsten Zeit hinter den fünf Chevy-Piloten Pagenaud, Power, Newgarden, Dixon und Bourdais.

Indes gelang es zwei Piloten aus dem Lager vom Team Penske diesmal nicht, ins letzte Segment vorzustoßen. Während Helio Castroneves (7.) nur knapp an dieser Würde scheiterte, schaffte Juan Pablo Montoya noch nicht einmal den Q2-Einzug. Besser als Montoya machten es James Hinchcliffe (Schmidt-Honda; 8.), die verbliebenen drei Ganassi-Piloten Tony Kanaan (9.), Charlie Kimball (10.) und Max Chilton (11.) sowie Luca Filippi (Coyne-Honda; 12.).

Ergebnisübersicht: IndyCar im Barber Motorsports Park

Mikhail Aleshin (Schmidt-Honda) startet von Platz 13, nachdem er den Q2-Einzug um eine Tausendstelsekunde verpasst hat. Wie der Russe so verfehlten auch die beiden Foyt-Teamkollegen Jack Hawksworth (14.) und Takuma Sato (16.) den Einzug ins zweite Qualifying-Segment. Im zweiten Freien Training am Freitag hatten Hawksworth und Sato in umgekehrter Reihenfolge die Zeitenliste angeführt. Doch genau wie Markenkollege Hinchcliffe machten ihn am Samstag die weichen Firestone-Reifen (Reds) zu schaffen. Am Freitag wurde ausschließlich mit den harten Reifen (Blacks) gefahren.

Andretti Autosport einmal mehr nirgendwo

Fast schon traditionell große Probleme hatte die Honda-Truppe von Andretti Autosport. Der Q2-Einzug wurde in voller Mannstärke verpasst. Carlos Munoz ist auf Startplatz 15 noch der am besten klassierte Andretti-Pilot. Der zweimalige Barber-Sieger Ryan Hunter-Reay (18.) kam auf seiner schnellsten Q1-Runde in Kurve 8 mit dem linken Hinterrad in den Dreck und verlor viel Zeit.Alexander Rossi, dessen Andretti-Honda in Kooperation mit Bryan Herta Autosport eingesetzt wird, schaffte nur Startplatz 20. Nicht viel besser erging es Marco Andretti. Wie schon vor sieben Tagen in Long Beach, so fand der Sohn von Teambesitzer Michael Andretti auch diesmal überhaupt keinen Grip, wobei die Reifenmischung wenig Unterschied macht. Dass es statt des 21. Startplatzes nun der 19. geworden ist, ist ein verdammt schwacher Trost für Marco Andretti.

Juan Pablo Montoya auf dem letzten Startplatz

Der 21. und letzte Startplatz wird diesmal überraschend von Juan Pablo Montoya (Penske-Chevrolet) eingenommen. Ähnlich wie Andretti, so war auch der Kolumbianer mit dem Handling seines IndyCars überhaupt nicht zufrieden. "Ich hatte einfach zu viel Untersteuern und hätte meine Rundenzeit x-mal wiederholen können", bemerkte Montoya kopfschüttelnd.

Zwar fehlten dem Vize-Champion des vergangenen Jahres auf die Q1-Zeit seines Penske-Teamkollegen Will Power weniger als 0,9 Sekunden, doch damit war Montoya Langsamster in der zweiten Q1-Gruppe und startet somit von ganz hinten. Die Schlussfolgerung des Kolumbianers: "Jetzt müssen wir es im Rennen über eine andere Strategie versuchen."

Neue Regeln für Qualifying und Boxengasse

Der Honda Indy Grand Prix von Alabama geht über eine Distanz von 90 Runden und beginnt am Sonntag kurz nach 21:30 Uhr MESZ.

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Über diesen Artikel
Rennserien IndyCar
Veranstaltung Birmingham
Rennstrecke Barber Motorsports Park
Fahrer Simon Pagenaud
Teams Team Penske
Artikelsorte Qualifyingbericht