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Great Wall Motor kündigt erstes chinesisches GT3-Programm an

Historisches liegt in der Luft: Das erste chinesische GT3-Projekt wurde von Great Wall Motor angekündigt - GWM legt gleich eine ganze Racing-Marke auf

Great Wall Motor kündigt erstes chinesisches GT3-Programm an

Auf einem noch geheim gehaltenen Great Wall Motor Supercar soll die GT3-Version basieren

Foto: GWM GWM

Die chinesische Motorsport-Offensive wird um ein Kapitel reicher: Great Wall Motor (GWM) wird seinen ersten GT3-Boliden auflegen. Der chinesische Konzern kündigte dafür gleich eine komplett neue Submarke mit dem Namen "Great Faith" (GF) an.

Der GT3-Bolide soll auf einem neuen Supercar mit 4-Liter-V8-Turbomotor basieren, das in der Straßenversion 1.000 PS (manche Quellen sprechen von 1.200 PS) leisten soll. Das Kohlefaser-Chassis soll dabei die Marke von 1.300 Kilogramm nicht überschreiten. Für die GT3-Variante wird die Leistung natürlich auf 600 PS gedrosselt und der Hybridantrieb rausfliegen.

An dem Projekt wirkt mit Adam Thomson der ehemalige Chefingenieur des McLaren-GT-Projekts mit, was auch die Wahl auf Kohlefaser beim Chassis erklärt. "Das Carbon-Monocoque ist eine unserer drei Schlüsselkomponenten. Er trägt nicht nur die Sitzstrukturen für die Passagiere, sondern stützt auch die gesamte restliche Karosseriestruktur des Fahrzeugs", sagt Thomson in einem GWM-Interview in den sozialen Medien.

"Der Hauptgrund für den Einsatz von Verbundwerkstoffen - in diesem Fall Kohlefaser - ist zum einen das deutlich bessere Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht. Es ermöglicht uns, eine sehr steife und stabile Fahrzeugstruktur zu bauen. Das bietet uns eine solide Basis für Hochleistungsfahrzeuge. Für maximale Kontrolle braucht man Steifigkeit in der Plattform, und Carbon ist ein sehr effektiver Weg, um Gewicht einzusparen und gleichzeitig die Steifigkeit zu erhöhen."

"Das zweite Element an der Fahrzeugfront ist der P4-Elektromotor. Dieser Motor treibt die Vorderachse an. Er besteht aus Magnesium, einer extrem leichten Legierung, und wird von einer hochenergetischen Batterie gespeist, die an anderer Stelle im Fahrzeug untergebracht ist."

"Das letzte Element ist der völlig neue 4-Liter-V8-Benzinmotor im Heck. Dieser ist mit einem ebenfalls neuen 9-Gang-Getriebe und einem P2-Elektromotor hinten gekoppelt. Man hat also einen Elektromotor an der Front und einen Verbrennungsmotor in der Mitte zusammen mit dem P2-Motor."

GWM-Chef Jianjun Wei war persönlich beim Formel-1-Rennen in Shanghai vor Ort und testete an gleicher Stelle wenig später einen GT-Boliden beim Vorsaisontest zur chinesischen GT-Meisterschaft.

China steht vor einem großen Push in den europäisch geprägten Motorsport. In den vergangenen Monaten haben mehrere Marken Pläne angekündigt oder zumindest für Gerüchte gesorgt. China möchte den weltweiten Automobilmarkt aufmischen und sieht im Motorsport ein geeignetes Vehikel, um Brand Awareness zu erzeugen.

Dazu zählen ein Hypercar-Programm des Chery-Konzerns sowie ein möglicher Einstieg von Lynk & Co, nachdem der Geely-Konzern, dem bereits seit langer Zeit Le-Mans-Ambitionen nachgesagt werden, Geely mit seiner Eigenmarke das TCR-Programm übernommen hat.

Weitere Gerüchte, ebenfalls im Le-Mans-Fahrerlager, drehen sich um BYD. Der Motorsport Aktuell zufolge soll der Autobauer weite Teile des WEC-Programms von Alpine aufkaufen, das nach der Saison 2026 eingestellt wird.

Chinesische Autos wurden bislang vor allem mit günstigen Elektroantrieben in Verbindung gebracht. Zunehmend drängen chinesische Automarken aber auch bei Verbrennungsmotoren in den Markt - vor allem, weil diese sich auf dem Heimatmarkt kaum mehr verkaufen lassen.

Für große Emotionen standen die China-Hersteller bislang nicht. Motorsportprogramme und Supercars könnten ein Versuch sein, das Image künftig zu ändern.

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