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"Ärgert mich zu Tode": Feder verhagelte beide Stopps von Titelkandidat Cairoli

Nach dem Samstag-Sieg war Matteo Cairoli auch am Sonntag auf Podestkurs, ehe alles schieflief: Wieso der Stopp 25 Sekunden dauerte und was im Titelkampf drin ist

"Ärgert mich zu Tode": Feder verhagelte beide Stopps von Titelkandidat Cairoli

24 Sekunden für Cairoli: Nach dem Sieg gingen am Sonntag beide Stopps schief

Foto: ADAC Motorsport

Hat das Emil-Frey-Ferrari-Team einen möglichen Titelgewinn an der Box verloren? Beim Italiener Matteo Cairoli, der am Samstag auf dem Nürburgring einen souveränen Sieg eingefahren war, gingen am Sonntag beide Reifenwechsel schief. Beim ersten Stopp, vor dem er mit Platz zwei in aussichtsreicher Position lag, benötigte die Crew geschlagene 24,8 Sekunden. Aber auch der zweite Stopp lief mit neun Sekunden nicht glatt, wodurch er nur 13. wurde.

"Wir haben eine sehr gute Gelegenheit weggeworfen, wenn man bedenkt, was mit meinen Hauptrivalen in der Meisterschaft passiert ist", spielt Cairoli, der in der Gesamtwertung mit 33 Punkten Rückstand Sechster ist, auf die Ausfälle der Mercedes-AMG-Piloten an. Wenn man bedenkt, dass sogar ein Sieg möglich gewesen wäre, wäre der starke DTM-Rookie jetzt voll im Titelkampf.

"Es hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt", beschreibt Cairoli die Situation im Cockpit, als die Sekunden vergingen. Aber wieso ging ausgerechnet bei der sonst so starken Emil-Frey-Crew am Sonntag alles schief?

"Heute würden wir Klemmring nicht mehr verwenden"

"Beim Boxenstopp ist eine Radmutter weggefallen, die aufgrund einer nicht stark genug gespannten Federung klemmte", beschreibt Teamboss Lorenz Frey-Hilti das Problem beim ersten Boxenstopp. "Die gleiche Feder machte uns dann auch beim zweiten Stopp von Matteo erneut Probleme."

Demnach hat die Crew nichts falsch gemacht - sondern wurde Opfer eines technischen Problems. Das bestätigt auch Emil-Frey-Technikchef Jürg Flach. "Die Radmutter ist aus dem Sicherheitsring rausgesprungen", sagt der Schweizer, den die Angelegenheit besonders ärgert.

"Das war an der Toleranzgrenze", gibt Flach zu. "Der Klemmeffekt war nicht mehr so gut, wie er sein sollte. Nach heutigen Erkenntnissen würde man diesen Klemmring vielleicht nicht mehr verwenden. Davor hat sich das noch einigermaßen angefühlt, aber jetzt gibt es Maßnahmen. Die werden jetzt regelmäßig geprüft."

Nachsatz: "Wir checken so viel, sind so akribisch. Dass uns das jetzt passiert ist, ärgert mich zu Tode."

Wieso der zweite Stopp ebenfalls länger dauerte

Betroffen war das linke Hinterrad. "Die Mechaniker haben ein Rad weggezogen. Da war noch alles gut. Dann haben sie das neue Rad draufgetan. Und beim Draufstecken auf die Nabe gibt es vermutlich eine leichte Berührung. Diese Berührung zwischen der Nabe und der Radmutter bewirkte eine Längskraft, die die Radmutter zum Rausspringen brachte", beschreibt er das Problem.

Matteo Cairoli

Cairoli lag vor den Pflichtstopps vor dem späteren Sieger Wittmann und Preining

Foto: ADAC Motorsport

Gerade, als der Mechaniker mit dem Schlagschrauber ansetzen wollte, löste sich die Radmutter und rollte davon, was für einen enormen Zeitverlust sorgte.

Beim zweiten Stopp befand sich der Sicherheitsring nicht mehr wie vorgesehen in der Felge, sondern auf der Radnabe. "Daher musste derjenige, der das Rad hält, zuerst diesen Ring wegnehmen, bevor sie das neue Rad draufgetan haben", erklärt Flach den erneuten Zeitverlust - und glaubt, dass Cairoli zumindest einen Podestplatz verloren hat.

Emil-Frey-Boxencrew vor Nürburgring geändert

Interessant ist, dass das Emil-Frey-Team vor dem Nürburgring-Wochenende die Boxencrew neu zusammenstellen musste: Das Ferrari-Team hatte vor der Saison zwei starke Mechaniker von Winward abgeworben - und trennte sich nach dem Oschersleben-Wochenende von einem der beiden.

Trotz der unerwarteten Situation fand man kurzfristig Ersatz. "Wir haben bis zum Donnerstag vor dem Nürburgring nie mit ihm geübt", erzählt Flach. Dennoch klappten die Stopps bei Cairolis Sieg am Samstag hervorragend. "Finde einmal während der Saison einen neuen Mann, mit dem du Stopps in 6,2 Sekunden macht", zeigt sich der Emil-Frey-Technikchef beeindruckt.

Den Titelkampf gibt das Ferrari-Team noch nicht auf. "Wir dürfen uns bei den nächsten zwei Wochenenden keine Fehler erlauben, sonst wird es eine unmögliche Aufgabe", weiß Cairoli.

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