Massencrash bei der GTWC Europe in Monza: Millionenschaden in Kurve 1
Riesenunfall bei der GT-World-Challenge Europe: Mindestens ein Dutzend Fahrzeuge in Massencrash verwickelt - Martin bestraft, will Schuld aber nicht anerkennen
Startcrash bei der GT-World-Challenge (GTWC) Europe in Monza 2026
Foto: SRO/JEP SRO/JEP
Gigantisches Chaos beim Start zum 3-Stunden-Rennen des Endurance-Cups der GT-World-Challenge (GTWC) Europe in Monza (hier im Livestream!): Ein Massencrash riss acht Fahrzeuge aus dem Rennen und zwang weitere an die Box. Betroffen waren acht Fahrzeuge von den ersten zehn Qualifizierten. Rund drei Viertel des Feldes musste durch die Auslaufzone ausweichen.
Besonders schwer betroffen ist das Haupt Racing Team. Die beiden Ford Mustang GT3 Evo, jeweils in ihren Klassen (Pro und Silver) auf Pole, wurden schwer beschädigt. Ebenfalls einen heftigen Schlag bekam Ricardo Feller im Lionspeed-Porsche ab, der seinerseits schwere Schäden davontrug.
Außerdem beteiligt: zwei McLaren, darunter der Garage-59-McLaren von Marvin Kirchhöfer, der in der Variante Rettifilo zur Abrissbirne mutierte und alle Spitzenreiter abräumte, der Attempto-Audi #99, ein weiterer Porsche (Boutsen VDS), ein AF-Corse-Ferrari und der Comtoyou-Aston-Martin, der das Auftaktrennen in Le Castellet gewonnen hat.
Nur wenige Momente später schied auch Valentino Rossi im WRT-BMW #46 mit einem Kupplungsschaden aus. Momentan ist noch unklar, ob dieser auf die Massenkarambolage zurückzuführen ist oder unabhängig davon auftrat.
Der Verstappen-Mercedes, der in Le Castellet mit einer Flugeinlage für Aufsehen gesorgt hatte, bekam einen leichteren Schlag ab und musste zur Reparatur an die Box kommen, was die Führungsrunde kostete. Kurz vor Rennhälfte schied er schließlich mit gebrochener Radaufhängung aus. Das Team hatte beim Boxenstopp genau dort schon nachgeschaut, sodass von einem Folgeschaden ausgegangen werden kann.
Riesenglück hatte der Winward-Mercedes #48. Maro Engel wurde von den kreiselnden Fahrzeugen größtenteils verfehlt und konnte durch den Notausgang entkommen. Das einzige Fahrzeug neben ihm aus den Top 10, das den Crash überstand, war der Boutsen-VDS-Porsche #2 von Alessio Picariello.
Martin: Niemanden berührt, aber...
Als Schuldiger des Gemetzels wurde Maxime Martin im GetSpeed-Mercedes #17 ausgemacht. Er hatte einen guten Start, konnte aber nirgendwo hin, weil die Straße vor ihm durch drei Fahrzeuge nebeneinander blockiert war. Als ihm der Platz auf dem Asphalt ausging, musste er wieder in das Feld einscheren.
Was nun geschah, daran scheiden sich die Geister. Der Sieger der 24 Stunden vom Nürburgring 2026 will die Schuld nicht akzeptieren: "Ich weiß nicht, worüber sie sich beklagen. Ich habe niemanden berührt. Ich habe nicht eine einzige Schramme am Auto, aber sie geben mir die Schuld!"
"Ja, ich musste ein wenig nach rechts neben die Strecke fahren, weil ich nirgendwo hin konnte. Aber dann bin ich vor dem Gras sicher wieder ins Feld eingeschert, ohne jemanden zu berühren. Es tut mir leid für alle, aber letztlich kann ich dazu gar nichts sagen." Die Aufnahmen zeigen, dass er damit zwar Recht hat, die Argumentation aber an der Sache vorbeigeht.
Obwohl er niemanden berührte, musste Alessio Rovera im Ferrari #51 ausweichen. Das schickte wiederum den Boutsen-VDS-Porsche #10 in die Leitplanke. Rovera taumelte zurück und drehte den McLaren von Marvin Kirchhöfer um, der dadurch umgedreht wurde und ungebremst in der Schikane die komplette Spitzengruppe abräumte.
GetSpeed zog die #17 nach dem Verlust von zwei Runden aus dem Rennen zurück. Damit fiel rund ein Dutzend Fahrzeuge den Ereignissen beim Start zum Opfer. Der Sachschaden dürfte mehrere Millionen Euro betragen.
Das Rennen war nach der anfänglichen 20-minütigen Safety-Car-Phase von weiteren Full Course Yellows und Safety-Cars geprägt. Ein wirklicher Renn-Rhythmus wollte nicht aufkommen. Das alles führte zu chaotischen Strategien. Am Ende setzte sich sensationell der Attempto-Audi #66 von Rocco Mazzola, Sebastian Ögaard und Ariel Levi aus dem Silver Cup durch.
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