24h Spa 2026: Desaster für McLaren, Ferrari zurück in Führungsrunde
Die Nacht bei den 24 Stunden von Spa brachte den Ferrari #51 in die Führungsrunde zurück - Abstriche für McLaren und Lamborghini - Mini-Regen statt Unwetter
Der BMW rund um Valentino Rossi führt am frühen Morgen in Spa
Foto: SRO/JEP SRO/JEP
Zahlreiche Safety-Cars, ein bisschen Regen und einige Verluste von Top-Fahrzeugen: Die Nacht bei den 24 Stunden von Spa 2026 (hier im Livestream!) ist Geschichte. Am Sonntagmorgen um 6 Uhr führte der WRT-BMW #46 (Rossi/Harper/Hesse).
Die Nachricht der Nacht ist aber, dass der AF-Corse-Ferrari #51 (Rovera/Mosca/Nielsen) nach seinem Reifenschaden wieder in der Führungsrunde ist. Das ist eine außerordentliche Leistung, da es bei den 24 Stunden von Spa aufgrund des fehlenden Wave-bys für den Pro-Cup und die Safety-Cars vorgeschalteten Full-Course-Yellows ausgesprochen schwierig ist, eine einmal verlorene Runde zurückzugewinnen.
Auch blieben die großen Unwetter aus. Ein Gewittercluster zog nordwestlich an der Strecke vorbei, was für eine spektakuläre Show mit Blitzen und Wetterleuchten in der Nacht sorgte. Ein Ausläufer traf die Strecke dann doch noch genau bei Halbzeit, es blieb jedoch bei einem kurzen Regenschauer.
Beide Garage-59-McLaren aus Siegkampf raus
Noch bevor es komplett dunkel war, musste der Grasser-Lamborghini #63 (Perera/Paul/Bortolotti) mit Motorproblemen die Box aufsuchen. Mehrere Stunden später wurde er noch einmal kurz rausgeschickt, bevor GRT Grasser das Rennen endgültig aufgab.
Nur wenige Minuten später knallte es bei einem der Favoriten: Der Garage-59-McLaren #59 (Loake/MacDonald/Kirchhöfer) mit einem Aufhängungsproblem vorne rechts an die Box. Die Mechaniker bauten noch die Bremse aus, dann wurde der 720S GT3 als Ausfall gemeldet.
Garage 59 hatte noch das Auto aus dem Gold-Cup im Kampf um den Gesamtsieg, die #58 (Fleming/Prette/Goethe). Dieser kam zunächst gut durch die Nacht, obschon Louis Prette in der Bus-Stop-Schikane von Morris Schurings Boutsen-VDS-Porsche #2 (Schuring/Boccolacci/Picariello) umgedreht wurde, was dem Niederländer eine Durchfahrtsstrafe einbrachte.
Doch in den frühen Morgenstunden verlor Garage 59 auch sein zweites Ass, als Oliver Goethe den Boliden mit einem Frontschaden an die Box brachte. Kühlwasser trat aus, die Reparatur dauert noch an.
Viele Safety-Car-Phasen in der Nacht
Insgesamt gab es fünf FCY-to-SC-Phasen seit Einbruch der Nacht. Die erste davon, die vierte insgesamt, wurde kurz vor dem Ende der siebten Stunde ausgerufen, als Sebastien Baud im Comtoyou-Aston-Martin #21 (Baud/Dorison/Pauwels/Söderström) einen heftigen Unfall in der Courbe Paul Frere hatte.
Danach gab es nur zehn Minuten unter Grün, bis das Safety-Car erneut ausrücken musste. In der Fagnes-Kurve (auch Pif-Paf) wurde Jonathan Huis Tempesta-Porsche #93 (Cheever/Hui/Froggatt/Jansen) umgedreht. Im Dreher wurde er von Alexei Nessows Pure-Rxcing-Porsche #9 (Nessow/Trulli/Malichin/Hofer) getroffen, der im Kiesbett stecken blieb. Für beide Porsche 911 GT3 R (992) war das Rennen beendet.
Danach gab es immerhin 80 Minuten unter Grün, bevor der JMW-Ferrari #60 (Kiefer/Ineichen/Heinemann/Chovet) mit einem technischen Problem stehen blieb und dabei auch leicht brannte.
