DTM-Star Kelvin van der Linde wirft ein Auge auf die LMP2

Kelvin van der Linde spekuliert auf einen Platz im LMDh-Programm von Audi und plant deshalb in der nächsten Saison weitere Starts im LMP2-Auto

DTM-Star Kelvin van der Linde wirft ein Auge auf die LMP2

Im GT3-Sport ist Kelvin van der Linde seit Jahren einer der schnellsten Fahrer. Nun will der 25-jährige Südafrikaner den nächsten Schritt machen und sich für einen Fahrerplatz im Le-Mans-Projekt von Audi empfehlen - mit weiteren Starts im LMP2-Boliden.

"Unser Plan ist es, weiterhin nach Möglichkeiten in der LMP2 zu suchen, und wenn sich für das nächste Jahr eine Gelegenheit ergibt, werden wir das definitiv in Betracht ziehen", sagt van der Linde der englischsprachigen Version von 'Motorsport.com'. "Und dann hängt es von Audi ab."

Audi wird 2023 mit einem LMDh-Auto in die Langstrecken-WM und im IMSA-Serie zurückkehren. Es steht zu erwarten, dass bei der Suche nach Fahrern auch auf Piloten aus dem aktuellen GT3-Kader zurückgegriffen wird. Und dabei hofft van der Linde, der derzeit um den Titel in der DTM kämpft, zum Zuge zu kommen.

Beim LMP2-Debüt auf Anhieb schnell

"Natürlich versucht jetzt jeder GT3-Fahrer das Gleiche", ist sich van der Linde der Konkurrenz im Audi-Lager bewusst, "aber ich denke, wir hatten das Glück, recht früh in den 'Bus' zu steigen, um diese Erfahrung zu sammeln. Wir werden uns in den nächsten Monaten weiter umsehen, je nachdem, was hinter den Kulissen passiert."

Erste Erfahrungen im Prototypen hat van der Linde in diesem Jahr in der Asian-Le-Mans-Series gesammelt. Bei seinem Debüt im LMP2-Auto von Phoenix war er Anfang des Jahres in Abu Dhabi zusammen mit Simon Trummer und Matthias Kaiser auf Platz vier gefahren, im nächsten Rennen an gleicher Stelle stand das Trio als Dritte auf dem Podium.

Nicht nur wegen dieser Ergebnisse war van der Linde mit seinem Auftritt auf dem Yas Marina Circuit sehr zufrieden. "Ich hatte Glück, dass es wirklich gut lief, verglichen mit den anderen Jungs. [Ferdinand] Habsburg war dort, [Tom] Blomqvist war dort", sagt van der Linde.

Kaum Erfahrungen mit Abtriebsautos

"Ferdinand hat in diesem Jahr Le Mans gewonnen und Blomqvist war Zweiter in Le Mans. Sie haben die asiatische Le-Mans-Serie gewonnen. Ich konnte schon nach ein paar Runden, als ich zum ersten Mal einem LMP-Renner fuhr, mit diesen Jungs mitfahren", so der Südafrikaner. "Das ist wirklich positiv für mich, vor allem wenn man sieht, wie konkurrenzfähig sie danach in der WEC und ELMS waren."

Kelvin van der Linde

In der DTM ist Kelvin van der Linde die Speerspitze von Audi

Foto: DTM

Dabei war der Start im LMP2-Auto für can der Linde in einer Beziehung ein Sprung ins kalte Wasser. "Ich bin nie ein Formelauto gefahren, also hatte ich keinen Aero-Hintergrund. Ich habe 2016 einen DTM-Test gemacht, das war meine einzige Erfahrung mit hohem Abtrieb, die ich vor diesem LMP2-Rennen gemacht habe", sagt der Südafrikaner, der über den VW-Scirocco-Markenpokal in den GT3-Sport gekommen war.

2022 will van der Linde daher neben seinen GT3-Einsätzen weiter Erfahrungen im LMP2-Auto sammeln. "Ich würde sagen, dass wir jetzt definitiv schon auf das nächste Jahr schauen, um zu sehen, ob wir eine asiatische Le-Mans-Serie oder ein ELMS [European-Le-Mans-Series]-Programm auf die Beine stellen können", sagt er.

Van der Linde glaubt: "Muss Audi nicht überzeugen"

Allerdings glaubt van der Linde, der 2014 in seinem ersten GT3-Jahr bei Audi sowie 2019 den Titel im ADAC GT Masters gewann und 2017 mit einer furiosen Fahrt im Regen den Gesamtsieg der vier Ringe beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sicherte, nicht, dass seine Vorstellungen im LMP2-Auto entscheidend für einen möglichen Platz im LMDh-Projekt von Audi sein werden.

"Ich bin seit acht Jahren bei Audi, also denke ich nicht, dass ich sie in irgendeiner Weise überzeugen muss", sagt er. "Sie konnten mich im Formel-E-Simulator analysieren, ich habe einen Formel-E-Rookie-Test gemacht, ich habe einen DTM-Rookie-Test gemacht, ich habe mehrere Meisterschaften mit ihnen in der GT3 gewonnen. Also denke ich, dass sie in der Lage waren, mich zu analysieren."

"Ich glaube nicht, dass das Fahren eines LMP2-Autos für ein Jahr wirklich einen Unterschied machen oder ihre Meinung auf eine verrückte Art und Weise ändern würde", ist van der Linde überzeugt. "Es ist nur eine weitere Bestätigung dafür, dass ich meine Fahrweise wahrscheinlich an diese Art von Autos anpassen kann, was ich auch bestätigen konnte. Mal sehen, wohin die Reise in den nächsten paar Monaten geht."

Mit Bildmaterial von Gruppe C.

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