24h Spa - Scheider relativiert Pier-Guidi-Manöver: "Bin nicht feucht geworden"

Alessandro Pier Guidi gewann die 24h Spa 2021 für Ferrari per Sensations-Manöver - Timo Scheider hingegen wundert sich über den Hype, den der Move ausgelöst hat

24h Spa - Scheider relativiert Pier-Guidi-Manöver: "Bin nicht feucht geworden"

Es war die herausragende Szene der 24h Spa 2021: Ferrari-Fahrer Alessandro Pier Guidi kassierte seinen Audi-Rivalen Dries Vanthoor neun Minuten vor Schluss per Sensations-Move auf der Außenbahn in Blanchimont - und das auf nasser Strecke! Damit brachte der Italiener den 488 GT3 mit der #51 von Iron Lynx (Pier Guidi/Nielsen/Ledogar) wieder auf die Siegerstraße.

Der zweifache DTM-Champion und Spa-Gesamtsieger Timo Scheider zeigte sich allerdings im 'ran-racing-Podcast' überrascht über die Hysterie, die das Manöver vielerorts verursachte: "Ich habe es gesehen und habe mich gewundert, dass das Winning Overtake so viel Hype ausgelöst hat, das muss ich ehrlich sagen. Der Ferrari war so viel schneller auf der Geraden, der hat mit so viel Überschuss da vorbeifahren können."

Scheider glaubt, dass die Gemengelage eine große Rolle bei der Wahrnehmung von Pier Guidis Überholmanöver spielt. "Es war ein geiler Move, weil es der Führungs-Move neun Minuten vor Schluss war, natürlich. Aber ich bin jetzt deswegen nicht feucht geworden. Also außer auf der Strecke war da nicht viel nass", relativiert er.

Zuvor duellierten sich der Ferrari und der WRT-Audi #32 (D. Vanthoor/Weerts/K. van der Linde) im Kampf um den Gesamtsieg über Stunden. Stellenweise hing der Audi dem Ferrari im Nacken und machte Druck. Doch das Iron-Lynx-Team hatte stets die Nase vorn - bis man sich beim finalen Regeneinbruch in der letzten regulären Stopp-Runde verpokerte und Slicks aufzog.

Die Ferrari-Mannschaft behob den Fehler drei Runden später, gab dadurch aber die Spitzenposition an den Audi ab, nachdem man zuvor rund zwölf Stunden lang in Führung lag. In einem dramatischen Endspurt auf nasser Strecke über 28 Minuten schloss Pier Guidi die Lücke von rund fünf Sekunden auf Vanthoor. 13 Minuten vor Schluss war der direkte Anschluss hergestellt.

Neun Minuten vor Schluss sah er seine Gelegenheit: Vanthoor machte einen kleinen Fehler beim Herausbeschleunigen aus Stavelot, woraufhin Pier Guidi zum siegbringenden Manöver ansetzte. Im Ziel war der Ferrari-Fahrer der gefeierte Held. Scheider bleibt bei seiner Meinung: "Ganz viele haben das als Mega-Move gesehen. War geil, aber es war jetzt für mich nicht so, dass ich ausflippen muss."

Alessandro Pier Guidi hat zusammen mit Nicklas Nielsen und Come Ledogar für Ferrari den ersten Gesamtsieg bei den 24h Spa seit 2004 eingefahren. Gleichzeitig haben sie die seit 2010 bestehende Erfolgsserie der deutschen Hersteller beim Langstrecken-Klassiker in den Ardennen beendet.

Mit Bildmaterial von SRO.

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