In dieser Phase griff der AF-Corse-Ferrari #51 zu einem strategischen Geniestreich, der ihn zurück in die Führungsrunde brachte: Er stoppte nicht unter FCY, sondern blieb draußen und überholte dadurch den Führenden, um sich zurück zu runden.
Anschließend sortierte er sich am Ende der SC-Schlange ein und absolvierte seinen Stopp unter Safety-Car kurz vor dem Restart. So kam er mit einer halben Runde Rückstand auf den Führenden wieder auf die Strecke und hatte die so wichtige Führungsrunde zurück.
Der Rowe-BMW #98 (Farfus/Dennis/Marciello) wurde durch einen Reifenschaden zurückgeworfen, als er sich gerade auf Rang drei vorgearbeitet hatte. Mehrere Stunden fuhr er "off sequence" am Ende der Führungsrunde, bis ihn die sechste Safety-Car-Phase wieder in die Reihe brachte, wenn auch außerhalb der Top 10.
Einziger Pro-Audi nach Unfall draußen
Eine weitere Safety-Car-Phase wurde am Ende der elften Stunde ausgelöst, als Markus Winkelhock mit dem Eastalent-Audi #84 (Reicher/Winkelhock/Haase) in der Blanchimont einplankte, der zuvor schon mehrere Runden auf die Spitze verloren hatte.
Keine halbe Stunde nach dem Restart schlug das nächste Auto in Blanchimont ein. Diesmal war es Sarah Bovy im Comtoyou-Aston-Martin #700 (Knauf/Servais/Bovy/Baert), die nach einer Berührung mit einem anderen Auto Volley in den Reifenstapel einschlug. Das sorgte für eine lange FCY-to-SC, die fünfte der Nacht und die achte insgesamt.
Während der FCY kam der Regen an, der allerdings so kurz ausfiel, dass bis zum anschließenden Restart fast alle Fahrzeuge bereits wieder Slicks aufgezogen hatten. Alle für den Gesamtsieg relevanten Fahrzeuge absolvierten ihren obligatorischen 5-Minuten-Service, der zwischen der zwölften und 22. Stunde absolviert werden muss.
Nur wenige Minuten später musste auch der HRT-Ford #64 (Maini/Scherer/Drouet) eine bittere Pille schlucken: Wegen zu schnell Fahrens unter FCY musste Arjun Maini eine Stop-and-Go-Strafe von 60 Sekunden absitzen. Der Ford Mustang GT3 Evo braucht damit eine weitere SC-Phase, um wieder in Tuchfühlung zur Spitze zu kommen.
GTWC-Punkte nach 6 und 12 Stunden
Nach 6 Stunden:
1. Eastalent-Audi #84 (Reicher/Winkelhock/Haase) - 12 Punkte
2. WRT-BMW #32 (van der Linde/Pepper/Weerts) - 9 Punkte
3. Winward-Mercedes #48 (Auer/Stolz/Engel) - 7 Punkte
4. Garage-59-McLaren #58 (Fleming/Prette/Goethe) - 6 Punkte
5. Rowe-BMW #98 (Farfus/Dennis/Marciello) - 5 Punkte
6. HRT-Ford #64 (Maini/Scherer/Drouet) - 4 Punkte
7. Boutsen-VDS-Porsche #2 (Schuring/Boccolacci/Picariello) - 3 Punkte
8. Rowe-BMW #998 (de Wilde/Tramnitz/Klingmann) - 2 Punkte
9. WRT-BMW #46 (Rossi/Harper/Hesse) - 1 Punkt
Nach 12 Stunden:
1. Kessel-Ferrari #74 (Blattner/Tuck/Jaubert/Marschall) - 12 Punkte
2. Paradine-BMW #991 (Fourie/Leung/Pittard/Kellett) - 9 Punkte
3. Garage-59-McLaren #58 (Fleming/Prette/Goethe) - 7 Punkte
4. Winward-Mercedes #48 (Auer/Stolz/Engel) - 6 Punkte
5. Lionspeed-Porsche #80 (Feller/Preining/Buus) - 5 Punkte
6. Verstappen-Mercedes #3 (Juncadella/Lulham/Gounon) - 4 Punkte
7. HRT-Ford #64 (Maini/Scherer/Drouet) - 3 Punkte
8. WRT-BMW #46 (Rossi/Harper/Hesse) - 2 Punkte
9. Walkenhorst-Aston-Martin #34 (Day/Krognes/Chaves) - 1 Punkt
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