So begründet Volkswagen den Ausstieg aus der Rallye-WM

Nach dem 4. Weltmeistertitel für Fahrer, Beifahrer und Hersteller in Folge durch Sebastien Ogier steigt Volkswagen aus der Rallye-WM aus. Man wolle sein Motorsport-Programm neu ausrichten, erklärt das Unternehmen.

Außerdem wolle sich Volkswagen auf "neue Technologien sowie den Kundensport" konzentrieren, heißt es in der offiziellen Begründung.

"Die Marke Volkswagen steht vor gewaltigen Herausforderungen. Mit dem anstehenden Ausbau der Elektrifizierung unserer Fahrzeugpalette müssen wir all unsere Anstrengungen auf wichtige Zukunftstechnologien konzentrieren", erklärte Entwicklungsvorstand Frank Welsch vor rund 200 Motorsport-Mitarbeitern in Hannover.

"In der WRC haben wir unsere sportlichen Ziele weit übertroffen, nun werden wir Volkswagen Motorsport neu ausrichten und auch dort die Fahrzeugtechnik der Zukunft stärker in den Mittelpunkt rücken. "

"Gleichzeitig wird Volkswagen verstärkt im Kundensport Flagge zeigen. Neben dem Golf GTI TCR auf der Rundstrecke und dem Beetle GRC im Rallycross möchten wir auch im Rallye-Bereich Spitzenprodukte für Kunden anbieten und werden einen neuen Polo nach R5-Reglement entwickeln.“

Als seriennahes Kundensport-Auto fährt der Golf GTI TCR bereits in diesem Jahr in der TCR-Tourenwagen-Kategorie. Weiterhin setzt Volkswagen of America in der amerikanischen Global-Rallycross-Serie, in der Scott Speed 2015 den Fahrer- und 2016 zusätzlich auch den Herstellertitel geholt hat, zwei VW Beetle ein. Die neuen Modelle werden bereits von Volkswagen Motorsport für die Saison 2017 vorbereitet.

2017 will Volkswagen außerdem mit einer Neuentwicklung eines Rallyefahrzeuges der R5-Kategorie auf Basis des Polo beginnen. 2018 soll das Auto dann den Kunden zur Verfügung stehen.

"In dieses neue Fahrzeug wird die gesamte Erfahrung aus dem erfolgreichen WRC-Engagement mit dem Polo einfließen, mit dem die Werksteams Sébastien Ogier/Julien Ingrassia, Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila und Andreas Mikkelsen/Anders Jæger bei 51 Rallyes zu 42 Siegen und 621 Bestzeiten auf den Sonderprüfungen gefahren sind – kein anderes Auto in der Geschichte der Rallye-WM hat eine bessere Erfolgsquote", heißt es in der Pressemeldung, in der auch Entwicklungsvorstand Frank Welsch zu Wort kommt.

"Ich möchte unseren Fahrern und Beifahrern von Herzen für ihre herausragenden Leistungen danken. Sie sind nicht nur überaus schnelle, sondern auch ungemein sympathische Botschafter der Marke Volkswagen", sagte er.

"Das ganze Team um Motorsportdirektor Sven Smeets hat mit dem enormen Engagement eines jeden einzelnen die Basis für diese Erfolge geschaffen. Mit dieser exzellenten Mannschaft möchten wir weiterarbeiten und die Neuausrichtung umsetzen. Genauso werden wir die enge Zusammenarbeit zwischen Serienentwicklung und Motorsport, von der in den zurückliegenden Jahren stets beide Seiten profitiert haben, ausbauen. Für die Volkswagen-Motorsport-Mitarbeiter besteht eine Beschäftigungsgarantie."

Volkswagen-Motorsportdirektor Sven Smeets erklärte: "Natürlich bedauern wir den Abschied aus der WRC sehr – für die Marke Volkswagen war es das bislang erfolgreichste Kapitel ihrer Motorsport-Geschichte. Die Mannschaft hat Großartiges geleistet. Gleichzeitig ist unser Blick nach vorne gerichtet, denn wir sind uns der großen Herausforderungen des gesamten Unternehmens bewusst. Mit unserer Neuausrichtung möchten wir einen Beitrag für den Erfolg der Marke Volkswagen leisten. Von nun an liegt der Fokus auf kommenden Technologien im Motorsport sowie auf unserem Kundensport-Angebot, welches wir noch breiter und attraktiver aufstellen werden.“

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Über diesen Artikel
Rennserien WRC , TCR , Global Rallycross , TCR Deutschland
Teams Volkswagen Motorsport
Artikelsorte News
Tags ogier, rally, rallye, volkswagwen, vw