Rallye Dakar Etappe 7: Defekt wirft Loeb zurück, Al-Attiyah verwaltet Führung

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Rallye Dakar Etappe 7: Defekt wirft Loeb zurück, Al-Attiyah verwaltet Führung
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14.01.2019, 19:00

Nasser Al-Attiyah hat nach Tag 7 bei der Rallye Dakar eine halbe Stunde Vorsprung auf Stephane Peterhansel, während Sebastien Loeb viel Zeit verliert und zurückfällt.

Die Siegambitionen von Sebastien Loeb bei der Rallye Dakar 2019 erhielten im Laufe der siebten Etappe einen herben Dämpfer. Der Franzose verlor wegen eines technischen Defekts an seinem Buggy viel Zeit und fiel in der Gesamtwertung auf den vierten Platz zurück. Mehr als 50 Minuten fehlen Loeb auf Toyota-Pilot Nasser Al-Attiyah, der seine Führung verwaltete. Der Tagessieg ging am Montag an Stephane Peterhansel (Mini Buggy). Trotzdem hat Al-Attiyah in der Gesamtwertung eine halbe Stunde Vorsprung.

Elektrik kostet Loeb viel Zeit und Plätze

Die siebte Etappe in Peru begann mit etwas Verspätung, da am Morgen dichter Nebel die Sicht behinderte. Gefahren wurde eine Schleife rund um San Juan de Marcona. Die gewertete Speziale betrug 323 Kilometer. Als es dann losging, begann die Jagd auf Al-Attiyah, aber für Loeb, der heute als Erster startete, war diese Mission rasch vorbei. Bei Kilometer 47 stand der Peugeot-Buggy. Loeb und Co-Pilot Daniel Elena reparierten ein Problem an der Elektrik.

"Das Auto blieb nach drei Kilometern stehen", berichtet Loeb. "Wir konnten dann weiterfahren, aber nach fünf Kilometern standen wir wieder." In immer kürzeren Intervallen hielt der Peugeot an. "Wir suchten dann den Grund für das Problem und fanden es auch. Es gab einen kompletten Spannungsausfall. Das ist sehr demoralisierend. Abgesehen davon machten wir keine Fehler und waren schnell. Mal sehen, was wir in den nächsten Tage machen können."

Das französische Duo fuhr nach der Reparatur weiter, doch 40 Minuten waren in der Wüste verloren gegangen. Loeb attackierte zwar und schaffte es über die Distanz auch, einige Minuten aufzuholen, doch im Ziel zeigte sich das Ausmaß. Etwas mehr als 16 Minuten büßte Loeb auf Al-Attiyah ein. Damit wuchs sein Rückstand in der Gesamtwertung auf über 50 Minuten an. Loeb fiel auf den vierten Platz zurück.

Zweiter Tagessieg für Peterhansel

Besser lief es für Peterhansel. Der Franzose hatte einen weitestgehend problemlosen Tag und sicherte sich seinen zweiten Etappensieg in diesem Jahr. Lediglich bei einem Sprung über eine Düne beschädigte sich Peterhansel die Motorhaube seines Mini. Er verbesserte sich wieder auf den zweiten Platz der Gesamtwertung. Sein Rückstand auf Al-Attiyah schrumpfte auf eine knappe halbe Stunde, denn der Toyota-Pilot riskierte am Montag nichts und verwaltete seine Gesamtführung.

 

Glaubt Peterhansel noch an seine Siegchance? "Es ist immer noch ein großer Rückstand zu Nasser. Wir werden es sehen. Man weiß es natürlich nie, denn bei einem großen Fehler kann man viel Zeit verlieren. Es wird aber nicht einfach." In der Tageswertung belegte Al-Attiyah den vierten Platz und verlor knapp zwölf Minuten auf Peterhansel. Auf Sicherheit fahren lautet die neue Taktik des Katarers.

Al-Attiyah verwaltet Vorsprung

Nur noch drei Etappen fehlen Al-Attiyah zu seinem dritten Dakar-Sieg. Für Toyota wäre es überhaupt der erste Gesamtsieg. "Alles ist gut, morgen werden wir in einer besseren Position sein", sagt Al-Attiyah. "Heute war es schwierig. Es war klar, dass Stephane attackieren würde. Wir haben elf oder zwölf Minuten verloren, haben aber noch eine halbe Stunde Vorsprung. Wir werden sehen, was wir an den letzten drei Tagen tun können. Zehn Kilometer vor dem Ziel hatten wir einen Reifenschaden, aber wir sind damit zu Ende gefahren und haben ihn nicht gewechselt."

 

Hinter Peterhansel verbesserte sich Nani Roma im allradgetriebenen Mini auf den dritten Platz. "Das ist nicht schlecht, denn es war wieder ein schwieriger Tag", meint Roma, der die Dakar 2014 mit X-raid gewonnen hat. "In den Dünen ist es mit unserem Allradauto nicht einfach, den richtigen Reifendruck zu wählen. Einmal sind wir hoch gesprungen und hart gelandet. Für einen Moment rangen wir nach Luft. Trotzdem haben wir nicht zu viele Fehler gemacht. Wir sind happy."

Am Dienstag gibt es bei der achten Etappe mit der "Super Ica" etwas Besonderes. Die besten zehn Motorräder, die besten zehn Autos und die besten fünf Trucks der siebten Etappe werden gemeinsam an der Startlinie stehen und der Reihe nach losfahren. Von San Juan de Marcona geht es weiter Richtung Pisco.

Ergebnis der 7. Etappe (Top 10):

Pos. Fahrer Auto Zeit
1

France Stephane Peterhansel

France David Castera

Mini Buggy 4:00:01 Stunden
2

Spain Nani Roma

Spain Alex Haro Bravo 

Mini 4x4 +04:33 Minuten
3

Spain Carlos Sainz

Spain Lucas Cruz

Mini Buggy +09:28
4

Qatar Nasser Al-Attiyah

France Mattieu Baumel

Toyota +11:58
5

France Cyril Despres

France Jean-Paul Cottret

Mini Buggy +12:50
6

South Africa Giniel de Villiers

Germany Dirk von Zitzewitz 

Toyota +16:31
7

Poland Jakub Przygonski

Belgium Tom Colsoul

Mini 4x4 +20:50
8

China Wei Han

China Min Liao

SMG Buggy +25:16
9

Netherlands Bernhard ten Brinke

France Xavier Panseri

Toyota +25:46
10

Czech Republic Martin Prokop

Czech Republic Jan Tomanek

Ford +26:29

Gesamtwertung nach 7 von 10 Etappen (Top 10):

Pos. Fahrer Auto Zeit
1

Qatar Nasser Al-Attiyah

France Mattieu Baumel

Toyota 25:13:30 Stunden
2

France Stephane Peterhansel

France David Castera

Mini Buggy +29:16 Minuten
3

Spain Nani Roma

Spain Alex Haro Bravo

Mini 4x4 +37:59
4

France Sebastien Loeb

Monaco Daniel Elena

Peugeot +54:12
5

France Cyril Despres

France Jean-Paul Cottret 

Mini Buggy +1:20:01
6

Poland Jakub Przygonski

Belgium Tom Colsoul

Mini 4x4 +2:12:02
7

Czech Republic Martin Prokop

Czech Republic Jan Tomanek

Ford +2:45:33
8

Saudi Arabia Yazeed Al-Rahji

Germany Timo Gottschalk

Mini 4x4 +3:39:33
9

Netherlands Bernhard ten Brinke

France Xavier Panseri

Toyota +4:32:31
10

Spain Carlos Sainz

Spain Lucas Cruz

Mini Buggy +5:15:31
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