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Rennbericht

GTWC: Verstappen-Mercedes hebt bei Vierkampf spektakulär ab

Vier Autos nebeneinander, ein fliegender Mercedes - Die Szene mit Jules Gounon auf der Mistral-Geraden war das Spektakel beim GTWC-Auftakt in Paul Ricard

GTWC Le Castellet: Verstappen-Mercedes mit Flugeinlage bei 4-wide

Zu viert rasten die GT3-Autos nebeneinander auf der Mistral-Geraden

Foto: GTWC GTWC

Comtoyou Racing hat beim Saisonauftakt der GT-World-Challenge-Europe (GTWC) auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet (Frankreich) in der Schlussphase des Rennens den Sieg geholt. Der #7 Aston Martin von Nicki Thiim, Marco Sorensen und Mattia Drudi bot den Fans eine spektakuläre Schlussphase und übernahm weniger als zehn Minuten vor dem Zieleinlauf die Führung.

Den Großteil des Sechsstundenrennens dominierte das #48 Mercedes-AMG Team (Lucas Auer, Luca Stolz, Maro Engel), das von der Poleposition gestartet war und auch zu Beginn des letzten 60-minütigen Stints noch in Führung lag. Ein klarer Sieg schien vorprogrammiert.

Ein später Safety-Car-Einsatz schob das Feld jedoch wieder zusammen. Trotzdem hatte der Aston Martin einen schwierigen Weg zum Sieg vor sich. Thiim musste mehrere überrundete Fahrzeuge überholen und einen Rückstand von mehr als drei Sekunden auf Auer aufholen.

Der Däne fuhr in gewohnt aggressiver Manier, machte kurzen Prozess mit dem Verkehr und schloss schnell zum Führenden auf. Auer verteidigte sich entschlossen, als Thiim am Ende der Mistral-Geraden seinen ersten Angriff startete.

Eine Runde später setzte der Aston Martin zum zweiten Mal an. Diesmal nutzte Thiim einen kleinen Fehler des Österreichers zum Überholmanöver, woraufhin die Comtoyou-Mechaniker jubelnd von ihren Plätzen sprangen.

Der Sieg war umso bemerkenswerter, als der Aston Martin am Ende des ersten Stints einen Reifenschaden erlitt. Sorensen konnte gerade noch rechtzeitig an die Box fahren. Es war der erste Sieg des Teams seit den 24 Stunden von Spa im Jahr 2024.

Den dritten Platz sicherte sich der #58 Garage 59 McLaren mit Benjamin Goethe, Louis Prette und Tom Fleming. Platz vier belegte der Vorjahressieger, der #32 WRT BMW. Kelvin van der Linde, Jordan Pepper und Charles Weerts kämpften sich vom zehnten Startplatz nach vorn.

Vier Autos auf der Mistral-Geraden nebeneinander

Zeitweise sah es danach aus, dass Mercedes-AMG alle drei Podiumsplätze besetzen könnte, doch das #17 GetSpeed-Auto und das unter dem Namen Verstappen Racing firmierende 2 Seas-Auto mit der Startnummer 3 konnten mit dem Tempo des führenden Winward-Teams nicht mitgehen.

Beide Autos wurden in der zweiten Stunde durch ein sensationelles Doppelmanöver auf der Mistral-Geraden überholt. Das war die Szene des Rennens. Im Windschatten von drei Autos zog Gounon im Verstappen-Mercedes nach rechts und geriet auf einen Randstein.

Der Randstein hebelte den Mercedes aus, der daraufhin durch die Luft sprang. Zu diesem Zeitpunkt rasten vier Autos nebeneinander mit Höchstgeschwindigkeit die berühmte Mistral-Gerade entlang. Zum Glück berührten sich die Fahrzeuge nicht, und alle konnten weiterfahren.

Der Verstappen-Mercedes #3 mit Gounon, Daniel Juncadella und Chris Lulham belegte im Ziel den neunten Platz. Formel-1-Pilot Lance Stroll absolvierte seinen ersten Gaststart mit einem GT3-Auto. Er teilte sich den #18 Comtoyou Aston Martin mit Roberto Merhi und Mari Boya.

Nachdem sich die #18 im Qualifying für Startplatz 15 qualifiziert hatte, wurde das Rennen des Teams durch Strafen zunichtegemacht. Die drei Fahrer sammelten insgesamt 465 Strafsekunden (hier mehr über die vielen Strafen) und fielen damit auf den letzten Platz in ihrer Klasse zurück.

Das Endergebnis war Platz 16 von 18 gemeldeten Fahrzeugen (bei zwei Ausfällen) und nur Platz 48 im Gesamtergebnis. Das Trio beendete das Rennen fünf Runden hinter Platz 47 und 13 Runden hinter dem Sieger. Im Vorfeld hatte Stroll noch von einem "möglichen Sieg" gesprochen.

MotoGP-Legende Valentino Rossi beendete den Saisonauftakt mit einer Runde Rückstand auf dem zwölften Platz des Gesamtergebnisses. Den #46 WRT BMW teilte sich der Italiener mit Daniel Harper und Max Hesse.

Das Rennen in Paul Ricard begann mit einem dramatischen Startunfall, an dem mehrere Autos beteiligt waren. Der #10 Boutsen VDS Porsche und der #555 CSA Racing McLaren schieden dadurch aus. Die Fahrer blieben unverletzt.

Die GT-World-Challenge-Europe wird am 2. und 3. Mai mit der ersten Sprint-Cup-Runde in Brands Hatch (Großbritannien) fortgesetzt.

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