Corona und Reisebeschränkungen: Wie die ASO die Rallye Dakar gerettet hat

Trotz Einreisebeschränkungen hat es Dakar-Veranstalter ASO geschafft, alle Teilnehmer nach Saudi-Arabien zu bringen - Trotzdem bange Tage nach Weihnachten

Corona und Reisebeschränkungen: Wie die ASO die Rallye Dakar gerettet hat

Als kurz vor Weihnachten Saudi-Arabien die Grenzen schloss, gab es natürlich Fragezeichen bezüglich der Durchführbarkeit der Rallye Dakar. Veranstalter ASO (Amaury Sport Organisation) konnte mit 18 Charterflügen die Anreise der Teilnehmer garantieren.

Rallye-Direktor David Castera und sein Team rund um Koordinator Thomas Cerf-Mayer hatten viel zu tun. Man arbeitete in enger Abstimmung mit den Behörden Saudi-Arabiens, um die problemlose Einreise zu gewährleisten.

Ausnahmen gab es für insgesamt 21 Flüge. Von Europa aus hatte die ASO Flüge von Madrid, Barcelona, Lissabon, Paris, Amsterdam, Frankfurt, München und Prag organisiert, die die Teilnehmer statt normaler Linienflüge, die eingestellt waren, nutzen konnten.

"Vor dem Start bedanken sich viele bei uns, denn viele Leute haben gedacht, dass die Dakar nicht durchgeführt werden kann", sagt Castera gegenüber 'Motorsport.com'. "Es sind alle sehr glücklich. Wir sind hier, weil die Saudis das auch wollten."

"Als ich am Abend des 20. Dezember diese Nachricht erhalten hatte, habe ich sofort meine Chefs angerufen. Sie haben mir gesagt, dass wir nächsten Morgen sofort mit unseren Kontakten in Saudi-Arabien sprechen müssen."

"Im ersten Moment haben sie uns gesagt, dass die Grenzen geschlossen sind, aber es wäre für uns kein Problem, die Teilnehmer ins Land zu bekommen. Es war kompliziert. Wir mussten Leute finden, die während Weihnachten arbeiten konnten. Es hat geklappt, aber die erste Nacht war schrecklich."

Orlando Terranova

Die Rallye kann wie geplant in den ersten beiden Januar-Wochen stattfinden

Foto: X-raid

Innerhalb von drei Tagen wurden weitere acht Charterflüge organisiert. Aufgrund der Gesundheitsauflagen durften sie zu maximal 80 Prozent besetzt werden. Außerdem wurde kaum Fracht mitgeführt, um Tankstopps zu vermeiden.

Die Situation mit Großbritannien war einerseits wegen der Coronavirus-Mutation und andererseits wegen des Brexits etwas komplizierter. Prodrive-Chef David Richards konnte ein Privatflugzeug organisieren, womit die restlichen Briten nach Saudi-Arabien gelangten.

"Am kompliziertesten war es, die Leute zu den Charterflügen zu bekommen, weil wir von 47 Nationalitäten sprechen", sagt Castera. "Alle, die nicht hier sind, sind das nicht wegen Transportproblemen, sondern wegen Corona-Problemen."

So kann Ivan Jakes, der 2013 bei den Motorrädern Vierter war, wegen eines positiven Tests nicht an der Dakar teilnehmen. Da der Dakar-Tross in den kommenden beiden Wochen praktisch abgeschottet von der Außenwelt agiert, werden keine großen Probleme erwartet.

Castera betont, dass die Durchführung der Dakar auch generell wichtig für die Zukunft des Rallye-Raid-Sports ist: "In dieser Nacht von Sonntag auf Montag sind mir 10.000 Dinge durch den Kopf gegangen. Aber sobald ich mit den Saudis gesprochen hatte, war ich mir sicher."

"Ich war immer positiv gestimmt und wusste, dass wir sie durchführen können. Es gab keine andere Option, denn würde diese Dakar nicht stattfinden, dann wäre es für die Teams nach einem Jahr ohne Wettbewerb sehr, sehr schwierig geworden. Viele Teams hätten zusperren müssen."

Mit Bildmaterial von KTM.

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