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Rennbericht

Regen-Poker & Boxen-Chaos: Wildes Debüt-Wochenende der GT Summer Series

Slicks im Regen, ein Abflug in der Parabolika und Verwirrung um das Boxenstopp-Fenster: Die neue GT Summer Series bot in Hockenheim großes Drama

Regen-Poker & Boxen-Chaos: Wildes Debüt-Wochenende der GT Summer Series

Meisterleistung im Nassen: Ole Petersen (im weißen Lamborghini vorne) düpierte im verregneten zweiten Rennen die GT3-Konkurrenz und holte den Gesamtsieg.

Foto: Gedlich Racing

Wenn 19 Rennboliden der Kategorien GT3, GT4 und aus diversen Markenpokalen aufeinandertreffen, ist für Zündstoff gesorgt. Die neue GT Summer Series von Gedlich Racing feierte im Rahmen des "Preis der Stadt Stuttgart" auf dem Hockenheimring ihr offizielles Debüt. Und während die Organisatoren von einem "erfolgreichen Einstand" sprechen, bekamen die Fans vor Ort ein Wechselbad der Gefühle serviert. Denn glatt lief an diesem Wochenende bei weitem nicht alles.

Schon vor den Rennen schrumpfte das Feld. Der Mücke-Aston-Martin von Thilo Goos strich am Freitag mit technischen Problemen die Segel, im Qualifying folgte der nächste Nackenschlag: Motorschaden am Mercedes-AMG GT3 Evo von Przemyslaw Bienkowski (PTT Racing).

Rennen 1: Kroker deklassiert die Konkurrenz

Wenigstens der Wettergott meinte es im ersten Sprint über 30 Minuten gut mit den Akteuren. Alexander Kroker (Audi R8 LMS GT3 Evo II) startete von der Poleposition und ließ der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Während sich dahinter die Bremsen und Reifen sortierten, fuhr Kroker auf und davon. Nach Ablauf der Uhr betrug sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten Thomas Westarp (ebenfalls im Audi) satte 24 Sekunden. Hermann Speck komplettierte im Porsche 991.2 GT3 R das Podium. Ein dominanter Start, der allerdings die Ruhe vor dem Sturm darstellen sollte.

Rennen 2: Der fatale Poker auf Slicks im Regen

Pünktlich zum zweiten Lauf öffnete der Himmel über Baden-Württemberg seine Schleusen. Nasser Asphalt, schwere Sichtbedingungen - die perfekte Bühne für echte Racer. Thomas Westarp führte das Feld zunächst an, wurde aber in Runde drei vom entfesselten Dänen Ole Petersen im Lamborghini Huracán Super Trofeo rasiert. Petersen flog förmlich über den Kurs und übernahm die Spitze.

Gregor Drasal im pinken Lamborghini Huracan GT3 von Leipert Motorsport auf dem Hockenheimring.

Action-Garant in Pink: Gregor Drasal erlebte im Lamborghini Huracan GT3 von Leipert Motorsport ein wildes Wochenende, geprägt von Aufholjagden im Regen und harten Tür-an-Tür-Duellen.

Foto: Gedlich Racing

Dahinter spielten sich jedoch dramatische Szenen ab, ausgelöst durch puren Übermut. Porsche-Pilot Hermann Speck pokerte hoch und ging als einziger Fahrer auf Slicks ins Rennen. Das Resultat war ein Eiertanz mit Ansage. Nachdem er sich bereits in der ersten Kurve gedreht hatte, verlor er in der schnellen Parabolika endgültig die Kontrolle über seinen Neunelfer und schlug frontal in die Leitplanken ein. Speck blieb glücklicherweise unverletzt, doch das Auto war Schrott und das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen. Der Sieg ging somit an Petersen vor Westarp und Matt Rosner.

Rennen 3: Menschliches Versagen sorgt für Boxen-Hektik

Wer dachte, das Drama sei damit vorbei, wurde im abschließenden 50-Minuten-Rennen eines Besseren belehrt. Dieses Mal sorgte nicht das Wetter für Chaos, sondern die Rennleitung selbst.

Nachdem Petersen früh mit einem technischen Defekt ausgerollt war, übernahm Westarp die Führung. Dahinter rückte jedoch Gregor Drasal in den Fokus, der im pinken Leipert-Lamborghini ohnehin das absolute Action-Zentrum des Wochenendes war: Nach einem Bremsdefekt in Rennen eins und einem wilden Dreher im Regen, lieferte er sich in Rennen drei einen harten Tür-an-Tür-Kampf mit Pierre Lemmerz.

Fahrer spritzen mit Champagner auf dem Podium der GT Summer Series

Drei Rennen, drei Sieger: Am Ende überwog die Freude über einen spektakulären und ereignisreichen Saisonauftakt

Foto: Gedlich Racing

Das Duell endete mit einem Kontakt, der Lemmerz ins Aus beförderte und das Safety-Car auf den Plan rief - und zwar exakt in dem Zeitfenster, in dem eigentlich die Boxenstopps stattfinden sollten. Bei Gedlich-Events bleibt das Fenster bei einer Safety-Car-Phase normalerweise geschlossen, um das Feld nicht künstlich durcheinanderzuwürfeln. Doch durch einen menschlichen Fehler wurde die Meldung "Boxenstoppfenster geöffnet" dennoch über die Monitore gejagt.

Im Fahrerlager brach hektische Betriebsamkeit aus. Die Teams stürmten herein, die Reihenfolge wurde komplett auf den Kopf gestellt. Westarp ließ sich davon jedoch nicht beirren: Er profitierte von den Verschiebungen, baute seinen Vorsprung auf über 30 Sekunden aus und holte sich den Sieg im strategischen Finale vor Fabian Dybionka/Igor Klaja im Cup-Porsche. Action-Garant Drasal versuchte am Ende noch den Angriff auf Platz zwei, drehte sich dabei jedoch erneut und strandete auf Rang vier.

Am Ende stehen drei verschiedene Sieger in drei Rennen zu Buche - und jede Menge Geschichten, die für das nächste Event in Oschersleben (29. bis 31. Mai) reichlich Gesprächsstoff liefern werden.

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