Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

"Alle Schwächen sind weg": Schadet neuer DTM-Spezialreifen dem Porsche?

Thomas Preining glaubt, dass der neue DTM-Spezialreifen den Porsche seiner Stärke beraubt hat: Wollte Manthey die Einführung im Winter verhindern?

"Alle Schwächen sind weg": Schadet neuer DTM-Spezialreifen dem Porsche?

Ist der Porsche-Vorteil in der Bremsphase durch den neuen DTM-Reifen Geschichte?

Foto: ADAC Motorsport

Sind die aktuellen Schwierigkeiten des Porsche-Teams Manthey auf den neuen DTM-Spezialreifen zurückzuführen? "Grello"-Pilot Thomas Preining verwies bei seiner scharfen Kritik an der Balance of Performance (BoP) am Norisring auch auf den neuen Pirelli-Reifen, der seit 2026 ausschließlich in der DTM eingesetzt wird.

"Alle Schwächen, die wir jemals im Porsche hatten, sind weg mit dem neuen Reifen. Der kann longitudinal, du hast viel mehr Grip - und den Grip haben alle, nicht nur wir", meinte der österreichische Porsche-Werksfahrer. "Geradeaus sind wir schlechter denn je."

Daher sei man aktuell nicht nur im Zweikampf wegen des mangelnden Topspeeds schlecht aufgestellt, sondern auch in den Kurven und beim allgemeinen Tempo. Aber was meint Preining damit, dass der neue Reifen "longitudinal" - also der Länge nach - kann?

Wurde Porsche seiner größten Stärke beraubt?

Offenbar verliert der neue Reifen in der Bremsphase nicht mehr so rasch die Bodenhaftung. Während der bisher in der DTM und in anderen GT3-Serien eingesetzte DHG-Reifen von Pirelli dafür bekannt war, "nicht multitaskingfähig" zu sein und Seiten- und Längskräfte nicht gleichzeitig aufnehmen zu können, dürfte sich auch das beim speziell für die DTM angefertigten Pneu geändert haben.

Der Porsche gilt generell als wendiges Fahrzeug, das gut auf der Bremse und bei der Traktion ist. Doch genau diese Stärke könnte der neue Reifen egalisiert haben, da nun auch andere Fahrzeuge besser auf der Bremse sind und leichter durch die Kurven kommen.

Manthey-Probleme bei Reifentests: Wollte man den Wechsel verhindern?

Interessant: Manthey hatte laut Informationen von Motorsport-Total.com bereits beim Reifentest in Vallelunga Anfang März große Probleme, als Pirelli unterschiedliche Reifentypen ausprobierte, um die finale Spezifikation für die DTM-Saison festzulegen. Dabei soll es sogar zu Schäden an den Hinterreifen gekommen sein, weshalb Manthey die vorgeschriebenen Runs abbrechen musste.

Nach Informationen von Motorsport-Total.com setzten sich Manthey-Verantwortliche nach den damaligen Erfahrungen für eine Beibehaltung des DHG-Reifens ein. Aus dem Team heißt es hingegen, man habe sich nicht grundsätzlich gegen einen neuen Reifen ausgesprochen, sondern die damals getestete Ausführung kritisch gesehen.

Aber war bereits das ein Hinweis darauf, dass der neue DTM-Reifen nicht mit dem Porsche harmoniert?

Manthey-Set-up offenbar für Vorgängerreifen perfektioniert

Offenbar waren die Probleme in Vallelunga auch darauf zurückzuführen, dass das von Manthey für den Pirelli-Versuchsreifen genutzte Set-up extrem auf den DHG-Reifen zugeschnitten war. Der Porsche 911 GT3 Evo bietet viele Möglichkeiten, das Set-up über die Kinematik zu optimieren. Das soll Manthey beim DHG-Reifen ausgereizt und bis zur Perfektion betrieben haben.

Thomas Preining

Heimsieg trotz Reifennachteil? Preining hat eine Erklärung für den Spielberg-Triumph

Foto: ADAC Motorsport

Führte die Einführung des neuen Reifens dazu, dass Manthey diesen Vorteil verloren hat und wieder von vorne anfangen musste? Und wie war es dann möglich, dass Preining die Premiere des neuen Reifens beim DTM-Auftakt in Spielberg für sich entschied?

Das erklärt Preining damit, "dass die anderen noch im Winterschlaf waren, und wir den Reifen schneller verstanden haben. Sonst profitieren wir nur von Fehlern", meinte der DTM-Meister des Jahres 2023, der bei Saison-Halbzeit als bester Porsche-Pilot mit 47 Punkten Rückstand auf Platz acht liegt, am Norisring.

Gelingt Manthey durch Joker-Testtag Sprung nach vorne?

Warum es so schwierig ist, während der Saison Fortschritte zu machen? Das liegt an der Testbeschränkung, die DTM-Teams kaum Möglichkeiten bietet, abseits der Rennwochenenden am Set-up zu feilen. Das trifft vor allem Teams wie Manthey, die die Kapazitäten dazu hätten - und die technische Expertise, um daraus Kapital zu schlagen.

Das Porsche-Topteam nutzte am 14. Juli auf dem Nürburgring mit Preining und Teamkollege Ricardo Feller seinen einzigen Joker-Testtag - und damit die Möglichkeit, abseits der vom ADAC organisierten Testtage privat auf einer DTM-Strecke zu testen. (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!)

Die Bedingungen waren wechselhaft: Zunächst war es heiß und trocken, am Nachmittag gab es einen Regenschauer. Ob Manthey dabei einen Schritt nach vorne gemacht hat, werden die kommende Rennen zeigen. Der Kurs in Oschersleben, auf dem am kommenden Wochenende (alle Infos zu TV-Stream, Stream etc.) gefahren wird, sollte dem Porsche liegen.

Vorheriger Artikel DTM Oschersleben: Diese legendären Autos starten beim Classic-Revival
Nächster Artikel BoP-Ärger und kuriose Reifentaktik bei BMW: "Es wird künstlich eingegriffen"

Aktuelle News