WEC 6h Silverstone

GTE Pro: Muss automatisierte BoP-Anpassung verschoben werden?

Das manuelle Eingreifen in die BoP in der GTE Pro stellt FIA und ACO vor eine interessante bürokratische Frage, auf die die Antwort noch offen ist

Heiko Stritzke Gary Watkins

Veröffentlicht: 22.08.2018, 09:23

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#95 Aston Martin Racing Aston Martin Vantage AMR: Marco Sörensen, Nicki Thiim

Die erste Runde der automatisierten Anpassung der Balance of Performance (BoP), die eigentlich vor dem WEC-Lauf in Fuji hätte stattfinden sollen, könnte unter Umständen verschoben werden- Momentan wissen aber nicht einmal FIA und ACO so genau, ob vor dem Lauf auf dem Fuji Speedway im Oktober oder erst vor Schanghai im November per Computer eingegriffen werden soll. Hintergrund ist der manuelle BoP-Eingriff vor den 6 Stunden von Silverstone.

Das Kuriose dabei: Momentan wissen weder FIA noch ACO, wie weiter zu verfahren ist. "Das ist eine gute Frage. Ich werde die Antwort nicht sagen. Wir haben entschieden, alle - die Hersteller inbegriffen - irgendwann nach dem Rennen zu benachrichtigen", sagt ACO-Sportchef Vincent Beaumesnil. Es gilt zu evaluieren, ob der Eingriff als kompletter BoP-Reset einzustufen ist oder nicht.

Der Auslöser:

Für Ford-Ganassi-Teamchef George Howard-Chappell ist der Fall klar: "Wir selbst und andere Hersteller sind der Ansicht, dass Silverstone das erste Rennen für die automatischen BoP-Berechnungen ist." Soll heißen: die erste Anpassung würde erst in Schanghai erfolgen. Nur Silverstone und Fuji würden zählen, Spa unter anderer BoP herausfallen (Le Mans hat eine gänzlich eigene Balance of Performance unabhängig von den anderen WEC-Läufen).

Das FIA-Langstrecken-Komitee hatte im Vorfeld des dritten WEC-Laufs von der sogenannten "Black Ball"-Regel Gebrauch gemacht und manuell in das Balancing eingegriffen. Aston Martin und Ferrari haben dabei Zugeständnisse bekommen, die beide Marken auch nutzen konnten: Der neue Aston Martin Vantage war zumindest im Qualifying erstmals bei der Musik dabei, AF Corse hat die GTE-Pro-Klasse mit dem 488 GTE on Großbritannien gewinnen können.

Für Howard-Chappell, dessen Ford GT in Spa noch einen souveränen Sieg nach Hause gefahren hat, ist das ein Unding: Es gäbe keinen Grund für eine automatisierte BoP, wenn eines ihrer fundamentalen Prinzipien mit einem manuellen Eingriff unterminiert werden würden.

Die automatisierte Balance of Performance wurde mit der WEC-Saison 2017 eingeführt und berechnet über ein komplexes System Anpassungen für den nächsten Lauf. Dabei fließen 60 Prozent der zurückgelegten Runden eines Rennen ein (spielt das Wetter eine Rolle, auch weniger), unabhängig davon werden auch Sektorenzeiten und Topspeeds untersucht.

Alle Hersteller betonen immer wieder, dass die automatisierte BoP eine gute Lösung sei, aber die Anfangsparameter stimmen müssen. Denn der Handlungsspielraum (maximal 20 Kilogramm beziehungsweise 13,5 PS Veränderung möglich) ist begrenzt. Zur WEC-"Supersaison" 2018/19 mussten mit dem BMW M8 GTE, dem Ferrari 488 GTE Evo und dem Aston Martin Vantage GTE gleich drei neue Fahrzeuge eingestuft werden.

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