Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

Reaktion

Eklat in der Boxengasse: Barry Ryan stellt nach AMG-Crash Team zur Rede

Barry Ryan wütet über Jayden Ojedas Verteidigungstaktik, die beide Mercedes-AMG GT3 aus dem Rennen riss - Der kontert, weil es für ihn um den Sieg ging

"Einfach enttäuschend": Teammanager wütet nach AMG-Kollision in Bathurst

Der Scott-Taylor-Mercedes wurde in der letzten Stunde mit ins Verderben gerissen

Foto: Gruppe C Photography

Der Mercedes-AMG-interne Crash zwischen Jayden Ojeda im Tigani-Mercedes #6 (Ellis/Ojeda/Schiller) und Chaz Mostert im Scott-Taylor-Mercedes #222 (Mostert/Randle/Waters) in der letzten Stunde der 12 Stunden von Bathurst 2026 sorgt für dicke Luft im Fahrerlager.

Besonders STM-Teammanager Barry Ryan ließ seinem Ärger über das bittere Ende einer beeindruckenden Aufholjagd nach dem Dreher mit Einschlag von Thomas Randle freien Lauf.

Unmittelbar nachdem die Trümmerteile der beiden Mercedes-AMG in Griffins Bend zum Stillstand gekommen waren, spielten sich in der Boxengasse hitzige Szenen ab. Ein sichtlich aufgebrachter Barry Ryan marschierte direkt in die Garage von Tigani Motorsport, um den dortigen Ingenieur Matt Harvey zur Rede zu stellen.

"Es ist einfach enttäuschend von Ojeda. Er ist Werksfahrer, da ist ein anderer AMG, der versucht ihn zu überholen, und er blockt so heftig zu diesem Zeitpunkt im Rennen", schimpfte Ryan noch während des Rennens am Mikrofon von Fox. "Ich sollte nicht so wütend werden, aber es fühlt sich einfach nicht gut an, so aus dem Rennen genommen zu werden."

Blocken in Reaktion auf das Manöver eines Hintermanns ist im australischen Motorsport verpönt. Eine ähnliche Situation war Diskussionspunkt nach der Kollision zwischen Kelvin van der Linde und Jules Gounon unmittelbar nach dem letzten Restart.

Strategie-Poker: STM fuhr noch um den Sieg

Für Scott Taylor Motorsport (STM) ist das Aus besonders schmerzhaft, da sich das Team nach einem frühen Rückschlag durch einen Dreher von Thomas Randle spektakulär zurück in die Führungsrunde gekämpft hatte.

Zwar ging es zwischen beiden in der Situation nur um den 13. Platz, doch Mostert hätte bei einem weiteren Safety-Car ohne Boxenstopp weiterfahren können und wäre damit noch vor van der Linde in Führung gegangen. Der Tigani-AMG hatte noch einmal zwei Runden weniger Sprit und musste damit auf eine sehr lange Safety-Car-Phase hoffen.

Ryan betont die taktische Überlegenheit der #222 zum Zeitpunkt des Unfalls: "Wir hatten zwei Runden mehr Sprit an Bord als er. Wir hätten es gerade so ins Ziel schaffen können. Wir haben extrem darauf geachtet, Kraftstoff zu sparen, um ohne einen weiteren Stopp durchzukommen."

Barry Ryan stürmte nach dem Unfall die Box von Tigani Motorsport

Barry Ryan stürmte nach dem Unfall die Box von Tigani Motorsport

Foto: YouTube/GT World

Für Teambesitzer Scott Taylor tue es ihm besonders leid: "Wir hatten die Poleposition und ein Auto, das heute wirklich gut war. Das gesamte Team hätte nach dieser Leistung etwas anderes verdient gehabt."

Mostert: "Bitte eine Zehntelsekunde zurück"

Chaz Mostert, der im Cockpit der "schwarzen Bestie" saß, schilderte das Duell als einen Kampf mit harten Bandagen, der schon Kilometer vor dem Einschlag begann. "Er hat mich in 'The Chase' fast abgeräumt, also habe ich zurückgeschoben. Auf der Zielgeraden hat er mich dann bis an die Boxenmauer gedrängt", so Mostert gegenüber Speedcafe.

Zum entscheidenden Moment in Griffins Bend erklärte er: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass er das Auto wegwirft. Er kam ein Stück zu weit raus, das Heck keilte aus und er schlug in die Mauer ein. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon voll auf den Kurvenausgang committed und konnte einfach nicht mehr ausweichen."

"Er ist vor mir regelrecht auf die Ideallinie gezuckt. Man wünscht sich in so einem Moment, man könnte die Zeit um eine Zehntelsekunde zurückdrehen und eine andere Entscheidung treffen."

Ojeda: Verteidigung als einzige Chance

Jayden Ojeda bleibt hingegen trotz der Kritik von Ryan und Mostert bei seiner Sichtweise. Für ihn war die aggressive Fahrweise kein persönliches Statement, sondern eine mathematische Notwendigkeit: "Er hatte zwei Runden mehr Sprit, aber ich glaube nicht, dass wir es unter Grün beide geschafft hätten, so hart wie wir gepusht haben."

Sein Plan basierte auf der Hoffnung auf eine späte Gelbphase: "Wir haben im Grunde beide auf ein Safety-Car gewartet, das uns ins Ziel bringt. Wenn ich das Rennen gewinnen wollte, musste ich Chaz hinter mir halten und auf das Safety-Car hoffen. Ich würde mich also jederzeit wieder so breit machen, denn das war unsere einzige Chance auf ein Ergebnis."

Den Vorwurf, er habe gegen einen Markenkollegen zu hart agiert, weist er zurück: "Am Ende des Tages fahren wir für unsere eigenen Teams und die Leute, die dort die harte Arbeit reinstecken. So läuft es manchmal."

Die Mercedes-AMG-Teams dürfen beim Bathurst 12 Hour völlig ohne Vorgaben des Herstellers gegeneinander fahren. Schon 2023 hatte es eine AMG-interne Kollision im Kampf um den Sieg gegeben, als Maro Engel und Jules Gounon kollidierten. Für den Hersteller zahlte sich die Herangehensweise dennoch aus, sowohl 2023 als auch in diesem Jahr siegte ein Mercedes-AMG GT3 am Mount Panorama.

Vorheriger Artikel "Bullshit-Driving": Gounon rechnet knallhart mit van der Linde ab
Nächster Artikel Abseits der Kameras: Zweiter Känguru-Unfall überschattet 12h Bathurst

Aktuelle News