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Marciello: Keine Track-Limit-Überwachung "ein bisschen gefährlich"

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Marciello: Keine Track-Limit-Überwachung "ein bisschen gefährlich"
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24h-Spa-Polesetter Raffaele Marciello gibt zu, dass der Track-Limits-Freifahrtsschein gefährlich ist - Solange es aber erlaubt ist, werde er so weitermachen

Eine Ideallinie aus Absurdistan: Mehrere Kurven auf dem Circuit de Spa-Francorchamps werden am bisherigen Wochenende der 24 Stunden von Spa auf eine Art und Weise durchfahren, wie man es auf der "Ardennenachterbahn" wohl noch nie erlebt hat.

Denn bis auf Raidillon sind alle Auslaufzonen auf der 7,004 Kilometer langen Strecke zum Befahren freigegeben. Die Rennleitung käme sonst bei 56 GT3-Fahrzeugen nicht mehr mit der Überwachung hinterher.

Und so wurden ganze Auslaufzonen bis zum Reifenstapel in die Ideallinie mit einbezogen. Da die Kameras in der Superpole-Session vor allem auf den letzten Sektor fokussiert waren, waren vor allem der Ausgang von Blanchimont und die Auslaufzone ausgangs der Bus-Stop-Schikane im Fokus. Ex-Formel-1-Fahrer John Watson, Co-Kommentator im Livestream, konnte es bis zuletzt nicht fassen, was er da sah.

 

Doch auch an anderen Stellen wird weit über die eigentlichen Streckenbegrenzungen hinausgefahren. Raffaele Marciello nutzte ausgangs La Source den gesamten Asphalt-Parkplatz bis zum Reifenstapel aus und bretterte beim Zurückfahren sogar quer über die Baguette-Wulste, die eigentlich die Strecke begrenzen. Bemerkenswert: In der offiziellen Aufzeichnung der Polerunde wurde diese Szene rausgeschnitten, die Aufnahme setzt erst dahinter ein.

Durch das weite Raustragen Lassen wird der Radius der Kurve künstlich vergrößert. Dadurch kann gerade bei feuchten Bedingungen mehr Traktion aufgebaut werden, was den längeren Weg mehr als kompensiert.

Rennfahrer gehen immer ans Limit

Dennoch hat Marciello nichts falsch gemacht. "Wenn ich sie [die Track Limits] respektieren muss, dann tue ich es. Wenn nicht, dann eben nicht. Ganz einfach", erklärt der Italiener und betont, dass dies für alle Rennfahrer gilt. Devise: Gib einem Rennfahrer Asphalt und er wird ihn nutzen.

 

Doch er gibt zu, dass damit der Sinn der Auslaufzonen konterkariert wird. Eigentlich sollen die Fahrzeuge ja von den Barrieren ferngehalten werden. "Es ist vielleicht ein bisschen gefährlicher so, weil wir sehr dicht an die Wand heranfahren", sagt Marciello. "Man hat nicht allzu viel Raum. Und wenn ein Fahrzeug ein Problem hat..."

Die Track-Limit-Situation führte in den Trainings zu mehreren haarsträubenden Momenten, als Fahrzeuge in langsamer Fahrt unterwegs waren. Sie fuhren am Rand der eigentlichen Track Limits und wurden dann von Fahrzeugen stellenweise durch die Auslaufzonen überholt.

Dieses Wochenende wird es sich nicht mehr ändern, denn für das Rennen gelten dieselben Regeln. Marciello kündigt bereits an: "Ich werde so weit fahren wie möglich. Wenn die Regeln es hergeben, werde ich es ausnutzen." Seine Kollegen werden es nicht anders machen.

 

Porsche-Werksfahrer Laurens Vanthoor ruft via Twitter zur sofortigen Änderung der Regeln auf: "Können wir uns drauf einigen, die Regeln so zu ändern, dass wir uns innerhalb der Track Limits aufhalten müssen? Das macht einfach keinen Sinn. die ganze Welt lacht über uns!" Sportwagen-Pilot Klaus Graf stimmt zu: "Es stimmt, das sieht total dämlich aus und ist extrem gefährlich."

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass asphaltierte Auslaufzonen zur Rennstrecke erklärt werden. Beim IndyCar-Rennen in Austin 2019 gab es ebenfalls keine Überwachung der Track Limits.

Mit Bildmaterial von Erik Junius.

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