Rallye Dakar 2022: Barreda gewinnt Etappe 4, Walkner rückt auf Platz 2 vor

Honda erobert mit Barreda und Quintanilla auf der längsten Etappe einen Doppelsieg - Sam Sunderland verteidigt Gesamtführung - Matthias Walkner neuer Zweiter

Rallye Dakar 2022: Barreda gewinnt Etappe 4, Walkner rückt auf Platz 2 vor

Die vierte Etappe der Rallye Dakar 2022 in Saudi-Arabien umfasste den längsten gezeiteten Abschnitt in diesem Jahr. Joan Barreda sicherte sich vor seinem Honda-Teamkollegen Pablo Quintanilla seinen zweiten Etappensieg. Dakar-Rookie Danilo Petrucci (KTM) zeigte mit Rang drei sein Talent.

"Es war eine sehr schnelle Stage. Ich bin sehr glücklich", berichtet Petrucci, der mit Lorenzo Santolino (Sherco) zusammengearbeitet hat. "Wir haben uns gegenseitig geholfen. Ich habe keine großen Fehler gemacht und es richtig genossen. Bei der Navigation habe ich wieder viel gelernt."

[Update: Im Anschluss der Etappe erhielten einige Fahrer Strafen. Barreda wurde eine Strafminute aufgebrummt. Das änderte aber nichts an seinem Tagessieg. Petrucci erhielt 15 Strafminuten, wodurch er auf Platz 15 zurückfiel. Im Gesamtergebnis änderte sich an der Platzierung der Top 10 nichts.]

Sam Sunderland (GasGas) verteidigte die Gesamtführung. Matthias Walkner (KTM) rückte auf Platz zwei nach vor. Der Rückstand des Österreichers auf Sunderland wuchs auf drei Minuten an. Adrien van Beveren (Yamaha) fiel nach einem schwierigen Tag auf Rang drei zurück.

Am Mittwoch mussten auf dem Weg von Al-Qaisumah nach Riad 707 Kilometer bewältigt werden. Mit 465 Kilometern stand der längste gewertete Abschnitt in diesem Jahr auf dem Programm. Die Etappe war schnell, es gab auch einige Dünen. Zum Schluss wurde das Terrain steiniger.

Wie immer spielte die Startposition eine Rolle. Die vorderen Starter mussten navigieren und verloren Zeit auf die späteren Starter, die den Spuren folgen konnten. Das zeigte sich vor allem heute auf dieser sehr langen Strecke.

Danilo Petrucci von Beginn an stark unterwegs

Joaquim Rodrigues (Hero) eröffnete die Etappe vor Toby Price (KTM). Bereits bei der ersten Zwischenzeit hatte Price rund fünf Minuten verloren. Sehr gut startete Petrucci in den Tag. Der Dakar-Neuling setzte sich bei der ersten virtuellen Zwischenwertung an die Spitze.

Bei Kilometer 80 führte Petrucci das Klassement 20 Sekunden vor Barreda an. An der dritten Stelle folgte Quintanilla. Auch bei Kilometer 120 lag Petrucci im virtuellen Timing vor Barreda. Der Honda-Fahrer holte immer mehr auf.

Danilo Petrucci

Erstmals mischte Danilo Petrucci im Spitzenfeld der Dakar mit

Foto: KTM

Bei Kilometer 158 lag Barreda erstmals vorne. Dieses Bild zeigte sich auch nach rund 200 Kilometern, als der Spanier fast eine Minute Vorsprung auf Petrucci hatte. Nicht gut lief es für Yamaha. Van Beveren hatte bis Kilometer 313 schon eine knappe Viertelstunde verloren.

Der letzte Abschnitt war dann fahrerisch schwieriger. Barreda führte das Klassement auch bei Kilometer 358 an, während Quintanilla und Petrucci rund fünf Minuten verloren. Nach etwas mehr als vier Stunden Fahrzeit erreichten die ersten Fahrer das Ziel.

