Valentino Rossi: „Die Entscheidung fiel nicht auf der Strecke“

Motorrad-Superstar Valentino Rossi spricht nach dem MotoGP-Finale in Valencia von Wettbewerbsverzerrung und kritisiert Marc Marquez für dessen Verhalten.

Denn Rossi ist davon überzeugt: Honda-Fahrer Marquez hat als Unbeteiligter in den MotoGP-Titelkampf eingegriffen und die WM-Entscheidung beeinflusst – zu Ungunsten von Rossi, dem am Ende nur Gesamtrang zwei hinter Yamaha-Teamkollege Jorge Lorenzo blieb.

„Lorenzo kann damit nicht zufrieden sein“, sagt Rossi. „Die Entscheidung fiel nicht auf der Strecke.“

„Wir hatten diese Saison vom ersten Rennen an solide aufgebaut. Und es war ja auch eine großartige Saison. Ich war stets konkurrenzfähig und habe keine Fehler gemacht.“

„Ich denke, nach Motegi befand ich mich auch in einer Position, die Gesamtwertung für mich zu entscheiden. Doch ab dem Rennen in Phillip Island war alles anders.“

„Etwas hat sich in den letzten drei Rennen verändert“, meint Rossi. „Etwas, das wir in unserem Sport noch nie zuvor gesehen hatten.“

Mit seiner passiven Fahrweise in Valencia habe Marquez eine Grenze überschritten, erklärt MotoGP-Routinier Rossi. „Die Situation war ja vorher schon mies, aber diese Nummer war einfach nur peinlich für alle Beteiligten. Es war so unglaublich.“

Das Verhalten von Marquez ist schlecht, vor allem für den Sport. Das konnte keiner erwarten. Denn ein Honda-Fahrer hat einem Yamaha-Piloten zum Sieg verholfen und im Gegenzug das Äußerste getan, um seinen Teamkollegen von der Linie zu befördern.“

Der Sport leide unter einem solchen Verhalten, meint Rossi. „Aber so ist es nun einmal und wir müssen es akzeptieren.“

Er könne dennoch mit erhobenem Haupt in die Winterpause gehen. „Denn jetzt sieht jeder, was ich schon in Australien aufgezeigt habe“, sagt Rossi und verweist darauf, dass er Marquez bereits vor Wochen eines falschen Spiels bezichtigt hatte.

In Valencia habe der Honda-Fahrer absichtlich nicht gewonnen, so Rossi weiter. Marquez habe Yamaha-Pilot Lorenzo damit den Titelgewinn ermöglicht.

„Natürlich waren die Hondas schneller“, sagt Rossi. „Wir wissen ja, dass sie in der zweiten Rennhälfte besser zurechtkommen. Doch Marquez hat Lorenzo einfach in Ruhe gelassen, wie schon in Phillip Island und wie auch in Sepang.“

„Ich verstehe dieses Verhalten einfach nicht. Ich hoffe einfach nur, er versteht irgendwann in der Zukunft, was er in diesen drei letzten Saisonrennen angerichtet hat.“

Marquez ist sich indes keiner Schuld bewusst. Er habe bewusst abgewartet, um in den Schlussrunden zu attackieren, sagte er nach dem Finallauf in Valencia.

Lorenzo wiederum meint, er habe überhaupt keine Schützenhilfe gebraucht, weil die Statistiken der MotoGP-Saison 2015 ihn ohnehin als besten Fahrer des Jahres ausweisen würden.

 

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Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP
Veranstaltung GP von Valencia
Unterveranstaltung Nach dem Rennen, Sonntag
Rennstrecke Valencia
Fahrer Valentino Rossi , Jorge Lorenzo , Marc Marquez
Artikelsorte News