Nicky Hayden: Ich bin ein Softie!

Nach seinem Einsatz beim Aragon-GP hatte Nicky Hayden seiner WorldSBK-Crew schon versprochen, keine Ausflüge in die Grand-Prix-Szene mehr zu reiten. Doch es kam anders und beim Honda-Werksteam konnte der Ex-Weltmeister nicht widerstehen.

Dieses Wochenende wird Nicky Hayden erneut in der MotoGP unterwegs sein und den Australien-Grand-Prix für das Team bestreiten, mit dem er 2006 Weltmeister wurde: Die Repsol Honda Werksmannschaft. Dort ersetzt er den verletzten Dani Pedrosa, der sich im Training von Japan das Schlüsselbein brach.

Hayden zögerte dabei keine Sekunde, als er den Anruf der HRC bekam. "Ich liebe es, Motorradrennen zu fahren und als ich angerufen wurde, habe ich sofort gedacht, dass eine tolle Chance ist, hier her zurückzukommen, nach zehn Jahren wieder bei Repsol Honda auf das Motorrad, mit dem ich Weltmeister wurde", sagte er in der Pressekonferenz. Hayden gewann 2006 die Gesamtwertung der MotoGP. "Das war für mich immer mein Traumteam, als ich noch klein war."

"Okay, dann kam der Anruf und ich habe mir das mit 'Nicht-Mehr-GP' auf nächstes Jahr geschoben. Wie gesagt, ich bin ein Softie und kann nicht 'Nein' sagen." - Nicky Hayden

Hayden war bereits in Aragon eingesprungen, damals ersetzte er aber im MarcVDS-Team den verletzten Jack Miller. Danach standen die Superbike-WM-Läufe in Frankreich und Spanien auf dem Programm, letzten Sonntag noch war Hayden in Jerez unterwegs. Kommende Woche geht es in Katar weiter.

"Ich habe meinem Crewchief in Magny-Cours, als ich keinen guten Freitag gehabt habe, gesagt, dass ich nicht mehr GP fahre, mich nur hier drauf konzentriere", kommentierte er seine Superbike-Verpflichtungen.

"Okay, dann kam der Anruf und ich habe mir das mit 'Nicht-Mehr-GP' auf nächstes Jahr geschoben. Wie gesagt, ich bin ein Softie und kann nicht 'Nein' sagen."

Phillip Island habe er schon immer zu seinen Lieblingsstrecken gezählt, besonders, weil sie "links rum geht" und er schnelle Strecken möge. "Ich hatte hier ein paar gute Pole-Positions und Rennen. Das ist eine der besten Strecken in der Welt, kein Zweifel."

Startnummern bereits geklebt

Nicky Hayden
Nicky Hayden in seiner WM-Saison 2006 auf der Werks-Honda.

Foto Repsol Media

Als Hayden am Donnerstag in die Repsol-Honda-Box kam, war seine RC213V bereits mit der Startnummer 69 beklebt.

"Als ich heute in die Box bin und meine Startnummer auf den Maschinen gesehen habe, das war schon emotional", gestand er mit etwas zittriger Stimme. "Das Team hat eine unglaubliche Geschichte, Honda war extrem loyal zu mir."

"Ich möchte mich auch bei meinem Honda World Superbike Team und den Sponsoren bedanken. So leicht, wie es sich anhört – Spring ins Flugzeug und fahr das Motorrad – so einfach ist es nicht."

"Du hast viele verschiedene Sponsoren, teilweise konkurrierende. Das muss aussortiert werden. Gott sei Dank hat sich da aber niemand in den Weg gestellt."

Das war zum Beispiel auch der Grund, warum Cal Crutchlow nicht einspringen konnte, der das Jahr über schon für die Werks-Mannschaft zugearbeitet und getestet hat.

"Es wird ein spannendes Wochenende und ich hoffe, dass wir ein ganz paar Hondas vorn sehen und es wäre toll, wenn er bei der Party mitmischt." - Cal Crutchlow

"Ich fahre für LCR und das ist ein Interessenkonflikt. Ich habe dem Werksteam über das Jahr geholfen und etwas für sie getestet und ihnen die Informationen gegeben. Auch bin ich ein Monster-Fahrer und sie haben einen anderen Energy-Drink-Hersteller als Sponsor", kommentierte Crutchlow.

"Es ist aber schön auch Nicky wieder zu sehen. Es wird ein spannendes Wochenende und ich hoffe, dass wir ein ganz paar Hondas vorn sehen und es wäre toll, wenn er bei der Party mitmischt", rundete Crutchlow ab.

"Ich bin sehr stolz, dass ich jetzt hier sein darf", so Hayden weiter. "Aber jetzt muss ich auch ein paar gute Ergebnisse holen und morgen das Gas richtig aufreißen."

Anpassungen von Pedrosa auf Hayden

An der Maschine, die Hayden fahren wird, müssen schon vor dem ersten Training einige Anpassungen vorgenommen werden. Pedrosa ist 1,58 Meter groß, Hayden 1,67 Meter.

"Ja, unsere Größe ist ziemlich anders, die Fußrasten, die Lenkerstummel, der Tank und so weiter", kommentierte Hayden, was umgebaut wird.

"Das Fahrwerk nicht so sehr, ich bin etwas schwerer, da brauche ich hinten eine stärkere Feder, aber ansonsten nicht viel."

Es ist auch bekannt, das Pedrosa ein "altes" Dashboard fährt, mit klassischem Analog-Zeiger-Drehzahlmesser. Hayden bekommt ein digitales.

"Das Dashboard ist auch etwas anders als das, was ich in Aragon hatte. Aber ansonsten vor allem die Startnummer und dann muss ich sehen, wie es sich fahren lässt."

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Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP , Motorrad
Veranstaltung GP Australien
Rennstrecke Phillip Island Grand Prix Circuit
Fahrer Nicky Hayden
Teams Repsol Honda Team
Artikelsorte News
Tags australiangp, australien, großer preis von australien, motogp