Nachdem die ersten zehn Fahrer angekommen waren, führte Walkner das Ergebnis an. Aber Barreda hatte auch bei Kilometer 416 die bessere Zwischenzeit. Als diese Gruppe ins Ziel kam, zeigte sich das Ergebnis. Barredas Aufholjagd wurde mit dem Tagessieg belohnt.

Gesamtwertung: Matthias Walkner neuer Zweiter

Das Sherco-Duo Rui Goncalves und Santolino zeigte mit den Plätzen drei und vier eine starke Leistung. Walkner wurde mit knapp elf Minuten Rückstand Siebter. Van Beveren büßte eine Viertelstunde ein und Price ließ als vorderer Starter eine knappe halbe Stunde liegen.

In der Gesamtwertung verteidigte Sunderland die Führung. Der Brite belegte heute den sechsten Platz. Walkner überholte van Beveren und ist neuer Zweiter. Walkners Rückstand auf Sunderland wuchs auf drei Minuten an. Barreda hat sich in der Gesamtwertung auf Rang sechs verbessert.

Matthias Walkner

Matthias Walkner hat drei Minuten Rückstand auf Sam Sunderland

Foto: KTM

"Die Navigation war wie immer sehr knifflig", sagt Walkner. "Der Rhythmus war heute sehr schnell. Es gab viele Richtungswechsel. Mit Kevin und Adrien waren wir eine gute Gruppe. Wir haben uns bei der Navigation abgewechselt. Ich habe es sehr genossen."

"Die Stage hat sich nicht so lang angefühlt, weil wir ständig attackiert haben. Es war extrem schnell, aber ich habe richtig Spaß gehabt. Ich bin super happy mit dem Tag, aber wie gesagt, die Rallye ist noch richtig lang."

Morgen steht eine Schleife östlich von Riad auf dem Programm. Die Speziale beträgt 346 Kilometer.

Update: Nach der Etappe gab die Rennleitung bekannt, dass eine Strafe gegen Daniel Sanders aufgehoben wurde. Nach Etappe 2 hatte der Australier zehn Strafminuten erhalten, weil er eine "kontrollierte Zone" nicht respektiert hatte. GasGas legte Protest ein, dem nach eingehender Untersuchung stattgegeben wurde. Somit rückt Sanders in der Gesamtwertung auf Platz vier.

Ergebnis der 4. Etappe (Top 10):

Pos. Fahrer Motorrad Zeit
1

Spain Joan Barreda

Honda 4:07:06 Stunden
2

Chile Pablo Quintanilla

Honda +3:37 Minuten
3

Portugal Rui Goncalves

Sherco +6:59
4

Spain Lorenzo Santolino

Sherco

+7:56
5

Argentina Luciano Benavides

Husqvarna +8:55
6

United Kingdom Sam Sunderland

GasGas +9:15
7

Austria Matthias Walkner

KTM

+10:45

8

Slovakia Stefan Svitko

KTM +12:03
9

Czech Republic Martin Michek

KTM +13:18
:10 United States Ricky Brabec Honda +13:34

Gesamtwertung nach 4 von 12 Etappen (Top 10):

Pos. Fahrer Motorrad Zeit
1

United Kingdom Sam Sunderland

GasGas 15:30:01 Stunden
2

Austria Matthias Walkner

KTM +3:00 Minuten
3

France Adrien van Beveren

Yamaha +4:54
4

Australia Daniel Sanders

GasGas

+7:07
5

Spain Lorenzo Santolino

Sherco +10:28
6

Chile Pablo Quintanilla

Honda +11:13
7

Spain Joan Barreda

Honda

+14:12

8

United States Skyler Howes

Husqvarna +15:16
9

Czech Republic Stefan Svitko

KTM +20:42
10 Argentina Kevin Benavides KTM +25:12

Mit Bildmaterial von Honda.

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