Analyse: Wie ein Königreich am Golf 5 Weltmeister krönte

Das gab es noch nie. An nur einem Wochenende wurden 5 Fahrer in FIA/CIK-Serien an einem Ort zum Weltmeister gekrönt: Auf dem Bahrain International Circuit.

Seit Bahrain 2004 zum ersten Mal Gastgeber des Formel-1-Grand-Prix in der Region war, war das Land Trendsetter für andere Staaten in der Region – insbesondere Katar und Abu Dhabi – die dem Beispiel auf ähnliche Weise gefolgt sind.

Vergangenes Wochenende setzte Bahrain einen historischen Meilenstein, als 3 FIA/CIK Weltmeisterschaften an einem Ort entschieden wurden: Die FIA Langstreckenweltmeisterschaft (WEC) und die CIK-FIA Kart- und Junior-Kart-Weltmeisterschaft.

Alles in allem wurden 5 Weltmeister – Neel Jani, Romain Dumas, Marc Lieb, Pedro Hiltbrand und Victor Martins – innerhalb weniger Stunden zum Champion gekrönt. Das Event fand im Rahmen des Bahrain Motorsport Festival mit 268 Fahrern aus 35 Ländern statt.

"Für uns war das ein ganz besonderes Wochenende. Ich glaube, es wurden zum ersten Mal in der Geschichte 3 der insgesamt 8 FIA- und CIK-Weltmeisterschaften am selben Tag entschieden", sagte Scheich Salman bin Isa Al Khalifa, der Geschäftsführer des Bahrain International Circuit, gegenüber Motorsport.com.

"In diesem Jahr gab es 3 Elemente, die zusammenkamen und es zu einem Motorsportfestival machten. Erstens hatten wir die WEC und dann zwei Kart-Weltmeisterschaften.

"Das Kart-Event war etwas Besonderes: Zwei Weltmeister wuden in zwei einmaligen Rennen gekrönt. Ich denke, wir hatten 100 Fahrer in der Junior- und 47 in der Senior-Kategorie. Ich erinnere mich an das letzte Mal, als wir 2013 ein ähnliches Event hatten, da fuhr Max Verstappen mit. Und drei Jahre später haben wir ihn in einem Formel-1-Rennen."

Video: Scheich Salman über das BIC Festival...

Die eigene Geschichte aufbauen

Das Insel-Königreich am Golf war im Laufe der Jahre Gastgeber von 12 Formel-1-Grands-Prix und allen möglichen Meisterschaften – sogar inklusive der australischen V8 Supercars, der GP2, Formel 3, FIA GT und lokaler Serien.

"Wir versuchen, das Zuhause des Motorsports im Nahen Osten zu sein", sagte Scheich Salman. "Der nahe Osten ist ein wichtiger Teil jeder Weltmeisterschaft und unser Engagement im Motorsport ist langfristig."

"Wir versuchen, alle Aspekte der Rennkalender hierher zu bringen. Wir haben die Formel 1 am Anfang des Jahres und am Ende des Jahres haben wir ein Langstreckenrennen mit den 6 Stunden von Bahrain. Die sind beide ein sehr wichtiger Teil, die Motorsportkultur in die Region zu bringen."

"Als wir 2004 anfingen, waren wir die erste Strecke, dann kamen andere Strecken dazu wie Dubai, Abu Dhabi und Katar, und sie alle helfen dabei, diese Motorsportkultur aufzubauen. Ich denke nicht, das wir miteinander konkurrieren, aber wir ergänzen uns in der Region. Solange sich unsere Kalender nicht überschneiden kommt es allen zugute."

"Wir sind sehr stolz auf unsere Rennen hier. Das Saisonfinale der WEC in diesem Jahr war fanstastisch und wir haben ihnen geholfen, ein Rennen im nahem Osten hinzuzufügen. Es war großartig, all die Hersteller und Technologie in der WEC zu sehen und als Rennstrecke ist es wichtig, diese Beziehungen zu Porsche, Toyota, Ferrari, Ford und den anderen Herstellern zu haben. Es geht also nicht nur um das Wochenende, man kann für das ganze Jahr Geschäft machen."

"Wir fühlten uns sehr geehrt, dass Audi hier nach 18 Jahren so großen Erfolgen sein letztes Rennen gewonnen hat, dem Erfolg in Le Mans und Mark Webbers letztes Rennen!

Rennen unter Flutlicht

Seit 2014 wird der Grand Prix von Bahrain unter Flutlicht ausgetragen und die WEC-Rennen wurden immer vor Sonnenuntergang gestartet und gingen in die Dunkelheit.

Und sogar die Kart-Strecke folgt dem gleichen Muster: "Unter Flutlicht fahren, ist etwas Besonderes und die Fahrer sagen, das ihnen das Layout der Kartstrecke sehr gut gefallen habe, eine sehr herausfordernde Strecke", sagte Scheich Shaikh Salman über die 1,414 Kilometer lange Kartstrecke mit 14 Kurven.

"Alle sagten, dass sie wiederkommen wollen, was nicht überraschend ist, weil bei unserem Arrive-and-Drive-Day jeden Tag 120 bis 130 Leute kommen. Wir haben von 10 Uhr Vormittags bis Mitternacht geöffnet und haben nur 2 Tage im Jahr geschlossen – am Tag nach der Weltmeisterschaft und am Nationalfeiertag."

"Unsere Kartstrecke spielt eine sehr wichtige Rolle dabei, Rennfahrer aus unserer Region aufzubauen. Wenn wir wollen, dass unsere Fahrer eines Tages die Leiter nach oben klettern in die Formel 3, GP2 und Formel 1, dann müssen wir unsere Kart-Basis ausbauen. Dann können sie auch in GT-Rennen oder Formel-Serien aufsteigen. Das ist ein sehr wichtiger Teil unserer Pläne."

"Bezüglich unserer Einrichtung, ich weiß, ich bin voreingenommen, aber ich denke, sie ist die beste, die ich je gesehen habe, und des Services, den wir bieten – kümmern wir uns mit Stolz, Leidenschaft und Leistung um unsere Kunden. Das hat immer gut funktioniert."

Langfristige Verpflichtung

Bahrain ist zum festen und auf vielen Level ein bedeutender Bestandteil der weltweiten Motorsportszene geworden – nicht nur geographisch.

"Wir arbeiten eng mit der FIA und CIK zusammen", schloss Scheich Salman. "Sie haben [vor Kurzem] zum Beispiel am Streckenrand einige Barrieren getestet. Wir sind ein Zentrum für das FIA Institute for Excellence, daher können wir mit ihnen eng an verschiedenen Sicherheitsaspekten und -standards zusammenarbeiten."

Das Gespräch führte Khodr Rawi

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Über diesen Artikel
Rennserien WEC , Kart
Veranstaltung Bahrain
Rennstrecke Bahrain International Circuit
Artikelsorte Interview
Tags bahrain, fia, wec