ADAC gibt Garantie bis weit nach 2030 ab: "DTM sicherer als die Rente"
Die DTM gilt als Überlebenskünstler - jetzt gibt der ADAC ein langfristiges Versprechen ab: Auch schwierige Zeiten sollen daran nichts ändern
Viele Zuschauer beim DTM-Auftakt in Spielberg: Der ADAC plant langfristig
Foto: ADAC Motorsport
Dreieinhalb Jahre nach der Übernahme der DTM von Gerhard Berger hat der ADAC beim DTM-Saisonauftakt in Spielberg klargestellt, dass man trotz Kritik am Verbrenner-Motorsport langfristige Pläne für die Rennserie hat, die über das Jahr 2030 hinausgehen. "Ganz wichtig ist das ADAC-Commitment, dass wir die DTM sehr langfristig betreiben werden", erklärt ADAC-Sportpräsident Gerd Ennser.
"Vier Jahre sind kein Zeitraum, der mich wirklich interessiert. Wir müssen über 40 Jahre DTM-Zukunft reden - und da stehen alle dahinter. Das kann ich für den gesamten ADAC sagen. Niemand zweifelt daran und glaubt, dass wir irgendwann die Frage stellen werden, ob die DTM Sinn macht. Sie macht extrem Sinn."
Zudem werde im gesamten ADAC "immer mehr erkannt, wie wichtig die DTM für das Image und für die Kultur im ADAC ist". Denn der größte europäische Automobilklub sei nicht nur für Hilfeleistungen da, sondern "auch für Entertainment - und die DTM ist ein extrem wichtiges Instrument, um das weiter auszubauen".
"Selbst wenn schwierige Zeiten kommen ..."
Das Commitment des ADAC zur Traditionsserie, die als Überlebenskünstler bekannt ist und seit ihrer Gründung vor 42 Jahren mehrfach vor dem Aus stand, gelte auch für Zeiten, in denen es nicht so gut läuft. "Selbst wenn schwierige Zeiten kommen, wird der ADAC an der DTM festhalten", sagt Ennser. "Dieses Versprechen können wir langfristig abgeben."
Das sei heute im Motorsport besonders wichtig, "wo viele andere überlegen: Macht es überhaupt noch Sinn, Motorsport zu betreiben?", stellt der ADAC-Sportpräsident klar. Beim ADAC werde das nicht infrage gestellt. "Nicht nur die Rente ist sicher, wie ein früherer Arbeitsminister gesagt hat. Die DTM ist sicherer als die Rente", sagt er schmunzelnd.
Einführung des vollsynthetischen Kraftstoff als "Gamechanger"
Was nicht heißt, dass Nachhaltigkeit bei der Weiterentwicklung der Serie kein zentrales Thema ist. Denn die Einführung des vollsynthetischen Kraftstoffs vor einem Jahr sei ein "Gamechanger" gewesen und von Serienpartnern und auch Teamsponsoren äußerst positiv aufgenommen worden, obwohl der Sprit teurer ist als sein Vorgänger.
"Wir reden ja nicht nur über die Seriensponsoren der DTM, sondern jedes Team und jeder Fahrer spricht mit seinen eigenen Sponsoren und führt die gleichen Gespräche wie wir auch", erklärt ADAC-Motorsportchef Thomas Voss.
"Und da gibt es ganz klar den Wunsch, für die Nachhaltigkeit etwas zu tun, um ein Sponsoring im Zweifelsfall auch im eigenen Unternehmen rechtfertigen zu können. Das ist von allen Seiten wirklich begrüßt worden und macht viele Gespräche deutlich einfacher."
Wie der ADAC die DTM in Zukunft weiterentwickeln will
Wie der ADAC die DTM, die seit der Übernahme steigende Besucherzahlen aufweist, weiterentwickeln will? Abgesehen davon, dass man die Anzahl der DTM-Wochenenden ausbauen will und wieder internationaler werden möchte, habe man bei der Vermarktung und der Erschließung neuer Zielgruppen noch "Luft nach oben", stellt Voss klar.

DTM-Architekten des ADAC: Thomas Voss, Claudia Wagner und Gerd Ennser
Foto: ADAC Motorsport
"Das heißt, dass wir auch digitaler werden wollen und müssen, um unseren Kunden -den Fan - kennenzulernen, um ihn in Zukunft noch individueller mit Inhalten bedienen zu können, die das Sportereignis bietet. Es sind gerade sehr viele Sportarten und kommerzielle Anbieter von Sport und Kultur dabei, das Ganze in Zukunft sehr viel datenbasierter zu machen."
Aus diesem Grund habe man sich auch neu aufgestellt und mit Claudia Wagner eine zweite Geschäftsführerin in die umbenannte und neu definierte ADAC Motorsport GmbH geholt, die als 100-Prozent-Tochter des ADAC die DTM ausrichtet. Wagner war davor Geschäftsführerin der Deutschen Sport Marketing GmbH, die unter anderem für die Vermarktung des deutschen Olympia-Teams zuständig war.
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