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"Nur Polemik": Alonso wittert Medienagenda gegen McLaren

Versuchen Journalisten gezielt, McLaren negativ darzustellen? Alonso würdigt enorme Fortschritte und kann sich an eigene Schimpftiraden offenbar nicht erinnern

Dominik Sharaf

Veröffentlicht: 28.06.2018, 19:37

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Fernando Alonso, McLaren

McLaren-Pilot Fernando Alonso glaubt, dass die vermeintliche Krise seines Teams einzig und alleine der kritischen Berichterstattung einzelner Journalisten geschuldet wäre. Wie der Spanier im Vorfeld des Österreich-Grand-Prix Formel 1 2018 live im Ticker! erklärt, würde die sportliche Situation in Woking negativer dargestellt als sie ist. "Das einzige Problem sind die Medien", poltert Alonso.

Offenbar geht es dem Ex-Weltmeister bei seiner Medienschelte nicht nur um die jüngste Schokoriegel-Affäre um das Management und die Arbeitsbedingungen in der Fabrik. Vielmehr missfällt Alonso auch die Darstellung der sportlichen Lage: "Dadurch, dass über die normalen Themen nicht mehr gesprochen wird, werden immer nur noch schlechte Nachrichten veröffentlicht", moniert er.

Was "normale Themen" sind und wieso es gegen McLaren eine Agenda geben sollte, lässt Alonso offen. Einmal in Rage bekommen Journalisten aller Sparten ihr Fett weg. "Überall wird übertrieben, speziell in der Formel 1", regt er sich auf. "Nur Polemik, die jede Woche verkauft werden soll …"

Fakt ist: McLaren war beim jüngsten Rennen in Le Castellet nicht konkurrenzfähig, was Alonso bei einem weiteren Wutausbruch im Funk farbenreich beschrieb. Höchstpersönlich. Zitat: "Ich habe keine Bremsen, ich habe keine Reifen, ich habe keine Punkte - mir ist es egal, wie das Rennen endet" Anschließend fluchte er am TV-Mikro noch über die "schlechteste Performance des Jahres".

Gut möglich, dass er mit solchen Äußerungen die negative Berichterstattung befeuerte. Von seinen Schimpftiraden scheint er vier Tage später in Spielberg allerdings nichts mehr zu wissen, sondern redet die Leistung McLarens schön: "Wir sind nicht Letzter, wir werden auch nicht schlechter und schlechter. Wir sind nicht all das, was wir in den vergangenen Tagen zu hören bekommen haben."

Alonsos neue These: McLaren war in Frankreich im Rennen besser als es den Anschein hatte. Er sei in der ersten Kurve nur deshalb auf den letzten Platz zurückgefallen, weil er – im Gegensatz zu den Konkurrenten – die Track-Limits beachtet hätte. Nach seinem Boxenstopp sei er auf den härtesten Reifen so schnell gewesen, dass er sogar die Lücke zu den Renaults und den Haas zugefahren hätte.

Fernando Alonso, McLaren MCL33

Fernando Alonso, McLaren MCL33

Foto: Steven Tee / LAT Images

Also zu Autos, die im Qualifying noch 1,5 Sekunden schneller gewesen waren. "Aber wenn wir in Q1 ausscheiden, heißt es: 'Lasst uns McLaren durch den Kakao ziehen!' Und wenn es keine Punkte gibt: 'McLaren ist sehr schlecht'", regt sich Alonso über die Schlagzeilen in den Gazetten auf.

Er betont vielmehr die jüngste Steigerung seit dem Wechsel von Honda- zu Renault-Motoren. Als Fünfter der Konstrukteurs- und Achter der Fahrer-WM läuft es für McLaren und Alonso den Zahlen nach in der Tat besser als 2017, auch wenn die hohen Ziele (Stichworte: Podestplätze und Angriff auf Red Bull) Lichtjahre entfernt sind. "Aber all diejenigen, die ihre perfekte Saison fahren, sind hinter uns", mosert Alonso. Renault, Force India und Co. kommen ihm wohl zu positiv weg.

Er sieht auch die Leistungsdichte im Formel-1-Feld nicht ausreichend gewürdigt: "Es gibt keine kleinen Teams mehr. Kein Manor, kein Caterham. Sauber ist wohl das kleinste und kämpft regelmäßig um Q3." Dass McLaren seit dem Rennen in Barcelona im Mai kein Aerodynamik-Update gebracht hat und seitdem durchgereicht wird, verschweigt er. Einen fixen Fahrplan für den Rest der Saison gibt es auch nicht. Es kommt an die Strecke, was gerade fertig wird.

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