8h Indy: Frust bei mehreren Fahrern über Rennleiter-Entscheidungen

Das Safety-Car-Prozedere bei den 8 Stunden von Indianapolis sorgt für Wirbel - Nicht nur bei WRT ist man nach dem Rennen äußerst verärgert

8h Indy: Frust bei mehreren Fahrern über Rennleiter-Entscheidungen

Das 8-Stunden-Rennen von Indianapolis, der zweite Lauf der Interkontinentalen GT-Challenge (IGTC) 2021, sorgt im Nachhinein für reichlich Diskussionen. Mehrere Teilnehmer ärgern sich über den Rennleiter beziehungsweise die Sportkommissare - aus unterschiedlichen Gründen.

Am prominentesten traf es den WRT-Audi #32 (Vanthoor/Weerts/Mies) mit der Durchfahrtsstrafe kurz vor Schluss. Lange war unklar, wofür es die Strafe gegeben hat. Jetzt ist klar, dass es für zu schnelles Fahren unter Gelb gewesen ist. Doch nicht nur das sorgt für Ärger unter Teams und Fahrern.

Während des Rennens wurden die Regeln für "Wave-by" in Safety-Car-Phasen geändert. Und schließlich wäre das Rennen beinahe vorzeitig entschieden worden, als beim vorletzten Restart dem Feld keine Zeit gegeben wurde, nach dem Wave-by wieder aufzuschließen. Nur eine weitere Safety-Car-Phase kurze Zeit später komprimierte das Feld.

Vanthoor: Größter Schwachsinn, den ich je gehört habe

Die Durchfahrtsstrafe gegen den WRT-Audi in der Schlussphase war der letzte in einer Reihe von Aufregern, die durch Kollisionen, aber auch fragwürdige Rennleiter-Entscheidungen hervorgerufen wurden. "Es ist der größte Schwachsinn, den ich in meiner bisherigen Karriere je gehört habe, dass ich unter Full-Course-Yellow zu schnell gefahren sein soll", echauffiert sich Dries Vanthoor gegenüber 'Sportscar365' über die Rennkommissare.

Dries Vanthoor, Charles Weerts, Christopher Mies

Dries Vanthoor und Co. verloren im WRT-Audi den möglichen Sieg durch eine späte Strafe

Foto: SRO

Warum Vanthoor so sauer ist? "In der Besprechung [vor dem Rennen] hatten sie gesagt, dass man bei Full-Course-Yellow immer noch 150 km/h schnell fahren könne. Es hieß, dass man sich im jeweiligen Sektor nicht verbessern dürfe und nichts Gefährliches tun dürfe."

Vanthoor führt an, dass er einmal während einer solchen FCY-Phase "zwischen 100 und 110 km/h" und in einer zweiten solchen Situation "130 km/h" drauf hatte. "Ich blieb also in beiden Fällen unter dem Tempolimit. Deshalb ist es für mich ein großes Fragezeichen, warum wir eine Strafe bekommen haben. Ich glaube, das weiß niemand. Und das ist das Schlimmste daran."

Bleekemolen: Prozedur-Änderung hat GT4-Sieg gekostet

Auch Jeroen Bleekemolen ist nach dem Rennen mehr als bedient. Der Niederländer ist überzeugt, dass ihm selbst, seinem Bruder Sebastiaan Bleekemolen und Tim Pappas "dank" einer Änderung des Safety-Car-Prozederes mitten im Rennen der Sieg in der GT4-Klasse durch die Lappen gegangen ist.

Renn-Action bei den 8h Indianapolis der IGTC-Saison 2021

Der Black-Swan-Porsche (Bildvordergrund) hatte in der GT4 schon zwei Runden Vorsprung

Foto: SRO

Wenngleich Bleekemolen/Bleekemolen/Pappas im Black-Swan-Porsche zwischenzeitlich zwei Runden Vorsprung hatten, kamen sie letztlich nur auf P3 der Klasse ins Ziel. "In der Fahrerbesprechung wurde uns gesagt, dass es keine Wave-bys geben würde. Darauf hatten wir unsere gesamte Strategie ausgelegt. Nur deshalb kamen wir in der Anfangsphase des Rennens überhaupt in Führung. Wir hatten eine cleverere Strategie als die anderen", sagt Jeroen Bleekemolen gegenüber 'Sportscar365'.

"Während des Rennens gab es dann plötzlich doch Wave-by. Das war eine komplette Überraschung für uns", ärgert sich Bleekemolen und wird konkret: "Im Regelbuch steht, dass es im Ermessen des Rennleiters liegt. Das ist seltsam. Im Regelbuch sollte eigentlich ja oder nein stehen."

"Zumindest in der Fahrerbesprechung sagten sie, 'Nein, wir machen keine [Wave-bys].' Das war ziemlich klar. Dann aber gab es im Rennen, ohne Kommunikation, doch welche. Aus diesem Grund haben wir sämtliche Runden [Vorsprung] verloren und haben sogar das Rennen verloren. Das ist natürlich extrem frustrierend, denn auf Basis unserer Strategie hätten wir gewonnen", so Bleekemolen.

Nachträgliche Strafen: Neue Klassensieger im Silver-Cup

Doch damit nicht genug. Denn abgesehen von den zahlreichen schon während des Rennens verhängten Strafen, wovon die meisten Durchfahrtsstrafen waren, gibt es noch fünf nachträgliche Strafen, die ein neues Rennergebnis zur Folge haben.

Aurelien Panis

Aurelien Panis und Co. im Sainteloc-Audi: Silver-Cup-Sieg nachträglich verloren

Foto: SRO

Eine der Strafen hat einen neuen Klassensieger hervorgebracht. Denn dem Sainteloc-Audi mit der Startnummer 26, mit dem Panis/Legeret/Baert am Sonntag die Silver-Cup-Klasse gewonnen hatten, wurden nachträglich 53 Strafsekunden aufgebrummt. Begründung: Einfahrt in die Boxengasse, als diese während einer Gelbphase geschlossen war.

Mit der Strafe sind Panis/Legeret/Baert im Ergebnis der Silver-Cup-Klasse auf P2 abgerutscht. Die neuen Klassensieger sind Mario Farnbacher, Matt McMurry, und Ashton Harrison als die bestplatzierte Frau im Rennen. Das Trio fuhr den Acura NSX GT3 von Compass Racing.

Mit Bildmaterial von SRO.

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