Extreme E Sardinien 2021: Rosberg-Team siegt nach chaotischem Finale

Molly Taylor und Johan Kristoffersson untermauern mit ihrem dritten Saisonsieg ihre Meisterschaftsambitionen in der Extreme E - Reihenweise Defekte im Finale

Extreme E Sardinien 2021: Rosberg-Team siegt nach chaotischem Finale

Das Rosberg-Duo Molly Taylor und Johan Kristoffersson hat beim Insel-X-Prix auf Sardinien, dem vierten Saisonrennen der Extreme E 2021, seinen dritten Saisonsieg gefeiert und damit einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht. In einem chaotischen Finale, in dem am Ende vier von fünf Autos beschädigt waren, sorgte die Abt-Cupra-Mannschaft (Jutta Kleinschmidt/Mattias Ekström) für einen Doppelsieg der beiden deutschen Teams. Für Abt war es der erste Podestplatz in der Extreme E.

Rang drei ging an das JBEX-Team (Mikaela Ahlin-Kottulinsky/Kevin Hansen). Tragische Helden des Finals waren Ganassi (Sara Price/Kyle Leduc) und das X44-Team von Lewis Hamilton (Cristina Guttierez/Sebastien Loeb), die mit Aufhängungsdefekten ausschieden.

Vom Start weg ging es im Finale turbulent zu. Beim Erlöschen der Ampel kam Kleinschmidt nicht weg, kurz darauf drehte sich Ahlin-Kottulinsky. Dann platzte der Traum von X44 vom ersten Sieg in der Extreme E.

Nachdem das Team das Auto in einem Kraftakt nach einem heftigen Unfall im Halbfinale (auch mit Hilfe der Unfallgegner von Andretti-United) wieder aufgebaut hatte, fing sich Loeb auf Rang zwei liegend einen Reifenschaden ein. Kurz darauf brach in Folge dessen die linke Vorderradaufhängung des Odyssey 21 Elektro-SUV und Loeb musste aufgeben.

Cristina Gutierrez, Sebastien Loeb, X44

Cristina Gutierrez, Sebastien Loeb, X44

Foto: Charly Lopez / Motorsport Images

An der Spitze setzte sich Leduc im Ganassi-Boliden von seinen Verfolgern ab, während Kleinschmidt nach dem verpatzten Start auf Taylor aufholte. Beim Wechsel auf Price lag Ganassi gut 40 Sekunden vorne und sah wie der sichere Sieger aus. Doch dann brach auch am Auto des US-Teams die Radaufhängung, woraufhin Price das Fahrzeug abstellen musste.

Damit übernahm Kristoffersson die Führung. Gegenwehr vom zweitplatzierten Ekström musste der Schwede bald nicht mehr fürchten, denn der Abt-Bolide verlor die Beifahrertür, woraufhin Ekström die Wasserhindernisse langsam durchfahren musste. Dennoch reichte es für Rang zwei, denn Kevin Hansen schleppte dahinter das an der Radaufhängung beschädigt JBXE-Fahrzeug ins Ziel.

Vor dem Saisonfinale am vierten Advent in England führt Rosberg in der Meisterschaftswertung mit 129 Punkten vor X44 (113 Punkte). Insgesamt sind beim Finale noch 37 Punkte zu vergeben, wobei jedes Team im schlechtesten Fall mindestens acht Punkte bekommt.

So liefen die Halbfinals

Nach einer einmal mehr makellosen Qualifying-Vorstellung wurde das ersten Halbfinale für X44 schnell zum Alptraum. Kurz nach dem Start kollidierte der sehr aggressiv fahrende Timmy Hansen (Andretti-United) mit Gutierrez, die sich daraufhin drehte, in Buschwerk abflog und dort an einem Felsen einschlug. Damit war das Rennen für sie beendet.

Doch auch Timmy Hansens Auto wurde bei der Kollision beschädigt und blieb auf der Strecke stehen. So musste das Ganassi-Duo Price/Leduc das Auto nur noch ins Ziel bringen, um ins Finale einzuziehen. Timmy Hansen wurde von den Sportkommissaren als Verursacher der Kollision angesehen und auf den letzten Platz des Halbfinales gewertet, womit die Andretti-United-Mannschaft ausschied.

 

Im weniger spektakulären zweiten Halbfinale gelang dem Team Rosberg ein ungefährdeter Sieg. Platz zwei ging an Abt-Cupra. Acciona-Sainz (Laia Sanz/Carlos Sainz sen.) war nach einem Defekt der Servolenkung chancenlos und schied mit großem Rückstand als drittplatziertes Team aus.

Den letzten Platz im Finale sicherte sich im Crazy-Race das JBXE-Team von Jenson Button. Überschattet wurde der "Hoffnungslauf" von einem heftigen Überschlag von Stephane Sarrazin (Veloce), den der Franzose glücklicherweise unverletzt überstand.

So lief das Qualifying

In den beiden Qualifyings am Samstag, die wie immer als Einzelzeitfahren ausgetragen wurden, war die X44-Mannschaft einmal mehr eine Klasse für sich. Vor allem dank einer starken Leistung von Loeb gewann die Mannschaft von Lewis Hamilton einmal mehr beide Qualifyings.

In der kombinierten Wertung lag X44 vor den punktgleichen Mannschaften Rosberg und Abt-Cupra, die beide kein fehlerfreies Qualifying erlebte. Im ersten Durchgang hatte Molly Taylor Glück, dass ihr Auto nach einem Überschlag wieder auf den Rädern landete und sie ihre Fahrt fortsetzten konnte. Im zweiten Qualifying wurde Kristoffersson von einem Reifenschaden eingebremst, während Ekström einen Dreher bei hoher Geschwindigkeit überstand.

Andere Mannschaften litten unter den bekannten technischen Gebrechen des Einsatzfahrzeuge Odyssey 21. Bei Andretti-United fiel im ersten Qualifying die Servolenkung aus. Beim Kampf mit dem Lenkrad kugelte sich Timmy Hansen mehrfach die Schulter aus. An den Autos von Ganassi und Veloce kollabierte jeweils die Radaufhängung.

Das Saisonfinale der Extreme E, der sogenannte Jura-X-Prix, findet am 18. und 19. Dezember auf dem Truppenübungsplatz Bovington in Südengland statt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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