Komplett überarbeiteter BRX Hunter: Sebastien Loeb träumt vom Dakar-Sieg

Auch Prodrive hat den Hunter an das T1+ Reglement angepasst - Speziell wegen der größeren Reifen und mehr Federweg rechnen sich Sebastien Loeb und Nani Roma Chancen aus

Komplett überarbeiteter BRX Hunter: Sebastien Loeb träumt vom Dakar-Sieg

Die britische Rallye-Schmiede Prodrive steht vor der zweiten Rallye Dakar in Saudi-Arabien. Es sind insgesamt drei BRX Hunter T1+ Fahrzeuge gemeldet. Sebastien Loeb und Nani Roma waren bereits bei der vergangenen Ausgabe dabei. Neu zum Bahrain Raid Xtreme Programm stößt Orlando Terranova.

Auch Prodrive hat den Hunter an das neue T1+ Reglement angepasst. Beim neuen Fahrzeug kommen 37-Zoll-Reifen auf 17-Zoll-Felgen zum Einsatz. Damit sind die 32-Zoll-Pneus und 16-Zoll-Felgen Geschichte.

Außerdem wurde der Federweg von 280 Millimeter auf 350 Millimeter vergrößert. Das Auto ist zusätzlich von zwei Metern auf 2,3 Meter verbreitert worden. Dadurch mussten auch die Karosserie, der Antrieb und die Radaufhängung angepasst werden.

Längere Querlenker und neu konfigurierte Dämpfer haben die Aufhängungsgeometrie deutlich verändert. An den 17-Zoll-Rädern sind zudem größere Bremsen verbaut worden. Der größere Reifenradius erhöht die Belastung auf den Antriebsstrang.

Deshalb mussten auch die Kardanwelle, die Antriebswellen und die Differenziale angepasst werden. Fast die Hälfte der Karosserie wurde neu designt. Angetrieben wird der Hunter T1+ von einem V6-Motor, der einen Hubraum von 3,5 Litern umfasst sowie zwei Turbolader hat.

Prodrive BRX Hunter

Der Hunter ist komplett an das neue T1+ Reglement angepasst worden

Foto: Bahrain Raid Xtreme team

Die Leistung gibt Prodrive mit rund 405 PS an. Das maximale Drehmoment liegt bei 700 Newtonmetern. Gemeinsam mit Coryton Advanced Fuels wurde ein nachhaltiger Kraftstoff entwickelt, der im Vergleich zu Benzin um 80 Prozent weniger Treibhausgase ausstößt.

Keine ganz reibungslose Vorbereitung

In den vergangenen Wochen lief die Vorbereitung für die Rallye Dakar nicht ganz reibungslos. Anfang November musste die Teilnahme an der Abu Dhabi Desert Challenge abgesagt werden. Bei einem privaten Test war es beim Tankstopp zu einem Malheur gekommen.

Ein Feuer war ausgebrochen. Dabei ist ein Mechaniker verletzt worden und musste nach einer Erstversorgung ins Krankenhaus. Prodrive untersuchte in der Folge die Gründe für das Feuer. Anfang Dezember konnten dann alle drei Fahrer ausgiebig in Dubai testen.

Sebastien Loeb

Zuletzt wurde ausgiebig in der Wüste Dubais getestet

Foto: Red Bull Contentpool

Da das T1+ Fahrzeug etwas schwerer und durch die größeren Reifen anders zu fahren ist, mussten sich die Fahrer an das neue Gefühl gewöhnen. "Beim Test haben wir von allem etwas gemacht, denn wir brauchten diese Kilometer, um die Dakar vorzubereiten", sagt Loeb.

Loeb und Roma rechnen sich Siegchancen aus

Der Rallye-Rekordweltmeister wird übrigens nicht mehr mit seinem langjährigen Beifahrer Daniel Elena zusammenarbeiten. Der Monegasse hat seine Karriere beendet. Bei der Dakar wird Loebs Co-Pilot der Belgier Fabian Lurquin sein, der über viel Erfahrung verfügt.

"Unsere Ambition lautet natürlich, es so gut wie möglich zu machen", sagt Loeb über seine Ziele. "Aber die Dakar ist immer sehr knifflig und alles muss zusammenpassen - das Fahren und die Navigation. Das Auto muss stark sein. Man darf keine Fehler machen."

"Das absolute Ziel wäre es, wenn wir die Dakar gewinnen würden", macht der Franzose keinen Hehl aus seinem großen Traum. Der 47-Jährige zeigt sich auch zuversichtlich: "Nach dem abschließenden Test können wir langsam anfangen, darüber nachzudenken."

Sebastien Loeb

Ein Dakar-Sieg fehlt dem erfolgreichen Rennfahrer noch in der Sammlung

Foto: Red Bull Contentpool

Roma hat die Dakar 2004 mit dem Motorrad (KTM) und 2014 mit dem Auto (X-raid Mini) gewonnen. Im Januar 2021 erreichte Roma als Fünfter die Zielrampe, während Loeb schon früh wegen Reifenschäden und Aufhängungsbruch aufgegeben hatte.

"Da das T1+ Auto größere Reifen hat", sagt Roma, "kann ich nun an Stellen den Speed halten, wo es vorher nicht möglich gewesen ist. Die Hauptsache ist, dass das Auto stark ist. Es sind aufregende Zeiten." Sein Co-Pilot wird Alex Haro sein.

Auch Roma rechnet sich ein Topergebnis aus: "Wenn wir die gleiche Zuverlässigkeit haben, den Speed und einige Details etwas verbessern, dann haben wir eine Chance, denn alle sind auf dem gleichen Level. Beim letzten Mal waren die Buggies überlegen."

Terranova steht vor seiner 17. Dakar. Der Argentinier wird im dritten BRX-Boliden mit Dani Oliveras zusammenarbeiten.

Mit Bildmaterial von Red Bull Contentpool.

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