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Paralympics in Tokio erst 2021: Zanardi trotzdem am Start?

Alex Zanardi gesteht, dass ihm die Verschiebung der nächsten Paralympischen Spiele um ein Jahr altersbedingte Sorgen bereitet, sieht aber das Positive

Paralympics in Tokio erst 2021: Zanardi trotzdem am Start?

Die Verschiebung der für Sommer 2020 geplanten Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr trifft die Athleten hart. Jahrelang haben sie sich auf die Wettkämpfe, die üblicherweise nur alle vier Jahre stattfinden, vorbereitet.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie aber hat man die eigentlich für 24. Juli bis 9. August 2020 geplant gewesen Spiele um ein Jahr verschoben. Neuer Termin: 23. Juli bis 8. August 2021. Tokio als Austragungsort bleibt.

Einhergehend mit den Olympischen Spielen werden auch die Paralympischen Spiele um ein Jahr verschoben. Einer, der davon stärker betroffen ist als als manch anderer behinderte Sportler, ist Alex Zanardi. Denn der italienische Rennfahrer wird im Herbst 54 Jahre alt und würde somit mit seinem Handbike in einem noch höheren Alter in Tokio antreten als er es ohnehin schon in diesem Jahr als 53-Jähriger getan hätte.

"Ein Jahr ist wie sieben Jahre"

"In meinem Alter entspricht aus sportlicher Sicht jedes Jahr einem Hundejahr, es ist wie sieben Jahre", bemerkt Zanardi und stellt heraus: "Es ist schon eine Art Wunder, dass ich mir zum Ziel setzen konnte, kurz vor meinem 54. Geburtstag in Tokio anzutreten. Es wird noch schwieriger, das ein Jahr später zu tun, wenn ich auf die 55 zugehe."

Was der beinamputierte Italiener aber "mit Bestimmtheit sagen kann", ist: "Was meinen Willen angeht, bin ich perfekt." Wenn es dann darum geht, diesen Willen in Erfolge umzusetzen, müsse die Zeit zeigen, ob das funktioniert. "Wir werden sehen", sagt Zanardi, für den Tokio die dritten Paralympics seiner Laufbahn wären.

Sowohl in London 2021 als auch in Rio de Janeiro 2016 errang Zanardi mit dem Handbike jeweils zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille. Ob es 2021 mit einer insgesamt siebten Medaille für ihn klappen kann, vermag er derzeit nicht zu beurteilen. Die Coronakrise mitsamt der Verschiebung könnte ihm sogar einen Strich durch die geplante Teilnahme in Tokio machen.

Zanardis Tagesablauf: Krise hat auch positive Aspekte

"Natürlich hätte ich mir nie gewünscht, dass so etwas passiert", bemerkt Zanardi. "Aber nicht alles ist immer nur negativ und nicht alles ist immer nur positiv", unterstreicht er seine Einschätzung, dass nach der Coronakrise "die Sonne wieder aufgehen wird".

"Für mich besteht der positive Aspekt darin, dass mein Telefon jetzt weniger klingelt und dass niemand mich bittet, irgendwo hinzukommen", grinst der Italiener und führt an, seine Prioritäten jetzt so ordnen zu können, wie es ihm am besten passt, anstatt sich die Reihenfolge von anderen vorgeben lassen zu müssen.

"Ich wache morgens auf und lege fest, um welche Uhrzeit ich trainieren werde. Ich plane also meinen Tag um mein Sportprogramm herum. Ich arbeite auch viel am Computer, bleibe beruflich mit den Leuten per E-Mail in Kontakt und bereite Sachen vor", beschreibt Zanardi seinen Tagesablauf.

"Und bis vor Kurzem waren auch alle Vorbereitungen auf das wichtigste Ziel in diesem Jahr ausgelegt, was Tokio gewesen wäre. Nun muss ich natürlich alles überdenken. Aber so, wie ich bin, werde ich kein Problem damit haben, ein neues Ziel zu finden, das ich anpeilen kann", so Zanardi.

Alessandro Zanardi

Bei den Paralympics in London und Rio war Handbike-Fahrer Zanardi erfolgreich

Foto: BMW

Mit Bildmaterial von BMW.

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Rennserie Allgemeines
Fahrer Alex Zanardi
Urheber Mario Fritzsche