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"Komisches Geräusch": Wie Grasser in Spa fast den 24h-Sieg verloren hätte

Ein Problem beim letzten Boxenstopp hätte dem Grasser-Lamborghini beinahe den Sieg bei den 24 Stunden von Spa gekostet - Warum Mirko Bortolotti richtig reagierte

"Komisches Geräusch": Wie Grasser in Spa fast den 24h-Sieg verloren hätte

Grasser hätte den 24h-Sieg in Spa beinahe noch verloren

Foto: SRO Motorsports Group

Mirko Bortolotti, Luca Engstler und Jordan Pepper triumphieren im Grasser-Lamborghini beim 24-Stunden-Rennen von Spa - doch der Sieg hing bis zuletzt am seidenen Faden: Ein technisches Problem beim finalen Boxenstopp drohte, das Trio in der Schlussphase noch um den verdienten Erfolg zu bringen!

Knapp 40 Minuten vor Ablauf der 24 Stunden kam Schlussfahrer Bortolotti zum letzten Stopp. Weil dabei auch nachgetankt wurde, musste der Italiener gemäß Reglement den Motor ausmachen. Ein Routinevorgang, der sich plötzlich zur Zitterpartie entwickelte: "[Der Motor] wollte einfach nicht mehr anspringen", sagt Bortolotti.

Eine Szene, die auch im TV-Bild zu sehen war. "Ich habe dann ein komisches Geräusch vom Starter-Motor gehört, als würde er nicht mehr funktionieren", berichtet der Lamborghini-Werksfahrer im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Dieses Geräusch kam zwei- oder dreimal."

"Als Mirko auf den Startknopf gedrückt hat, haben wir nur den Starter durchdrehen gehört und das Ritzel", ergänzt Teamchef Gottfried Grasser. "Und das dreimal hintereinander. Da sind drei bis vier Sekunden vergangen, die sind uns vorgekommen wie drei oder vier Minuten."

Mirko Bortolotti zeigt die richtige Reaktion

"Und da geht dir alles durch den Kopf. Das kann jetzt wirklich nicht sein, nach 23,5 Stunden", gibt der Österreicher gegenüber Motorsport-Total.com zu, dass er um den Sieg fürchtete. Doch mit Mirko Bortolotti, der den Huracan wie kein anderer Fahrer kennt, saß zu diesem Zeitpunkt der richtige Fahrer am Steuer.

"Vor Mirko kann ich nur den Hut ziehen. Du kannst [in dieser Situation] nur ruhig bleiben und darfst kein zweites Mal schnell starten, weil dann das Ritzel vom Starter abfallen kann", erklärt Grasser. "Er hat gewartet, bis der Starter gestoppt hat, hat noch einmal gedrückt und dann ist der Motor angesprungen."

Als Bortolotti bemerkte, dass sein Lamborghini nicht direkt anspringt, "habe ich die gesamte Prozedur erneut durchgeführt, also alles einmal zurückgesetzt", verrät der 35-Jährige, der trotz der hohen Temperaturen einen kühlen Kopf behielt. "Zum Glück sprang der Motor dann an."

"Es waren 6,5 Sekunden, die wir verloren haben", erinnert der Italiener. "Und ich bin dann genau vor Patric Niederhauser [im Rutronik-Porsche] herausgekommen, also es war schon knapp. Aber es hat gereicht." Am Ende überquerte Bortolotti die Ziellinie mit einem Vorsprung von knapp neun Sekunden.

Grasser hat "Auto seitdem nicht mehr gestartet"

Wo das Problem beim letzten Boxenstopp genau lag? Unklar! "Abnutzung, irgendwas, keine Ahnung", grinst Teamchef Grasser. "Das Auto haben wir seitdem nicht mehr gestartet. Und wir werden auch nicht mehr starten, weil es kommt so zu Lamborghini ins Museum."

Der Grasser-Lamborghini #63 führt das 24h-Rennen an

Der siegreiche Grasser-Lamborghini #63 kommt ins Museum

Foto: SRO

Dass sein Team diesen Erfolg feiern durfte, sei vorher nicht zu erwarten gewesen, verrät der Österreicher. "Das Wochenende hat angefangen, und wir haben nur Set-up-Probleme gehabt. Wir sind darauf gekommen, dass ein revidierter Dämpfer nicht gepasst hat."

Und das war längst nicht das einzige Problem. "Wir hatten überhaupt keine Pace, bis wir die Fehler aussortiert haben. Das Auto war nagelneu gebaut. Da haben wir eigentlich nur gestruggelt, und waren eigentlich nicht so guter Dinge, bis es losgegangen ist."

"Im Qualifying haben wir die Ausfahrtszeit früh vergurkt, weil die Uhr bei uns in der Box hängen geblieben ist", verrät Grasser. Am Ende erreichte Jordan Pepper in der entscheidenden Superpole am Freitag den 13. Startplatz und legte damit den Grundstein für den Erfolg im Rennen.

24h-Sieg auch der Grasser-Crew zu verdanken

"Und ich muss sagen, dann habe ich es bei einem 24-Stunden-Rennen noch nie so fehlerfrei erlebt", lobt der Teamchef die Arbeit seiner Mannschaft. "Es hat keinen einzigen Pitstop von der Crew gegeben, wo mal eine Radmutter weggesprungen ist, was bei so vielen Stopps immer wieder mal passiert."

Mirko Bortolotti, Jordan Pepper und Luca Engstler feiern den Sieg

Mirko Bortolotti, Jordan Pepper und Luca Engstler feiern den Sieg

Foto: SRO/JEP

"Oder irgendeine Kleinigkeit, ich kann mich an nichts erinnern", betont Grasser, dass der Sieg nicht nur den drei Fahrern, sondern auch seinem Team zu verdanken ist, auch in Hinblick auf die Strategie. "Da muss ich wirklich meinen zwei Jungs David Grabengießer und Markus Kuhl danken."

"Die haben so eine Ruhe eingebracht in das System und jeder Call war richtig. Also das war wirklich etwas Gespenstisches", grinst der Österreicher. Bedingt durch die Startposition habe man das Risiko des Undercuts gehen müssen, um sich an der Konkurrenz vorbeizuschieben.

Bortolotti: "Quäntchen Glück muss mitspielen"

Zwar sei man dadurch immer wieder Off-Sequenz geraten, aber auch das sei wieder gut geplant gewesen. "Ich glaube, strategisch haben wir sehr viele Risiken eingenommen, wir waren sehr mutig und am Ende hat es sich ausgezahlt", sagt Bortolotti. "Es hätte auch anders ausgehen können."

"Da muss auch ein bisschen Quäntchen Glück mitspielen und ich glaube, dass in dem Rennen einfach alles gut funktioniert hat und wir wurden auch für den Mut, den die Strategen hatten, belohnt", resümiert der Lamborghini-Pilot. "Alle Fahrer haben einen Mörderjob gemacht."

"Das Auto hatte nach dem Rennen nicht einmal einen Kratzer und auf das können wir sehr stolz sein", sagt Bortolotti. "Keine Strafen, keine Tracklimits, keine Reifenschäden bei der Hitze. Das waren sehr viele wichtige Faktoren und natürlich waren wir auch schnell, was auch wichtig ist."

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