Thriller in Homestead: Daniel Suarez erringt NASCAR Xfinity-Titel 2016

Der 1. Titel in der Chase-Ära der 2. NASCAR-Liga geht nach dramatischem Kampf beim Saisonfinale in Homestead an den Mexikaner Daniel Suarez.

NASCAR hat am Samstag auf dem Homestead-Miami Speedway den 2. von 3 Champions der Saison 2016 gekrönt – und wie! Genau wie in Liga 3, der Truck-Serie, so wurde auch die Titelentscheidung in Liga 2, der Xfinity-Serie, in dieser Saison erstmals im Chase-Format ausgefahren. Die Art und Weise war jedoch eine ganz andere.

Die 4 punktgleich angetretenen Finalkandidaten für den Xfinity-Titel waren Elliott Sadler und Justin Allgaier (beide JR-Chevrolet) sowie Daniel Suarez und Erik Jones (beide Gibbs-Toyota). Anders als im Truck-Rennen am Freitagabend tobte dieser Vierkampf diesmal jedoch auch um den Rennsieg.

Dramatischer Vierkampf um Rennsieg und Titel

Gut 50 Runden vor Schluss des 200-Runden-Rennens lagen die 4 Titelanwärter auf den Positionen 1 bis 4, doch mit noch 49 Umläufen auf der Uhr musste sich Routinier Elliott Sadler zunächst mit einem nachhaltigen Mauerkontakt und wenig später mit einem verpatzten Boxenstopp aus der Entscheidung um Sieg und Titel verabschieden – scheinbar.

30 Runden nach Sadlers Mauerkontakt erwischte auch dessen JR-Teamkollege Justin Allgaier auf der oberen Linie die Mauer. Damit wurde es dem Vierkampf um den Titel zunächst ein Privatduell zweier Gibbs-Teamkollegen. 15 Runden vor Schluss streifte aber auch Erik Jones ganz oben fahrend die Mauer. Damit hatte Daniel Suarez freie Bahn zu Sieg und Titel – scheinbar.

Letzter Restart: Hinterbänkler als Zünglein an der Waage

Doch 9 Runden vor Schluss brachte Ray Black Jr. (Green-Light-Chevrolet) mit einem Dreher in Turn 4 die 8. Gelbphase heraus. Der bereits aussichtslos zurückliegende Sadler zockte sich mit nur 2 frischen Reifen in Führung. Indes hatte JR-Teamkollege Allgaier zum ungünstigsten Zeitpunkt einen schlechten Boxenstopp, weil einer der Mechaniker stolperte.

Fotos: NASCAR Xfinity-Saisonfinale in Homestead

Beim entscheidenden Restart hatte Sadler allerdings noch Cole Whitt vor sich, der mit seinem TriStar-Toyota komplett auf einen Reifenwechsel verzichtet hatte und sich damit als komplett Unbeteiligter im Titelkampf dennoch in diesen einmischte.

Whitt wählte die Außenbahn, weshalb Sadler die ungünstigere Innenbahn nehmen musste. Beim Restart kam Sadler nicht optimal weg, doch Erik Jones, der direkt hinter Whitt Aufstellung nehmen musste, wurde komplett eingeklemmt, weil Whitt mit seinen abgefahrenen Reifen noch schlechter wegkam als Sadler.

Historischer Triumph für Daniel Suarez

Im Kampf um die Führung zog Daniel Suarez wenige Sekunden nach dem Restart an Sadler vorbei und hatte 3 Runden später seinen 3. Saisonsieg und mit diesem auch den Titel in der Tasche. Unterm Strich holte sich Suarez von den 200 möglichen Führungsrunden beim Finale deren 133, weshalb der Triumph alles andere als unverdient ist.

"Ich bin so stolz auf alle, die mich unterstützt haben: meine Eltern, meine Partner, meine Sponsoren", so Suarez überglücklich in der Victory Lane. Der seiner Aussage zufolge schwierigste Teil im Zuge seines Aufstiegs? "Englisch zu lernen", grinste der 24-jährige Mexikaner in die Kameras.

Fakt ist: Mit dem Gewinn des Xfinity-Titels hat Daniel Suarez einmal mehr Geschichte geschrieben, denn ein Jahr nach Gewinn des Rookie-Titels hat er nun auch den Gesamttitel in der 2. NASCAR-Liga in der Tasche. In beiden Fällen ist er der 1. außerhalb der USA geborene Fahrer, dem dies gelungen ist.

Elliott Sader blieb nach dem schlechten letzten Restart immerhin noch Platz 3, damit aber wie schon in den Jahren 2011 und 2012 nur der Vizetitel. Justin Allgaier wurde 6. und damit Gesamtdritter. Der vierfache Saisonsieger Erik Jones kam aufgrund des diskussionswürdigen Schachzugs von Cole Whitt schließlich nur auf Platz 9 ins Ziel und hat damit seine Rookie-Saison in der Xfinity-Serie auf dem 4. Gesamtrang abgeschlossen.

Rennergebnis: NASCAR Xfinity-Saisonfinale in Homestead

Im Schatten des dramatischen Kampfs um Rennsieg und Titel brachte Kyle Larson im 2. Teil seines Homestead-Triples Platz 7 ins Ziel, nachdem er im Truck-Rennen am Freitagabend nach den meisten Führungsrunden 4. geworden war.

Neben dem packenden Kampf an der Spitze war die optisch dramatischste Szene im Rennen ein Crash in Runde 137 auf der Gegengerade. Auslöser war ein Reifenschaden am Roush-Ford von Ryan Reed.

Die nachfolgenden Jordan Anderson (Precision-Chevrolet) und Jeremy Clements (Clements-Chevrolet) kollidierten, woraufhin Andersons Chevy Camaro im Motorraum spektakulär Feuer fing. Im Sinne der Aufräumarbeiten kam für wenige Minuten die Rote Flagge heraus. Daraufhin wurde die nicht weniger heiße Schlussphase eingeläutet.

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Über diesen Artikel
Rennserien NASCAR Xfinity
Veranstaltung Homestead
Rennstrecke Homestead-Miami Speedway
Fahrer Elliott Sadler , Justin Allgaier , Cole Whitt , Daniel Suarez , Erik Jones
Teams JR Motorsports , Joe Gibbs Racing , TriStar Motorsports
Artikelsorte Rennbericht
Tags chase, homestead, mexiko, nascar, saisonfinale, xfinity