Rallye Dakar 2019: Sunderland holt am 7. Tag auf, Brabec erobert Führung zurück

geteilte inhalte
kommentare
Rallye Dakar 2019: Sunderland holt am 7. Tag auf, Brabec erobert Führung zurück
Autor: Gerald Dirnbeck
14.01.2019, 17:30

Pablo Quintanilla verliert an Tag sieben die Dakar-Führung an Ricky Brabec. Sam Sunderland feiert zweiten Tagessieg. Matthias Walkner büßt etwas Zeit ein.

Auch nach der siebten Etappe blieb die Motorrad-Kategorie bei der Rallye Dakar 2019 spannend und hart umkämpft. Fünf Fahrer befinden sich weiterhin innerhalb von zehn Minuten. Sam Sunderland (KTM) sicherte sich am Montag seinen zweiten Tagessieg und hat wieder alle Chancen auf seinen zweiten Dakar-Erfolg. Die Führung wechselte erneut, denn Pablo Quintanilla (Husqvarna) büßte über 20 Minuten ein. Damit übernahm wieder Ricky Brabec (Honda) in der Gesamtwertung Platz eins. Der Österreicher Matthias Walkner (KTM) verlor am Montag einige Minuten und fiel auf Rang sieben zurück.

Die siebte Etappe in Peru war eine Schleife in der Umgebung von San Juan de Marcona. 323 Kilometer betrug die Speziale. Wegen Nebels musste der Start etwas verzögert werden. Nachdem die ersten Biker den ersten Checkpunkt erreicht hatten, wurde das Rennen für eine halbe Stunde neutralisiert, denn wieder sorgte dichter Nebel für stark eingeschränkte Sicht. Trotz der widrigen Umstände attackierte Sunderland von Beginn an. Am Vortag hatte der Brite über 20 Minuten verloren, die er aufholen wollte.

Außerdem nutzte Sunderland seine zwölfte Startposition optimal und konnte den Spuren im Sand folgen. Nach 200 Kilometern führte er das virtuelle Klassement an. Schließlich sicherte sich der Dakar-Sieger von 2017 seinen zweiten Tagessieg in diesem Jahr. Sunderland hatte im Ziel knapp zwei Minuten Vorsprung auf Honda-Nachwuchsfahrer Jose Ignacio Cornejo.

Brabec erobert Gesamtführung von Quintanilla zurück

Auch Brabec zeigte eine starke Etappe. An die Zeiten von Sunderland kam der US-Amerikaner zwar nicht heran, aber er war deutlich schneller als Quintanilla. Der Chilene war nach seinem gestrigen Tagessieg als Erster auf der Strecke und verlor deshalb viel Zeit. Bei Wegpunkt 5 waren es schon rund 20 Minuten. Dieser Trend setzte sich fort, weshalb die Führung im Gesamtklassement abermals wechselte.

 

"Ich brauchte eine gute Etappe, um wieder nach vorne zu kommen", sagt Brabec. "Hoffentlich ist morgen die Navigation einfacher, aber man weiß es natürlich nie. Ich freue mich auf die nächsten drei Tage und denke, dass es zwischen Quintanilla und mir bis zum letzten Kilometer hin und her gehen wird. Keine Fehler zu machen, ist der Schlüssel. Das ist aber sehr schwierig."

Brabec belegte heute mit sechseinhalb Minuten Rückstand auf Sunderland den dritten Platz. Quintanilla büßte 21 Minuten ein und landete nicht in den Top 10. Somit führt wieder Honda-Pilot Brabec die Gesamtwertung an, aber es bleibt spannend, denn die Top 5 befinden sich innerhalb von zehn Minuten. Adrien van Beveren ist neuer Zweiter, da Toby Price nachträglich eine Strafe von 1:33 Minuten bekam. Somit befinden sich mit Honda, Yamaha und KTM drei verschiedene Marken auf den ersten drei Plätzen.

