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GT3-Erfinder warnt Hersteller: "Wir werden direkt gegen die Wand fahren"

SRO-Boss Stephane Ratel warnt die Hersteller vor einer gefährlichen Entwicklung in der GT3-Kategorie: Wenn man so weitermache, fahre man "direkt gegen die Wand"

GT3-Erfinder warnt Hersteller: "Wir werden direkt gegen die Wand fahren"

SRO-Boss Stephane Ratel warnt vor einer falschen Entwicklung im GT3-Sport

Foto: SRO/JEP SRO/JEP

Die GT3-Kategorie hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten zur absoluten Benchmark im weltweiten Sportwagensport entwickelt und ist heute kaum noch wegzudenken. Doch nun warnt GT3-Schöpfer Stephane Ratel vor einem großen Fehler der Hersteller: der aktuellen Entwicklung hin zu immer extremeren Fahrzeugen.

"Ich hatte gestern ein sehr wichtiges Treffen mit den zehn Herstellern, die in der GT3 engagiert sind", sagte der Franzose am Samstag in Spa. "Dort habe ich ihnen gesagt, dass wir, wenn sie so weitermachen wollen, direkt gegen die Wand fahren werden."

Der SRO-Boss, der die GT3-Kategorie vor 20 Jahren gemeinsam mit dem Automobil-Weltverband FIA ins Leben rief, warnt vor dem Trend, Rennwagen zunächst für die Strecke zu entwickeln und sie erst anschließend für den Straßenverkehr zu homologieren.

Zwar nannte Ratel keine konkreten Hersteller, doch es liegt auf der Hand, dass er sich vor allem auf den neuen Toyota GR GT3, den kürzlich vorgestellten Genesis GT3 Concept und den neuen GT3-Boliden von Mercedes-AMG bezieht, der auf dem eigens entwickelten Concept AMG GT Track Sport basiert.

GT3-Entwicklung erinnert an das Ende der GT1-Ära

"Es ist völlig klar: Wenn die Interessengruppen, die FIA und die Hersteller diesen Weg gehen wollen, dann würde ich der nächsten GT-Kommission vorschlagen, die Kategorie in GT1 umzubenennen - denn genau das ist sie", wird Ratel deutlich und zieht damit einen Vergleich zur unrühmlichen Vergangenheit.

Die damaligen Rennwagen, etwa der Porsche 911 GT1 und der Mercedes CLK-GTR, lösten in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre ein Wettrüsten aus, das letztlich zum Ende der GT1-Klasse führte. Diesen Fehler dürfe man jetzt nicht wiederholen, warnt der Franzose.

"Wenn man ein Auto bis an die Grenzen des Reglements entwickelt und es anschließend für den Straßenverkehr homologiert, dann ist das GT1", betont der SRO-Boss. "GT3 bedeutet, ein Straßenfahrzeug zu nehmen und es anschließend für den Rennsport anzupassen."

Der Weg, den einige Hersteller nun einschlagen, treibt die Kosten sowohl beim Kaufpreis als auch im Betrieb in die Höhe. Das spiele in Profi-Serien wie der Langstrecken-WM oder der GT-World-Challenge zwar eine geringere Rolle, wohl aber in den untergeordneten Serien, auf denen der Erfolg der GT3 maßgeblich beruhe.

Ratel fordert eine Art "Schiedsrichter" für die GT3

Die Anzahl der Rennfahrzeuge, die jeder Hersteller verkaufen könne, sei für dessen wirtschaftliche Gesundheit von entscheidender Bedeutung. Die Lösung, die Ratel vorschlägt, wäre eine Art Regelhüter oder Schiedsrichter, der entscheide, was als "GT-Sportwagen" gelte und damit für die GT3 geeignet sei.

"Schauen Sie sich die Geschichte an: Als wir den Ferrari 550 Maranello GTS gegen den Aston Martin DBR9 und die Chevrolet Corvette C6.R hatten und dann plötzlich ein Maserati MC12 auftauchte, konnte selbst ein Zehnjähriger den Unterschied erkennen", sagt der SRO-Boss.

"Man braucht einen klaren Blick und muss sagen: 'Das ist zu radikal. Gehen Sie zurück ans Zeichenbrett und kommen Sie mit einem Auto wieder, das dem Geist des Reglements entspricht.'" Zudem sei es wichtig, die "vier Säulen" der GT3-Klasse zu beachten.

Damit meint der Franzose die Verwendung echter Serienfahrzeuge als Basis für GT3-Rennwagen, die Beteiligung exklusiver Marken, Kosteneffizienz sowie eine starke Kundenunterstützung durch die Hersteller. Allerdings, so Ratel, halten sich derzeit nicht alle Hersteller an diese Grundprinzipien.

Deshalb habe er mit Kritik nicht gespart und die betroffenen Hersteller gewarnt. "Ich habe ganz offen mit ihnen gesprochen und gesagt: 'Wegen euch ist das passiert, und wegen euch ist jenes passiert'", verrät Ratel, der auch künftig für die Zukunft der GT3-Kategorie kämpfen will.

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