Vergessene Helden: Warum Porsche einst vor Eisenach zitterte
Der Rennsport in der DDR war schneller, als viele glauben. Warum die "Hendrik-Medrow-Trilogie" jetzt das perfekte Weihnachtsgeschenk für echte Fans ist.
"Von Blendern, Siegern, Sechszylindern ... - Das staatliche DDR-Rennkollektiv 1951-1957" von Hendrik Medrow
Foto: HB-Werbung HB-Werbung
Der Kalender zeigt den 4. Dezember, die erste Kerze am Adventskranz ist heruntergebrannt und die Tage werden kürzer. Für uns Motorsport-Enthusiasten beginnt damit traditionell die Zeit der Einkehr - aber keinesfalls die des Stillstands. Denn wenn die Motoren auf den Strecken schweigen und die Reifen in den Werkstätten auskühlen, ist der perfekte Moment gekommen, um tief in die Geschichtsbücher einzutauchen.
Gerade die scheinbar ruhige Winterpause bietet die ideale Gelegenheit für eine Zeitreise in eine Epoche, die viele im "Westen" nur grau in Erinnerung haben, die aber auf dem Asphalt so bunt, so laut und technologisch brillant war, dass selbst die Konkurrenz aus Stuttgart-Zuffenhausen nervös wurde.
Der Motorsport im Osten war weit mehr als nur Trabant und Wartburg. Es war der Triumph des Ingenieursgeistes über die Mangelwirtschaft, eine Zeit, in der am Schleizer Dreieck oder dem Sachsenring Weltklasse-Leistungen erbracht wurden. Niemand hat dieses Kapitel deutscher Automobilgeschichte so akribisch und leidenschaftlich aufgearbeitet wie der Autor Hendrik Medrow.
In Zusammenarbeit mit unserem Partner, dem Top-Speed-Fanshop, haben wir drei Werke ausgewählt, die wir redaktionell fast ehrfurchtsvoll als die "Hendrik-Medrow-Trilogie" bezeichnen. Wer noch ein passendes Geschenk für den Vater, den Großvater oder den historisch interessierten Rennfan sucht, sollte jetzt aufmerksam weiterlesen.
Als Eisenach die Weltspitze jagte
Das erste Buch, das wir besonders hervorheben möchten, trägt den Titel "Von Blendern, Siegern, Sechszylindern ...". Es behandelt das staatliche DDR-Rennkollektiv zwischen 1951 und 1957. Viele unserer Leser werden stutzen: Weltspitze? In der DDR?
Wir rekonstruieren die Situation: Alles begann 1951 mit der Gründung des DAMW-Rennkollektivs in Berlin-Johannisthal. Doch den wahren internationalen Durchbruch erlebte die Truppe, als sie später in Eisenach ihre Heimat fand. Ab 1955 besaß die dortige Rennabteilung die schnellsten 1,5-Liter-Rennsportwagen Europas.
Edgar Barth und Arthur Rosenhammer pilotierten Maschinen, die technisch so ausgereift waren, dass Porsche der einzig verbliebene ernsthafte Gegner war. Medrow gelingt es in diesem wuchtigen A4-Hardcover-Band auf 336 Seiten, diese fast vergessene Dominanz wiederzubeleben.
Der Autor stützt sich dabei auf über 700 Fotos und Dokumente, teilweise direkt aus den Nachlässen der Fahrer und dem Archiv der "Automobile Welt Eisenach". Wenn man liest, wie das Kollektiv bei 60 Rennveranstaltungen und 208 Einsätzen um jede Sekunde kämpfte, spürt man förmlich die Anspannung in der Boxengasse. Es ist eine Chronik des Aufstiegs eines international beachteten Rennstalls, bevor diese Ära endete.
Die Ingenieure der "Flundern": Sportwagen der DDR-Gruppe B
Wir springen zeitlich nach vorn, in die 1970er-Jahre. Das zweite Buch unserer Empfehlung, "Von Flundern, Spydern und Exoten", widmet sich einem ganz speziellen Kapitel: der Gruppe B der DDR. Wichtig hierbei: Es handelt sich nicht um die spätere Rallye-Monster-Klasse der FIA, sondern um die offenen Rennsportwagen des Ostens, oft als Spyder bezeichnet.

"Von Flundern, Spydern und Exoten - Die Gruppe B in der DDR" und "Von Könnern, Machern und Legenden - Akteure im Automobilrennsport der DDR" von Hendrik Medrow
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In diesem Werk steht die technische Faszination im Vordergrund. Medrow hat sich hierfür Unterstützung von Helmut Tschernoster geholt - einem Mann, den man ohne Übertreibung als "guten Geist" dieser Szene bezeichnen kann. Tschernoster hat die offenen Sportwagen nicht nur aus ingenieurtechnischer Sicht bewertet, sondern selbst (zusammen mit Georg Reinhard) einen solchen Spyder konstruiert und zur Rennreife gebracht.
Dieses Buch ist mit 128 Seiten kompakter, aber inhaltlich extrem dicht, da es auf Tschernosters umfangreichem Wissen und seiner Dokumentation "Sie fuhren nur wenige Sommer" aufbaut. Wer verstehen will, wie diese flachen Rennwagen konstruiert wurden und wie sie sich im internationalen Vergleich schlugen, kommt an diesem Werk nicht vorbei. Für 28,00 Euro ist es ein tiefer Einblick in die Technikgeschichte.
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Menschen, Mythen, Motoren
Technik ist faszinierend, aber Motorsport lebt von seinen Helden. Das dritte Buch im Bunde, "Von Könnern, Machern und Legenden", rückt die Akteure in den Mittelpunkt. Von 1970 bis 1990 blickt Medrow auf die Männer hinter dem Lenkrad und an der Boxenmauer.
Es sind über 60 Porträts, die eine Atmosphäre wiederbeleben, die unwiederbringlich verloren ist. Die Geschichten von den Rennwochenenden, der Zusammenhalt im Fahrerlager, aber auch die sportlichen Höhepunkte auf der Strecke werden hier greifbar. Besonders wertvoll macht diesen Band aus unserer Sicht der Statistikteil. Erstmals werden hier Platzierungen der Spitzenfahrer aller Rennklassen über zwei Jahrzehnte hinweg kompakt aufbereitet.
Gerade jetzt, wo viele Bücher teurer werden, ist dieses Werk im Top-Speed-Fanshop aktuell reduziert (25,00 Euro statt 34,00 Euro). Ein Schnäppchen für jeden, der das "Who is Who" des Ost-Rennsports im Regal stehen haben möchte.
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Fazit: Geschichte, die unter den Baum gehört
Warum empfehlen wir Ihnen diese Bücher heute, so kurz vor Weihnachten? Weil sie mehr sind als nur Tabellen und Schwarz-Weiß-Fotos. Sie sind ein Zeugnis einer Zeit, in der Leidenschaft und technisches Können Großes hervorbrachten. Hendrik Medrow schreibt nicht trocken akademisch, sondern mit der Verve eines Fans, der aber die Präzision eines Chronisten wahrt.
Uns ist ein Anliegen, dass diese Leistungen nicht in Vergessenheit geraten. Für jüngere Leser ist es eine Augenöffnung: Motorsport war auch hinter dem Eisernen Vorhang erstklassig. Machen Sie sich oder Ihren Liebsten eine Freude. Die Lieferzeit beträgt ca. 3-5 Werktage - wenn Sie jetzt bestellen, liegt das Paket pünktlich unter dem Baum.
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