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AMG-Team für beide Stopps bestraft: "Blackout" kostet Engel die DTM-Spitze

Hitze, Schweiß - und ein Blackout: Wieso dem AMG-Team Winward bei den Stopps von Maro Engel und Jules Gounon der gleiche Regelverstoß passieren konnte

Teamfehler kostet Engel DTM-Führung: Zweimal gleiches "Blackout" bei Stopp

Da war der Fehler längst passiert: Ein Mechaniker hatte die Hand nicht am Rad

Foto: ADAC Motorsport

Folgenschweres Missgeschick beim Mercedes-AMG-Team Winward: Sowohl Maro Engel als auch Teamkollege Jules Gounon wurde beim DTM-Sonntagsrennen auf dem Lausitzring wegen eines Verstoßes gegen das Boxenstopp-Reglement eine Penalty-Lap-Strafe aufgebrummt: Bei beiden Stopps hatte derselbe Mechaniker das Rad nicht dauerhaft festgehalten. Engel fiel durch die Strafe, die fünf Sekunden entspricht, von Platz fünf auf Platz zehn zurück und wurde am Ende noch Siebter.

Dadurch liegt er nun in der Gesamtwertung einen Punkt hinter Leader Matteo Cairoli und punktgleich mit Lucas Auer auf Platz zwei. Aber wie kam es zum Fauxpas? "Uns ist es heute leider zweimal passiert, dass sich beim ersten Stopp einer der beiden Stecker das Rad quasi an die Schienbeine gelegt hat", erklärt Teammanager Steve Buschmann die Panne.

Der sogenannte "Stecker" ist jener Mechaniker, der den Reifen beim Boxenstopp am Fahrzeug anbringt, nachdem der Mann mit dem Schlagschrauber am Werk war. "Er hat das Rad quasi abgelegt und seine Brille gerichtet, weil durch die Hitze und so weiter Schweiß ins Auge gelaufen ist."

"Die Regel ist umstritten, weil sie nichts zur Sicherheit beiträgt"

Das ist allerdings verboten, denn während die Vorderräder in der Working Lane vor dem Boxenstopp flach auf den Asphalt gelegt werden dürfen, muss das Hinterrad

"mit mindestens einer Hand durch eigene Muskelkraft in seiner Lage" stabilisiert werden und darf nicht flach auf den Boden gelegt werden. Das wird im DTM-Reglement in Artikel 39.1 Absatz f klargestellt.

Der Zwischenfall passierte bei Gounon und vier Runden später bei Engel dem gleichen Mechaniker. Engel wurde danach in 6,2 Sekunden abgefertigt, was sogar der schnellste Boxenstopp des Tages war. Die Situation war laut Buschmann absolut ungefährlich: "Die Autos waren weit weg, es hatte mit dem Pitstop selbst gar nichts zu tun."

Daher hinterfragt Buschmann die Vorschrift: "Die Regel ist umstritten, weil sie eigentlich zum Thema Sicherheit nichts beiträgt, aber sie besteht seit mehreren Jahren, jeder weiß darum und heute kam auch noch dazu, dass eine der Pitlane-Kameras direkt gegenüber von uns war. Ich will niemandem was unterstellen, aber ich kann mir vorstellen, dass das heute wegen der Hitze und der äußeren Gegebenheiten mehrmals in der Pitlane passiert ist."

Warum die Regel eingeführt wurde

Die Regel wurde vor dem Saisonauftakt 2023 in Oschersleben eingeführt, als ein Manthey-Mechaniker seinen Anzug richtete und dabei den Reifen nicht mit Muskelkraft in der Hand hielt, wodurch Thomas Preining ebenfalls eine Penalty-Lap-Strafe erhielt. Danach wurde sie etwas angepasst. Die Regelhüter wollten damit verhindern, dass ein Rad wegrollt und von einem Auto getroffen wird.

"Derjenige, dem es jetzt passiert ist, war damals noch nicht bei uns", erklärt Buschmann. "Die Regel war bekannt, wir trainieren das auch - auch das Rausgehen und so weiter und so fort. Das war heute einfach zweimal ein Blackout", erklärt der Winward-Teammanager.

"Es ergibt keinen Sinn, sich über die Sinnhaftigkeit der Regel zu streiten, denn sie ist für alle gleich - also muss man sich auch dran halten", stellt er klar.

Warum Engel Glück im Unglück hatte

Wie Engel darauf reagiert? "Schade, dass wir eine Boxenstoppstrafe erhalten haben. Aber Regeln sind Regeln", sagt der Mercedes-AMG-Werksfahrer. "Das Team arbeitet unermüdlich daran, bei jedem Boxenstopp Höchstleistung abzuliefern, aber Fehler können im Motorsport nun einmal passieren. Entscheidend ist, dass wir als Team zusammenstehen."

Dass Engel, der als DTM-Leader zum Lausitzring gereist war, trotz eines enttäuschenden Wochenendes - am Samstag wurde er nach einem unglücklichen Rennen nur 15. - nach wie vor Tuchfühlung zur Spitze hat, liegt an einer glücklichen Fügung. Denn abgesehen von Cairoli holten auch die direkten Rivalen Engels Lucas Auer (11.), Ben Dörr (16.), Marco Wittmann (8.) und Thomas Preining (10.) und Kelvin van der Linde (9.) nicht die großen Punkte.

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