Yamaha am Boden: Die Erklärungen von Valentino Rossi und Jorge Lorenzo

Auf der Verfolgung von Marc Marquez stürzten beim MotoGP-Rennen in Motegi sowohl Valentino Rossi als auch Jorge Lorenzo. Die Aussagen sind unterschiedlich.

Die Chancen waren gering, aber vorhanden. Beim Start des Grand Prix von Japan in Motegi hatten sowohl Valentino Rossi als auch Jorge Lorenzo noch die Möglichkeit, Marc Marquez' 1. Matchball zum Gewinn des MotoGP-Titels 2016 abzuwehren. Doch für die beiden Yamaha-Werkspiloten endete der Ausflug nach Japan mit einer doppelten Pleite.

Polesitter Rossi verlor die Führung direkt am Start. In der 7. von 24 Runden stürzte "The Doctor" auf der Verfolgung von Spitzenreiter Marquez in Kurve 10, der Haarnadel am östlichen Ende des Twin Ring Motegi. Rossi war das Vorderrad seiner Yamaha weggerutscht.

Auch Lorenzo, der am Samstagvormittag schwer gestürzt war, kam nicht ins Ziel. Nach Rossis Sturz auf Rang 2 liegend, rutschte auch dem Spanier auf Rang 2 liegend das Vorderrad seiner M1 weg, und zwar in Runde 20 in Kurve 9, der sogenannten V-Kurve.

Während Marquez im Anschluss an die beiden Yamaha-Stürze die Konzentration schwer fiel, der Honda-Pilot den Sieg und damit den WM-Titel schließlich aber doch souverän an Land zog, schoben Rossi und Lorenzo Frust.

Rätselraten bei Rossi

"Normalerweise kündigt sich ein Sturz an, aber ich spürte nichts. Es war eine komplette Überraschung für mich", zeigt sich Rossi konsterniert und berichtet: "Ich habe attackiert, denn ich wollte Marc einholen. In dieser Runde wollte ich ihn aber gar nicht überholen. Ich wollte nichts Verrücktes tun. Meine Sektorzeiten waren ganz ähnlich wie in der Runde zuvor. Ich war konzentriert und fühlte mich gut. Mit dem Sturz hatte ich nicht gerechnet."

Im Gegensatz dazu hat Lorenzo für seinen Vorderradrutscher und den daraus resultierenden Sturz durchaus eine Erklärung: "Ich bin enttäuscht, denn wir haben am Vorderrad die falsche Reifenwahl getroffen. Wir haben auf die Medium-Mischung gesetzt, aber die lag uns am gesamten Wochenende nicht. Nachdem ich im 4. Freien Training keine Vibrationen damit gespürt hatte und es heute wärmer war, haben wir uns trotzdem für diese Mischung entschieden."

Lorenzo ärgert sich über Entscheidung vor dem Start

Rückblickend kommt Lorenzo zum Schluss: "Mit der Soft-Mischung wäre es wohl deutlich besser gelaufen. Schade, denn beim Aragon-Rennen trafen wir eine großartige Reifenwahl und ich fuhr ein gutes Rennen. Hier war es jetzt genau das Gegenteil." Immerhin: Nach dem brutalen Highsider vom Samstagvormittag hält der Vorjahresweltmeister fest: "Zusätzlich verletzt habe ich mich nicht. Ich bin aber enttäuscht, dass wir eine große Chance weggeworfen haben, Rang 2 in der Weltmeisterschaft zu übernehmen."

So kam es, dass Wildcard-Starter Katsuyuki Nakasuga auf Platz 11 der bestplatzierte Fahrer einer Werks-Yamaha war. "Schade, denn wir waren stark", meint Rossi, gesteht aber auch: "Marc zu schlagen, wäre letztendlich wohl schwierig geworden, aber ich konnte an ihm dranbleiben und hätte mit ihm kämpfen können." Lorenzo bestätigt: "Ich konnte an Marc dranbleiben und hätte um den Sieg kämpfen können. Wir haben eine große Chance weggeworfen, hier zu gewinnen."

Nun, da Marquez seinen 3. MotoGP-Titel bereits beim 15. von 18 Saisonrennen sichergestellt hat, geht es für die Yamaha-Teamkollegen Rossi und Lorenzo um den Vizetitel. In diesem Kampf reist Rossi mit 14 Punkten Vorsprung zum Grand Prix von Australien am kommenden Wochenende auf Phillip Island. Allerdings kann auch Suzuki-Pilot Maverick Vinales, der in der Saison 2017 die Yamaha von Lorenzo übernimmt, noch Vizeweltmeister 2016 werden.

 Mit Informationen von Oriol Puigdemont

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Über diesen Artikel
Rennserien MotoGP
Veranstaltung GP Japan
Rennstrecke Twin Ring Motegi
Fahrer Valentino Rossi , Jorge Lorenzo
Teams Yamaha Factory Racing
Artikelsorte News
Tags japan, lorenzo, motegi, motogp, nullnummer, pleite, rossi, sturz, yamaha