Das Rennformat der Extreme E: Hyperdrive, Gridplay und Fahrerwechsel

Qualifikation am Sonntag, Halbfinale und Finale am Sonntag: Das Rennformat der Extreme E erinnert ein wenig an Rallycross - Ausnahme beim Saisonstart

Das Rennformat der Extreme E: Hyperdrive, Gridplay und Fahrerwechsel

Nicht nur Austragungsorte und Einsatzfahrzeug sind bei der neuen Elektro-SUV-Rennserie Extreme E einzigartig, auch das Rennformat wurde eigens für die Besonderheiten der neuen Meisterschaft entwickelt.

Gleichwohl werden Freunde des Rallycross gewisse Parallelen entdecken. Denn wie dort können sich die Fahrerinnen und Fahrer über Qualifyings-Heats und Halbfinales nicht nur für das Finale qualifizieren, sondern auf dem Weg dorthin auch schon Meisterschaftspunkte einfahren.

So laufen die Rennen grundsätzlich ab

In allen Läufen starten vier oder fünf Teams aus einer stehenden Startaufstellung und müssen auf dem Kurs zwei Runden absolvieren. Die Besonderheit dabei: Eine Runde muss von der Fahrerin, eine Runde vom Fahrer des jeweiligen Teams gefahren werden. Zwischendrin kommt es daher in einer Wechselzone zu einem Platztausch im Cockpit. In welcher Reihenfolge sich Frau und Mann abwechseln, steht den Teams frei. Somit treffen Frauen und Männer im direkten Zweikampf aufeinander.

Qualifying-Rennen am Samstag

Das Rennwochenende der Extreme E beginnt am Samstag mit zwei Runden Qualifying, die aus jeweils zwei Rennen bestehen. Dabei treten in einem Rennen vier, im anderen fünf Teams gegeneinander an. Die Startaufstellung für das erste Qualifying wird ausgelost, in der zweiten Runde des Qualifyings wird sie anhand des umgekehrten Ergebnis des ersten Qualifyings gebildet.

Für jedes einzelne dieser insgesamt vier Rennen erhalten die Teams Punkte nach dem Schema 4-3-2-1. Es geht somit lediglich in den Rennen mit fünf Teilnehmern das letzte Team leer aus.

Ausnahme beim Saisonstart

Beim Auftaktrennen in Al-Ula wird am Samstag allerdings nach einem anderen Format gefahren. Es findet ein Einzelzeitfahren statt, bei dem jedes Team alleine auf die Strecke geht und am Vor- und Nachmittag jeweils zwei Runden (inklusive Fahrerwechsel) absolivieren wird.

Anhand der Durchschnittszeit wird dann das Ergebnis für das Qualifying gebildet. Grund für die Änderung ist die massive Staubentwicklung, welches die Autos bei ersten Roll-outs erzeugten.

Halbfinale und Finale am Sonntag

Anhand der Punkte aus den Qualifying-Rennen werden dann die Halbfinales zusammengestellt. Im ersten treffen die Top 4 des Qualifyings aufeinander. Die besten drei ziehen ins Finale ein, das viertplatzierte Team wird im Endergebnis auf Rang sechs gewertet.

Im zweiten Halbfinale treffen die Teams aufeinander, die in der Wertung des Qualifyings die Plätze fünf bis neun belegt haben. Hier kommen die ersten beiden Teams weiter, die übrigen belegen die Gesamtränge sieben bis neun. Im Finale fahren die drei Teams aus Halbfinale 1 und die zwei Teams aus Halbfinale 2 dann den Sieger aus.

Das siegreiche Team erhält wie in den meisten anderen Rennserien auch 25 Punkte, danach weicht die Punktevergabe allerdings vom üblichen Schema der FIA-Rennserien ab. Das Team auf Platz zwei des Finals bekommt 15, Platz drei zehn Zähler. Insgesamt sieht das Punkteschema wie folgt aus: 25-15-10-7-6-5-4-3-2-1. Es bekommen somit alle Teilnehmer Punkte, selbst wenn noch ein zehntes Team an den Start gehen sollte.

Hyperdrive sorgt für Zusatzpower

Ähnlich wie in der Formel E haben die Teilnehmer die Möglichkeit, für einen gewissen Zeitraum zusätzliche Leistung abzurufen. Dies nennt sich in der Extreme E Hyperdrive. Ursprünglich war gedacht, diesen Zusatz-Boost in der zweiten Runde eines Rennens dem Team zuzusprechen, dem in der ersten Runde der weiteste Sprung gelungen war. Nach einer Überarbeitung des Reglements steht der Hyperdrive aber nun jedem Team einmal pro Rennen zur Verfügung.

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Wie viel zusätzliche Leistung über welchen Zeitraum aktiviert werden kann, hat die Extreme E bisher nicht bekannt gegeben. Grundsätzlich müssen die Teams mit der Leistung aber haushalten, denn die Batterien der Autos dürfen zwischen den beiden Rennen am jeweiligen Tag nicht aufgeladen werden.

Gridplay bindet die Fans ein

Ebenfalls vergleichbar zum Fan-Boost der Formel E gibt es auch bei der Extreme E ein Element, mit dem die Zuschauer Einfluss auf das Geschehen nehmen können. Über den sogenannte Gridplay können sie die Startaufstellung des Finales bestimmen.

Die Abstimmung ist ab dem Mittwoch vor dem Rennen möglich und kann entweder auf der Website der Extreme E oder per Twitter mit den Hashtag #Gridplay und danach als Hashtag der Name des jeweiligen Fahrers oder der Fahrerin erfolgen.

Das Team mit den meisten Stimmen kann seinen Startplatz im Finale als erstes auswählen, das mit dem zweitmeisten Stimmen als zweites und so weiter. Die vier Teams, die das Finale nicht erreichen, "schenken" ihre Stimmen an ein Team ihrer Wahl weiter, sodass alle Stimmen zählen.

Mit Bildmaterial von Extreme E.

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