Kyle Busch hat die NASCAR-Krone!

Kyle Busch setzt sich gegen Kevin Harvick durch und holt seinen ersten NASCAR-Titel – Jeff Gordons „Drive for Five‟ bleibt ein Wunschtraum.

Kyle Busch ist der NASCAR-Champion 2015. Der 30-jährige Gibbs-Pilot hielt auf dem Homestead/Miami-Speedway Kevin Harvick (Stewart/Haas-Chevrolet) in Schach und gewann damit zum ersten Mal in seiner Karriere den Titel.

Im Homestead-Finale (alle Fotos in der Bildergalerie!) musste der jüngere Busch-Bruder noch einen kitzeligen Restart überstehen, aber gegen den Speed seiner Startnummer 18 war am Sonntagabend kein Kraut gewachsen.

So gewann Kyle Busch das Rennen letztlich souverän. Harvick wurde, wie so oft in der Saison 2015, nur Zweiter.

Elf Jahre nach Kurt Busch 2004 kann sich nun also auch Kyle Busch als NASCAR-Champion bezeichnen. Für Motorenlieferant Toyota war es ebenfalls der erste Sprint-Cup-Titel.

„Das ist einfach unglaublich‟, jubelte der frischgebackene Titelträger in der Victory Lane. „Ein Traum ist wahr geworden. Nach all dem, was in diesem Jahr passiert ist, kann ich das alles gar nicht glauben. Diesen Titel widme ich meiner Frau, meiner Familie und all denen, die dabei mitgeholfen haben, dass ich jetzt hier stehen kann.‟

 

Das Comeback des Jahres

In der Tat war es für Kyle Busch ein äußerst turbulentes Jahr, denn seine Geschichte ist die Comeback-Story der Saison.

Im Februar, einen Tag vor dem Daytona 500, brach er sich bei einem schweren Unfall im Xfinity-Rennen beide Beine. Im Mai wurde er zum ersten Mal Papa und hatte bei seinem NASCAR-Comeback nicht weniger als elf Sprint-Cup-Saisonrennen verpasst.

Eigentlich wäre er durch diese verpassten Rennen kein Chase-Kandidat gewesen, aber NASCAR gab, wie es im Verletzungsfall üblich ist, auch für Kyle Busch eine Ausnahmegenehmigung.

Die zweite Ausnahmeregel, eine Platzierung in den Top 30, kippten die Regelhüter jedoch nicht.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Nach seinem Comeback gewann Kyle Busch fast hintereinander die Rennen in Sonoma, Kentucky, Loudon und Indianapolis.

Wenige Wochen später schaffte er tatsächlich auch punktemäßig den Sprung unter die Top 30 und war damit für den Chase 2015 qualifiziert.

Kein Zweifel: Seit vielen Jahren gilt Kyle Busch als eines der größten Fahrtalente im NASCAR-Zirkus, aber in den Playoffs ging regelmäßig so gut wie alles schief.

Zwar siegte er 2005 im Chase-Rennen von Phoenix, doch damals stand Youngster Busch nicht in den Playoffs.

Umso passender war das, was am Sonntagabend in Homestead geschah: Kyle Busch gewann sein erstes Chase-Rennen als Playoff-Teilnehmer und sicherte sich damit den Titel.

Harvick und Jeff Gordon geschlagen

Es ist ebenfalls irgendwie passend, dass sich Harvick 2015 mit dem Vize-Titel zufrieden geben muss: Der Kalifornier fuhr in Homestead in dieser Saison zum 13. Mal (!) auf Platz zwei.

„Wir hatten heute niemals den nötigen Speed‟, bilanzierte Harvick. „Irgendwie passt dieser zweite Rang zu unserem Jahr.‟

Natürlich war im Vorfeld das 797. und letzte Sprint-Cup-Rennen von Jeff Gordon das ganz große Thema. Doch sein „Drive for Five‟ wird nun nicht mehr Realität werden: Von Handlingsproblemen geplagt, kam Gordon nur auf Rang sechs ins Ziel.

 

Das gleiche Balance-Schicksal erlebte Martin Truex Jr., der in seinem Furniture-Row-Chevy nur Zwölfter wurde.

Nach einer fast zweistündigen Verspätung aufgrund der erwarteten Südflorida-Gewitter entwickelte sich ein normales Homestead-Rennen mit nur sieben Gelbphasen und langen Green-Flag-Runs.

Das Penske-Duo Brad Keselowski (3.) und Joey Logano (4.) sammelte insgesamt 158 Führungsrunden, hielt sich im Finale Kyle Busch gegen Kevin Harvick jedoch dezent auf Beobachterdistanz.

Fünfter wurde Kyle Larson (Ganassi-Chevrolet), der sich wohl am meisten über die siebte und letzte Gelbphase ärgern wird. Denn Larson hatte sich zuvor an den zu diesem Zeitpunkt führenden Keselowski herangearbeitet und begann gerade damit, massiv Druck auszuüben.

Doch dies wird in den Geschichtsbüchern der NASCAR rund eine kleine Randnotiz bleiben, denn der Triumphator der Homestead-Abends heißt natürlich Kyle Busch.

Oder anders formuliert: Die „Rowdy-Nation‟ hat nach langer Wartezeit zum ganz großen Wurf ausgeholt.

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Über diesen Artikel
Rennserien NASCAR Sprint-Cup
Fahrer Jeff Gordon , Kevin Harvick , Kyle Busch
Teams Joe Gibbs Racing
Artikelsorte Rennbericht