Rallye Paris-Berlin: Neuauflage im Jahr 2023 mit Elektroautos?

SRO-Boss Stephane Ratel will die legendäre Fernfahrt von Paris nach Berlin im Rahmen einer Serie für experimentale GT-Autos wiederbeleben

Rallye Paris-Berlin: Neuauflage im Jahr 2023 mit Elektroautos?

Die 1901 erstmals ausgetragene Fernfahrt Rallye Paris-Berlin soll 2023 wiederbelebt werden - als Auftakt der GT-Experimental-Tour (GTX), einer neuen Veranstaltungsserie für elektrische angetriebene GT-Fahrzeuge, die SRO-Boss Stephane Ratel ins Leben rufen will.

Insgesamt sieben Tage sollen die Fahrzeuge - neben Elektroautos sollen auch autonome Fahrzeuge und Autos mit Wasserstoff-Antrieb zugelassen werden - auf öffentlichen Straßen die Strecke zwischen der französischen und deutschen Hauptstadt unterwegs sein.

Auf dem Weg sollen kurze Rennen auf Rennstrecken oder Bergrennen als sportliche Elemente eingebaut werden. Diese könnten nach der Vorstellung von Ratel auch auf Strecken ausgetragen werden, auf denen sonst keine Motorsport-Veranstaltungen mehr stattfinden.

Kurze Rennen auf historischen Strecken

"Die Idee ist, dass wir das Zentrum von Paris verlassen und dann ein kurzes 20-minütiges Rennen in Montlhery fahren", so Ratel gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com'. "Am Nachmittag könnten wir dann Beschleunigungsläufe auf der Geraden der alten Rennstrecke von Reims vor den dort noch vorhandenen Tribünen durchführen."

Für den nächsten Sommer ist eine GTX-Demonstrationsveranstaltung ohne Wettbewerbscharakter geplant, die von Genf nach Monaco führen soll. Langfristig will Ratel die GTX auf allen Kontinenten etablieren.

GTX ist Ratels Antwort auf die Forderung nach der Elektrifizierung des Motorsports. Er glaubt, dass Langstreckenrennen mit Elektroantrieb noch in weiter Ferne liegen und möchte den Amateurfahrern eine Alternative bieten. Die GTX sieht er dabei als Gegenstück zur ab 2023 geplanten Electric-GT-Meisterschaft der FIA, die sich an Hersteller richtet und bei der die Rennen lediglich 45 Minuten lang sein werden.

Ratel will vor allem Gentlemen-Fahrer ansprechen

"Kurzfristig wird es schwierig sein, das Vergnügen und das Gefühl unserer aktuellen GT3-Autos über eine vernünftige Dauer für den Gentleman-Fahrer zu reproduzieren", so Ratel. "Deshalb wollen wir unserer derzeitigen Kundschaft etwas anderes bieten: Wir wollen ein Erlebnis bieten, das den Wettbewerb mit der Möglichkeit verbindet, die Zentren einiger der schönsten Städte zu besuchen. Wir schlagen etwas völlig Neues vor, das dem Geist des Kundensports entspricht."

Laut Ratel haben die Hersteller Interesse an der Produktion von Fahrzeugen für den Verkauf an Kunden gezeigt: "Wir haben unsere Ideen einer ganzen Reihe von Herstellern vorgestellt, und alle haben höflich zugehört, und es scheint ein potenzielles Interesse zu bestehen. Das könnte für die Hersteller interessant sein, denn es gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Autos im Herzen der Großstädte zu präsentieren".

Ratel hofft auf eine Mischung aus Serien-Elektroautos und Konzeptfahrzeugen in Kleinserie, wie dem Mission R, den Porsche letzten Monat vorgestellt hat. Das GTX-Feld wird von Lastwagen mit Schnellladegeräten unterstützt, die jeweils sechs Autos versorgen können. Ratel hofft, dass 18 Fahrzeuge an der ersten Ausgabe der wiederbelebten Paris-Berlin-Rallye teilnehmen werden.

Mit Bildmaterial von Porsche AG.

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