Walkner hat erneut einen Sturz

Sunderland verbesserte sich auf die vierte Position, während Quintanilla bis auf Rang fünf zurückfiel. Walkner belegte heute mit 16:38 Minuten den zehnten Platz. Damit büßte der Titelverteidiger auch in der Gesamtwertung einen Rang ein. Walkner hält knapp hinter Kevin Benavides (Honda) Rang sieben. 16:16 Minuten beträgt sein Rückstand auf Brabec.

"Ich konnte Quintanilla und Benavides bei Kilometer 200 fast einholen", berichtet Walkner. "Sie haben sich dann aber verfahren und ich musste 40 bis 50 Kilometer die Piste alleine aufmachen." Der Rest konnte den Spuren folgen und wieder aufschließen. "Ich hab also wieder viel Zeit liegen gelassen", ärgert sich der Österreicher. Auch etwas später fand Walkner bei der Navigation als Erster den richtigen Weg, aber: "Die fünf Minuten, die ich dadurch gewinnen konnte, hat die Gruppe bis zum Schluss dann natürlich wieder aufgeholt."

 

Kurz vor dem Ziel hatte Walkner noch einen Sturz: "Benavides hat vor mir bei einer 'Danger 2' Note mehr als erwartet runtergebremst. Um nicht in ihn reinzuspringen, musste ich so sehr abbremsen, dass sich das Motorrad vor der Kompression so aufgeschaukelt hat, dass ich es nicht mehr stabilisieren konnte und einen ordentlichen Crash hingelegt habe. Mein Körper tut jetzt schon ziemlich weh von den ganzen Stürzen. Man kann sich das gar nicht vorstellen unter welchen Bedingungen wir hier fahren. Es ist leider echt immer alles sehr abhängig von der Startposition."

Am Dienstag gibt es bei der achten Etappe mit der "Super Ica" etwas Besonderes. Die besten zehn Motorräder, die besten zehn Autos und die besten fünf Trucks der siebten Etappe werden gemeinsam an der Startlinie stehen und der Reihe nach losfahren. Von San Juan de Marcona geht es weiter Richtung Pisco.

Ergebnis der 7. Etappe (Top 10):

Pos. Fahrer Motorrad Zeit
1 United Kingdom Sam Sunderland KTM 3:51:41 Stunden
2 Chile Jose Ignacio Cornejo Honda +01:51 Minuten
3 United States Ricky Brabec Honda +06:30
4 France Adrien van Beveren Yamaha +09:40
5 Argentina Luciano Benavides KTM +11:19
6 United States Andrew Short Husqvarna +11:29
7 France Xavier de Soultrait Yamaha +13:12
8 Australia Toby Price KTM +14:19
9 Slovakia Stefan Svitko KTM +16:21
10 Austria Matthias Walkner  KTM +16:38

Gesamtwertung nach 7 von 10 Etappen (Top 10):

Pos. Fahrer Motorrad Zeit
1 United States Ricky Brabec Honda 24:48:02 Stunden
2 France Adrien van Beveren Yamaha +07:47 Minuten
3 Australia Toby Price KTM +08:28
4 United Kingdom Sam Sunderland KTM +09:58
5 Chile Pablo Quintanilla Husqvarna +09:59
6 Argentina Kevin Benavides Honda +16:15
7 Austria Matthias Walkner KTM +16:16
8 Slovakia Stefan Svitko  KTM +37:09
9 United States Andrew Short Husqvarna +39:17
10 France Xavier de Soultrait Yamaha +40:08
Rallye Dakar 2019: Matthias Walkner im Video-Interview

Vorheriger Artikel

Rallye Dakar 2019: Matthias Walkner im Video-Interview

Nächster Artikel

Rallye Dakar Etappe 7: Defekt wirft Loeb zurück, Al-Attiyah verwaltet Führung

Rallye Dakar Etappe 7: Defekt wirft Loeb zurück, Al-Attiyah verwaltet Führung
Kommentare laden