Neues Leben für den Vandervell 680: Vanwall will zurück in die WEC
Vanwall arbeitet nach zwei Jahren Pause an einem umfassend überarbeiteten Hypercar und peilt erst die ALMS und anschließend die WEC-Rückkehr an
Der Vanwall Vandervell 680 soll auf die Rennstrecke zurückkehren
Foto: LAT Images
Vanwall arbeitet an einer Rückkehr in die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Zwei Jahre lang wurde am hauseigenen LMH-Prototyp gefeilt, nachdem das Projekt nach nur einer Saison im WEC vorläufig gestoppt worden war. Nun steht die britische Traditionsmarke, deren Einsatzfahrzeug von ByKolles betreut wird, offenbar vor einem Neustart.
Das Team aus Österreich nutzte die zurückliegende Zeit, um die Problemzonen des 2023 eingesetzten Vandervell 680 LMH anzugehen. Dabei wurde nicht nur der Antriebsstrang komplett überarbeitet. Vanwall verabschiedete sich vom 4,5-Liter-Gibson-V8, der in der Premierensaison für reichlich Ärger sorgte. Stattdessen kommt nun ein 3,5-Liter-Biturbo-V8 von Pipo zum Einsatz, identisch mit dem Aggregat im Glickenhaus SCG 007.
Neben der neuen Motorbasis erhielt der Vandervell 680 ein umfassendes Upgrade in zentralen Bereichen wie Aerodynamik und Mechanik. Besonderes Augenmerk lag auf optimierten Lufteinlässen und einem verbesserten Luftstrom rund um die Karosserie. Auch Kühler, Ladeluftkühler und Abgasführung wurden neu abgestimmt, um das Leistungsplus des Pipo-Aggregats voll auszuschöpfen.
Schub gibt außerdem die Entscheidung des ACO, LMH- und LMDh-Fahrzeuge für die Asian-Le-Mans-Series (ALMS) zuzulassen. Marken, die aktuell nicht im WEC vertreten sind, bekommen dadurch frische Einsatzmöglichkeiten und können ihre Prototypen wieder regelmäßig bewegen.
Vanwall kündigte am Donnerstagabend offiziell an, in der ALMS-Saison 2026 bis 2027 an den Start gehen zu wollen. Die Serie soll privaten Teams und Bronze-Fahrern verstärkt Zugang zu Hypercar-Material bieten. Darüber hinaus formulierte die Marke klar das Ziel, 2027 in die WEC zurückzukehren, vorbehaltlich einer Einladung durch ACO und FIA.
"Die sorgfältige Leistungsanalyse unserer ersten WEC-Saison hat klar gezeigt, in welchen Bereichen Verbesserungen notwendig sind. Ich bin überzeugt, dass die Maßnahmen nach dem technischen Review und die jüngsten Modifikationen zu deutlichen Fortschritten auf der Strecke führen werden", sagt Teamchef Colin Kolles.
"Wir haben sehr konstruktive Gespräche mit WEC und ACO über eine Rückkehr im Jahr 2027 geführt. Wie immer hängt die Teilnahme jedoch davon ab, dass das Team eine Einladung erhält. Unsere Unterstützung für die neue Hypercar-Klasse der ALMS 2026 ist ein deutliches Zeichen für unsere Absicht und unser langfristiges Engagement."
Vanwall bestritt bisher nur die WEC-Saison 2023. Das beste Ergebnis war ein achter Platz in der Hypercar-Klasse und Rang 30 im Gesamtklassement beim Saisonauftakt in Sebring. Während Esteban Guerrieri das komplette Jahr fuhr, wechselten sich gleich fünf Fahrer auf den übrigen beiden Plätzen ab.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.