Kolumne von Randy Mamola: Rossi kennt bereits seinen neuen Feind

In seiner neuen Kolumne für Motorsport.com schreibt der ehemalige Motorrad-Rennfahrer Randy Mamola über die MotoGP-Tests in Valencia und was sie für die Saison 2017 bedeuten.

Lorenzo bei Ducati

Jorge Lorenzos Debüt bei Ducati war das Gesprächsthema Nummer 1 in Valencia. Und er hat nicht enttäuscht. Ab dem Zeitpunkt, als das Tor der Box hochgelassen wurde, wuchs das Lächeln in Lorenzos Gesicht. So hat er sich bei Yamaha nie gefühlt.

Einige befürchteten, der erste Ritt auf dem neuen Bike würde für Lorenzo ein Schock werden. Da er nicht darüber sprechen durfte, wollen wir nicht spekulieren, wie es für ihn war. Allerdings war seine Mimik sehr positiv.

Ich war an der Strecke und habe ihn beobachtet. Es war Jorge, der seinen Stil fuhr. Es ist wahr,  am 2. Tag beendete er den Test rund 7 Zehntelsekunden hinter dem Schnellsten. Dieser Abstand ist auf einer solch kurzen Strecke gewaltig. Es war jedoch sein 1. Mal auf diesem Motorrad.

Vinales ist sehr schnell

Maverick Vinales ist von Suzuki zu Yamaha gewechselt. Schon das Bike, was er in Valencia fuhr, ist eine verbesserte Version des Bikes, das er bereits in den vergangenen 2 Jahren fuhr. Die Motorräder teilen sich dieselbe DNS, wobei Yamahas Bike ein Feintuning erlebt hat.

Am Dienstag, seinem 1. Tag, übertrieb es Vinales mit seinen Manövern etwas. Am Mittwoch hatte er das Bike trotz seiner aggressiven Fahrweise unter Kontrolle. Um die neue Situation zu meistern, hat Vinales Ramon Forcada neben sich. Der Spanier ist ein sehr erfahrener Ingenieur, der ihm sicher viel helfen wird.

Vinales wurde auf der Suzuki GSX-RR immer schneller, auf der Yamaha M1 war er von Beginn an sehr schnell. Er hat sich sehr schnell angepasst. Meiner Meinung nach wird er Valentino Rossi und Marc Marquez von Beginn an unter Druck setzen.

Iannone im Scheinwerferlicht von Suzuki

In den vergangenen 2 Saisons fuhren Aleix Espargaro und Vinales auf dem Bike von Suzuki sehr aggressiv. Andrea Iannone war jedoch noch ein Tick aggressiver. Daher wundert mich sein Tempo auf der GSX-RR nicht.

Iannones Wechsel zu Suzuki ist sehr positiv, denn nun hat das Team einen Fahrer, der weiß wie es ist, zu gewinnen. Ist er in der Lage, die Führungsrolle zu übernehmen? Nur Ducati kann diese Antwort derzeit geben. Ich habe da meine Zweifel. Doch Iannone ist in der Lage, ans Limit zu gehen.

Zudem sitzt Iannone nun auf einem guten Bike. Hätte es in Malaysia nicht geregnet, hätte Vinales sicher um den Sieg gekämpft. Iannone ist einer der energiereichsten Fahrer im Feld. Sein Kampf mit Valentino Rossi war atemberaubend und der Grund, warum man ihn den "Maniac" nennt.

Rossi und sein neuer Feind

Valentino Rossi hat eine Menge Arbeit vor sich, wenn er Vinales schlagen will. Sein Auftreten wird sich im Gegensatz zu den vergangenen Jahren jedoch sicher ändern, denn damals legte sich Lorenzo mit ihm an und schlug ihn. Nun weiß der Italiener wie es sich anfühlt und kann sich darauf vorbereiten.

Dorch Rossi ist auch ein intelligenter Typ, der alle psychologischen Tricks kennt. Man darf zudem nicht vergessen, dass Valencia nur ein Test war. Falls Vinales schneller als Rossi ist, wird der Italiener alles tun, um das Blatt zu wenden. Er würde die Situation aber auch akzeptieren.

Meiner Meinung nach wird die Beziehung zwischen den beiden Yamaha-Fahrern in den kommenden 6 Monaten kaputt gehen. Rossi hat nach einigen Rennen gesagt, er sei nicht schnell genug gewesen. Das ist der Beweis dafür, dass Rossi keinen schnelleren Fahrer neben sich akzeptiert. Rossi wird deshalb vorne mitfahren und Rennen gewinnen.

Rossi ist 37 Jahre alt und noch immer hungrig. Viele Leute verstehen nicht, wie viel Glück wir haben, dass er noch immer fährt. Sie werden es erst merken, wenn er aufhört. Bis dahin bleibt mir nur, mich vor ihm zu verbeugen.

Hondas Urknall

Marquez und Rossi verlangen dieselben Dinge von ihren Teams: Eine bessere Beschleunigung. Hondas Lösung ist für den Spanier nicht gut genug. Das gleiche gilt auch für Rossis Bike. In der vergangenen Saison hat Marquez das Defizit im Kurveneingang kompensiert. Doch er bezahlte dafür mit einigen Unfällen.

Maruqez mag es nicht, konservativ zu fahren, doch er dazu einige Male dazu gezwungen. Er hat Reife und seine Anpassungsfähigkeit bewiesen. Das heißt nicht, dass er es mochte. Er will aggressiv in den Kurven fahren und gleichzeitig beim Beschleunigen mit den anderen Fahrern mithalten können.

Was ich von der Strecke gehört habe, ist Hondas Motor nun ein echter Urknall (2 Zylinder zünden gleichzeitig). Das bedeutet, Honda hat alles dafür gegeben, seinem Top-Fahrer den bestmöglichen Motor zu liefern. 

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Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP
Fahrer Valentino Rossi , Jorge Lorenzo , Marc Marquez , Andrea Iannone , Maverick Vinales
Teams Yamaha Factory Racing , Repsol Honda Team , Team Suzuki MotoGP
Artikelsorte Kommentar
Tags kolumne, mamola, motogp, testfahrtenv, valencia