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Neuer Mini Buggy: Potenzial bei Rallye Dakar aufgeblitzt
X-raid-Chef Sven Quandt spricht über die Entwicklung des neuen Dakar-Buggy. Trotz ausbleibendem Top-10-Ergebnis blitzte das Potenzial auf. Und die technische Zuverlässigkeit überraschte.
Gerald Dirnbeck
Veröffentlicht: 31.01.2018, 09:52
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Das deutsche X-raid-Team schickte zur Rallye Dakar drei brandneue Fahrzeuge nach Buggy-Reglement. Ein Topergebnis blieb nach diversen Zwischenfällen aber aus. Mikko Hirvonen kam auf Platz 19 ins Ziel. Bryce Menzies schied schon am zweiten Tag aus und auch Yazeed Al-Rajhi schaffte nicht die Distanz. Er wurde disqualifiziert, weil er am siebten Tag zu viele Wegpunkte ausgelassen hatte. Nichtsdestotrotz zeigte der neue Buggy mehrmals das Potenzial auf.
Bei sechs von 14 Etappen fuhr Hirvonen in die Top 10. Al-Rajhi schaffte es am vierten Tag auf Platz neun der Tageswertung. "Von der Performance sind wir für das erste Jahr schon richtig gut dabei", nennt Teamchef Sven Quandt gegenüber 'Motorsport.com' den positiven Punkt des neuen Buggy. Im Vorfeld wurden rund 6.000 Kilometer in Marokko getestet. Das zeigte sich auch in der Zuverlässigkeit, denn bis auf einen Sensor traten keine groben technischen Probleme auf.
Der Mini Buggy verfügt über einen Dieselmotor mit drei Litern Hubraum, der rund 340 PS leistet. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 190 km/h. Der Luftmengenbegrenzer beträgt 38 Millimeter. Das Fahrzeuggewicht wird mit 1.700 Kilogramm angegeben."Wir sind immer noch 150 Kilogramm zu schwer", hält Quandt fest. "Das konnten wir nicht mehr rausnehmen und geht erst im zweiten Jahr." Der Mini Buggy ist 4,3 Meter lang und hat eine Spurbreite von 1,8 Metern (Radstand 3,1 Meter).
Weniger als ein Jahr Entwicklungszeit
"Wir wurden sehr spät mit dem Buggy fertig", so Quandt weiter. "Es gab Teile, die noch nicht einmal getestet waren, weil die Lieferanten sie zu spät geliefert hatten. Das wussten wir im Vorfeld. Wir wollten auch wissen, wo wir mit dem Auto liegen. Ins Ziel kommen und die Top 10 waren das Ziel. Wir hatten etwa 6.000 Testkilometer, was sich in der Zuverlässigkeit zeigt." Sicher ist das Fahrzeug auch, denn bei Hirvonens schwerem Unfall an Tag elf wurden bis zu 8g gemessen.
Im Februar 2017 fiel der Startschuss für das Buggy-Projekt. Damals war klar, dass das Dakar-Reglement die Buggies begünstigt. Erst im Sommer 2017 wurde beschlossen, dass die Allradler mehr Federweg erhalten und etwas leichter sein dürfen. "Daraufhin haben wir reagiert und nochmal ein Programm aufgelegt, um den Mini leichter zu machen. Man sieht, dass die Performance dieses Autos gut ist. Vom Fahrwerk wären wir ganz sicher bei Toyota dabei, nur haben wir etwas weniger Leistung", spricht Quandt den bewährten John Cooper Works Rally an.
Im Sommer war der Buggy schon geplant und die Entwicklung wurde fortgesetzt. "Wenn man mal angefangen hat, dann zieht man das durch", so Quandt. "Die Konzeptphase und die Leitung des Fahrzeugs kommt von uns. Es sind insgesamt fünf Firmen und 45 Ingenieure daran beteiligt gewesen. Es ist auch das größte Projekt, das wir bisher gemacht haben. Das zeigt sich auch in der Haltbarkeit und in der Performance."
Langfristiges Ziel: Das beste Auto zu haben
Verbesserungspotenzial ist beim Buggy vorhanden. Der "Test" Dakar lief aus technischer Sicht positiv: "Es ist nicht viel Neues aufgetaucht. Wir müssen noch die Servicefreundlichkeit etwas verbessern, und auch das Fahrwerk und die Performance. Es ist aber nicht so, dass wir an vielen Stellen umschweißen müssen", sagt Quandt. "Damit sind wir zufrieden, denn als wir zum ersten Mal mit dem BMW dabei waren, war das lange nicht der Fall. Jetzt sind wir so weit, dass wir mit weiteren sechs Monaten auch bei der Performance einen Schritt machen werden."
Peugeot verabschiedete sich von der Rallye Dakar. 2019 werden X-raid und Toyota die Favoriten sein. Das deutsche Team hat den Blick langfristig ausgelegt und will mit dem Buggy wieder jenes Auto haben, das es zu schlagen gilt. "Das ist das Ziel", betont Quandt, hält aber auch fest: "Wir werden auf jeden Fall beide Autos weiterentwickeln, weil es von den Strecken abhängt. Der Veranstalter kann eine Strecke machen, wo es der Buggy echt schwer hat. Und er kann eine Strecke machen, wo es ein Allradler schwer hat. Wenn man beides hat, dann ist man auf jeden Fall gut aufgestellt. Klar kostet das Geld, alle zwei Autos gleichzeitig zu entwickeln, aber das wird schon gehen."
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