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AMG-Kollege blockiert Engel bei Stopp: "Abgemacht, dass das nicht passiert"

Beim zweiten Stopp wurde Maro Engel ausgerechnet vom Schwesterteam blockiert: Wie es zum folgenschweren Missverständnis kam und was AMG dazu sagt

AMG-Kollege blockiert Engel bei Stopp: "Abgemacht, dass das nicht passiert"

Ausgerechnet das AMG-Schwesterteam blockierte Maro Engel beim Stopp

Foto: ADAC Motorsport

Ärger bei Mercedes-AMG-Titelkandidat Maro Engel nach Platz sieben beim DTM-Sonntagsrennen auf dem Norisring (Rennbericht): Denn als der Winward-Pilot nach seinem zweiten Pflichtstopp losfahren wollte, kam ausgerechnet Markenkollege Tom Kalender herein, dessen Landgraf-Team seine Box unmittelbar vor Winward hatte, und blockierte dadurch die Fahrbahn.

"Auf den Regenreifen konnte ich gut Plätze gutmachen und mich langsam vorarbeiten, dann gab es leider das Missgeschick beim Boxenstopp", sagt Engel, der nach Startplatz zwölf bereits auf Rang sieben nach vorne gefahren war, bei ran.de. "Da kam das Schwesterteam rein. Es war eigentlich abgemacht, dass es nicht passiert. Das müssen wir hinterher analysieren."

Besonders bitter: Engel wurde von seinen Mechanikern in 6,8 Sekunden blitzschnell abgefertigt, musste anschließend aber rund drei Sekunden warten, da er sonst eine Unsafe-Release-Strafe riskiert hätte. "Stop, Stop, Stop - go behind Kalender", brüllte Renningenieur Mauricio Moreira am Funk.

Warum Kalenders Stopp in Engels Runde "rutschte"

Der Lollipop-Mann hielt ihm das Schild zuerst vors Auto, doch Engel setzte sich trotzdem in Bewegung. Dann hielt er es ihm noch einmal vor die Frontscheibe - und der Winward-Mercedes-Pilot reagierte rechtzeitig, um eine Strafe zu verhindern. "Ich glaube, wir haben von meinem Team aus alles richtig gemacht", spricht Engel, der am Ende auf Platz sieben ins Ziel kam, sein Team frei.

Aber wie kam es überhaupt zum unglücklichen Zwischenfall? Und was meint Engel damit, dass die Ereignisse nicht "abgemacht" waren? "Unterm Strich war es ein Missverständnis", erklärt Thomas Jäger, der bei Mercedes-AMG als Sportlicher Leiter des DTM-Bereichs fungiert, im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Tom hätte eigentlich am Ende von Runde 40 hereinkommen sollen, weil er ein bisschen weiter zurück war."

AMG fordert Konsequenzen: "Müssen das besser synchronisieren"

Das zweite Boxenstopp-Fenster ging nämlich auf, als die Spitze bereits bei der Boxeneinfahrt vorbei war, der auf Platz 13 liegende Kalender allerdings nicht. Der Stopp des Youngsters war laut Jäger "eigentlich gesetzt, dann war es aber dem Ingenieur ein bisschen zu knapp - und er wollte kein Risiko gehen, dass das Boxenstopp-Fenster noch nicht offen ist."

So sei der Boxenstopp des Landgraf-Mercedes-Piloten "in die nächste Runde gerutscht", in der auch Engels Stopp geplant war. Dass nun beide gleichzeitig hereinkommen und in der engen Norisring-Boxengasse einer der Piloten blockiert wird, konnte in der Kürze der Zeit nicht mehr abgewendet werden.

"Weil die Runde hier so kurz ist, waren alle fokussiert auf den Stopp - und man hat leider vergessen zu sagen: 'Hey, wir müssen jetzt entweder Maro oder Tom draußen halten'." Laut Jäger habe es dazu bereits ein Gespräch gegeben, bei dem klargestellt wurde, "dass wir das besser synchronisieren müssen, damit man sich da nicht im Weg steht".

Wieviele Plätze kostete Engel die Panne?

Denn vor allem "wenn das Feld ganz eng zusammen ist, kann das massiv Positionen kosten", weiß Jäger. Aber wie hat sich der Zwischenfall auf Engels Rennen ausgewirkt? "Ich weiß nicht, wie viel es ausgemacht hat, vielleicht zwei Plätze", sagt der Wahl-Monegasse, der in der Gesamtwertung bei Halbzeit neun Punkte hinter Sieger Nicki Thiim auf Platz zwei liegt. "Aber so ist der Sport: Mund abwischen, weiter geht's!"

Und was glaubt Jäger? "Maro war vorher und nachher Siebter. Ihm ist vielleicht die Chance genommen worden, dass er noch nach vorne kommt." Denn nach dem Stopp lag drei bis fünf Sekunden vor Engel eine Kampfgruppe aus Arjun Maini, Jules Gounon und Thierry Vermeulen, die die Plätze vier bis sechs belegten. Und Engels starke Outlaps sind bekannt. Er hätte also möglicherweise eine Chance gehabt, in die Top 5 zu fahren.

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